Monobo Son brachte Brauhaus zum Sieden

Von Null auf 200

Können, Tempo, Temperament – die Münchner Band Monobo Son begeisterte im Altdorfer Brauhaus. | Foto: Krätzer2017/04/MonoboSon_4-2017_941.jpg

ALTDORF – Wenn die richtigen Leute beieinander sind, dann gibt’s kein langsames Sich-Antasten, kein behutsames Miteinander-Warm-Werden. Dann geht’s gleich voll zur Sache – wie beim Konzert von Monobo Son, jetzt im ausverkauften Brauhaus.

Hatten schon „Baul Huhn“ vor kurzem mit bekannten Rock-Hits für fulminante Stimmung gesorgt, legte die fünfköpfige Band aus München mit ihren Eigenkompositionen gefühlt noch eine Schippe drauf. Verglichen mit einem Autorennen hätten die Reifen durchgedreht, viel Belag die Straße qualmend gefärbt und dann die Maschine mit 200 Sachen die ersten Meter gefressen. Oder: Rauf auf die Bühne, die Instrumente gegriffen und losgerockt, was das Zeug hält.

Nach drei Monaten Bühnenabstinenz hätten sie sich so richtig auf dieses Konzert „gfreit“, sagte Manuel „Manu“ Winbeck, Frontmann und Gründer von Monobo Son zu Beginn. „Voll geil.“ Und als ob sie diese Monate in zwei Stunden aufholen wollten, ging’s durch den Abend. Stampfen, hüpfen, laut klatschen und tanzen, schwitzen, Refrains im Wechsel mit Manu singen, zwischendurch das Bad der Band in der Menge.

Temperamentvoll jagt ein Hit den nächsten, fast so, als ob sich Monobo Son selbst überholen wollten. „I trau mi ned – was is no wenn’s in’d Hosn geht“ singt Manu und alle im Brauhaus singen lauthals mit. Schnelle Gitarrenläufe (Benedikt Dorn) und harte Beats des Schlagzeugs (Xaver Mayer) mischen sich mit melodiösen Themen der Querflöte bzw. des Saxophons von Wolfi Schlick – korrekt in hellgrauem Anzug mit weißem Hemd und oranger Krawatte. Dazu zieht Manu seine Posaune durch alle Oktaven, wenn er nicht gerade die Texte im bayerischen Dialekt singt oder seinen Bandkollegen die Bühne für ein Solo überlässt. Im Hintergrund als permanenter Rhythmusgeber aktiv: sein Bruder, Johannes Winbeck, mit seiner Tuba.

Eigenes Projekt

Bunt mischen sich hier die Stile, mal Reggae/Ska, mal erinnern sie an Popsongs, gelegentlich an Jazz, Rock, Soul oder italienische Filmmusik. Oft fühlt man sich an die erfolgreiche Bläserband LaBrassBanda erinnert, die barfuß und in Lederhosen eine Musik zwischen, wie sie selbst sagen, Bayerischem Gypsy Brass, Funk Brass oder Alpen Jazz Techno kreierten. Kein Wunder, denn Manu Winbeck zählt zu den Gründungsmitgliedern dieser Band.

Er habe noch ein eigenes Projekt machen, mit eigenen Texten seine Ideen verwirklichen wollen, sagt er, und hat 2011 kurzerhand Monobo Son gegründet. Was anfangs eher noch nebenbei lief, mutierte inzwischen zum Hauptanliegen, und Monobo Son touren erfolgreich durch die Festivals und Konzertsäle. Alles handgemacht, mit Können, einer Portion Selbstironie und Witz, mit „vui Gfui“ – Monobo Son, eine klasse Band, ein großartiger Abend im Brauhaus.

N-Land Dorothée Krätzer
Dorothée Krätzer