Diknu Schneeberger Trio

Weltmusik im Hersbrucker Hirtenmuseum

Zwei Gitarren und ein Kontrabass – mehr brauchte das Trio um Diknu Schneeberger (rechts) nicht, um den Innenhof des Hirtenmuseums in eine Konzertbühne zu verwandeln. | Foto: M. Ermer2020/08/Diknu.jpg

HERSBRUCK – Erneut ist es dem Verein des Kick gelungen, die Kunst aus dem City-Kino ins Hirtenmuseum zu verlegen. Das „Diknu Schneeberger-Trio“ unterhielt mit einem frischen Mix im Stil des „Gypsy Jazz“ und war damit ein gelungener Ausgleich zum entfallenen Gitarrenfestival.

Schon öfter war der junge Musiker zu Gast in Hersbruck, aber in diesem Jahr hatte er die Corona-Krise und den Wegfall einiger Konzerte auch positiv für sich nutzen können. So formierte sich aus dem ehemaligen Trio mit seinem Vater Joschi Schneeberger und Mentor Martin Spitzer eine neue Gruppe mit Martin Heinzle am Kontrabass und Julian Wohlmuth sowie eben Diknu Schneeberger an der klassischen Gitarre. Außerdem freuten sich die drei Musiker aus Wien, ihren Gitarrenbauer Jürgen Volkert aus Lauf begrüßen zu können, dem sie ihre handgemachten „beseelten Instrumente“ verdanken.

Im Innenhof des Hirtenmuseums gelang dem Trio ein sehr flotter Einstieg mit einem „Abenteuer Erde“. Auch die weiteren Stücke, überwiegend von Schneeberger selbst geschrieben, entfalteten ihre Klänge und brachten nicht nur „frische Minze“, sondern auch frischen Wind. Auch wenn ersterer ein eher ungewöhnlicher Titel sein mag, mit seiner sympathischen Art und dem unverkennbar wienerischen Dialekt gab Diknu Schneeberger immer auch ein paar Erklärungen zu seinen Werken – und warum sollte man auch nicht mal die Pflanzenwelt einbeziehen?

Aus der Wiege heraus

Weil er nicht nur Vegetarier, sondern auch seit März glücklicher Vater von Sohn Leo ist, widmete er auch diesem eine Melodie. Wieder eine Pflanze, der „Krokus“ gab mit den Attributen Wachstum, Schönheit und Frühling die passende Umschreibung dafür. Auch seinen Vorfahren ist Schneeberger, Sohn von fahrendem Volk, sehr dankbar, denn den „Gypsys“, besonders aber seinen Eltern, verdanke er sein Talent; die Musik sei ihm praktisch in die Wiege gelegt worden. Zwar hat er sich mit dem neuen Trio wohl noch einmal stilistisch weiterentwickelt, aber die Emotionalität in „Feuerlicht“ oder dem „Miri dei“, das auf Sinti „für Mama“ bedeutet, ist den Klängen deutlich anzumerken.

Von der ein oder anderen Botschaft, man könnte sogar sagen, Lebensweisheiten, die Schneeberger mit seinen Stücken und Anekdoten weitergeben will, waren auch die 80 Zuhörer begeistert und beeindruckt: Sei es „Game of Elements“ oder „Hope of Universe“ als Frage, wie man zu sich selbst findet, oder dem Wasser, Energie und Sonne beschreibenden Spaziergang „Around the Lake“, entstanden bei der Wanderung um einen See, die statt einer fünf inspirierende Stunden bot.

Neben ihrer Fingerfertigkeit an den Instrumenten und schnellen Stücken zeigte das Trio aber auch Feingefühl bei Balladen und mixte daneben noch spontan auf Edward Griegs „Danse Norvegienne“ Duke Ellingtons Jazzklassiker „Caravan“.

Leidenschaft für das Tun

Dass ihm die Musik Spaß macht, merkte man dem Diknu Schneeberger-Trio einfach an, und so kamen auch die weniger Gitarren-Versierten auf ihre Kosten. In der sehr angenehmen Atmosphäre und mit einer eher ungewohnten Form des Jazz bedankten sich die drei Musiker nicht nur beim Kick für die gelungene Organisation, sondern auch bei den durchweg mehr als begeisterten Besuchern für ihr Kommen, bevor sie mit „Joseph, Joseph“ und einer lautstark eingeforderten Zugabe noch einmal bewiesen, dass Schneebergers Musik „spürbar mit Gefühl und Intuition, gepaart mit größter Leidenschaft für seinen Beruf“ zu tun hat.

Auch die Veranstalter dankten den Musikern für ihr Kommen und den kleinen Trost für den Ausfall des Gitarrenfestivals. Ein Dank ging auch an die Beteiligten des Espan für die Bewirtung, Hirtenmuseum, Café Bauer, Stadt Hersbruck und der Bürgerstiftung sowie dem Förderverein des Gitarrenfestivals, die mit einer Künstlerförderung den wundervollen musikalischen Abend erst möglich gemacht hatten.

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