Brahms-Reqiuem in Stadtkirche

Trost für Lebende

Ein bewegendes Erlebnis: „Ein deutsches Requiem“ von Brahms in der Stadtkirche Hersbruck. | Foto: S. Baderschneider2017/03/requiem.jpeg

HERSBRUCK (sb) – Unterstützt von der Vogtlandphilharmonie Reichenbach und den Solisten Elisabeth Margraf und Markus Simon lud die Selnecker-Kantorei zu einer großartigen Aufführung des Deutschen Requiems in der Hersbrucker Stadtkirche ein.

Dem Requiem vorangestellt wurden an diesem Abend „Vier ernste Gesänge“, die Brahms zu einer Zeit komponierte, in der er selbst eine Reihe von Todesfällen zu verarbeiten hatte. Das Requiem ist eine Totenmesse oder, musikalisch gesehen, ein Konzert zum Gedenken an die Verstorbenen. Die Trauer, die die Hinterbliebenen empfinden, ist das zentrale Thema eines Requiems.

Auch das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden ist, hat Trauer und Verlust zum Inhalt. Aber Ziel der Trauer und des Gedenkens ist es, Trost zu finden. Brahms‘ Requiem ist den Lebenden gewidmet, nicht den Toten.

Die Texte aus der Bibel, die Brahms für Chor und Soli ausgesucht hat, entsprechen daher nicht der traditionellen Totenmesse. Abschnitte sowohl aus dem Alten als auch dem Neuen Testament behandeln nicht nur die Hoffnungslosigkeit und die Vergänglichkeit allen Lebens, sondern auch die Hoffnung im Angesicht eines bitteren Verlustes.

Ein Konzert dieser Größenordnung in der Stadtkirche ist immer ein besonderes Erlebnis. Wenn die volle Wucht von Chor und philharmonischem Orchester ungebremst durch den Raum branden, entsteht eine Klangfülle, die den Zuhörer geradezu erschauern lässt. Ergänzt wurde der Chor durch die berührenden Soli von der Sopranistin Elisabeth Margraf (Absolventin der Opernakademie Schloss Henfenfeld) und dem gebürtigen Langenzenner Markus Simon (Bariton).
Das Zusammenspiel von Chor und Projektchor der Selnecker-Kantorei mit den Solisten und der Vogtlandphilharmonie machte das Konzert unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Karl Schmidt zu einem bewegenden Erlebnis.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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