„Barock bis Romantik“ in Stadtkirche

Tragik trifft Freude

Vom Barock über die Klassik bis zur Romantik: Die Orchestergemeinschaft Hersbruck nahm die Zuhörer in der Stadtkirche mit auf eine musikalische Zeitreise. | Foto: I. Schmidt2017/06/Selneckerkantorei.jpg

HERSBRUCK (isa) – Vielseitig und stilsicher präsentierte die Orchestergemeinschaft Hersbruck in der Stadtkirche eine Reise durch die musikalischen Epochen. Dirigentin Jeanne Vogt und Livia Hermann, die an diesem Abend als Soloviolinistin bei der Orchestergemeinschaft gastierte, überzeugten mit anspruchsvollen Interpretationen.

Unter dem Titel „Barock bis Romantik“ bekamen die Zuhörer in der Stadtkirche ein abwechslungsreiches und niveauvolles Konzert zu hören. Die Orchestergemeinschaft zeigte dabei unter der Leitung von Jeanne Vogt mit Werken bekannter Komponisten durch ein differenziertes Spiel die stilistische Bandbreite alter Musik.

Den Einstieg in das Konzert bildete das älteste Werk des Abends, eine Suite von Marc-Antoine Charpentier. In den sechs abwechslungsreichen Sätzen des „Concert pour quatre parties de violes“ präsentierte das Streichorchester gekonnt den barocken Musikstil.  Einen zeitlich großen Sprung machte das darauf folgende Werk eines bedeutenden Komponisten der Romantik: Felix Mendelssohn. Die Solistin Livia Hermann, die in Straßburg und Mannheim Violine studierte, präsentierte zusammen mit dem Streichorchester das Violinkonzert in d-Moll.

Rasant und Lyrisch
In den beiden schnellen Ecksätzen konnte Livia Hermann ihr virtuoses Können auf der Violine vorführen: Die rasanten 16tel-Passagen und die anspruchsvolle Kadenz spielte sie mit einer ausgestrahlten Gelassenheit. Dagegen bekamen die Zuhörer an den lyrischen und tragischen Stellen durch die ausdrucksstarke Musik ein Exempel des typisch romantischen Stils zu hören. Im langsamen Satz glänzte Hermann besonders durch Klangschönheit und brillierte in den hohen Lagen über der dezenten, aber präzisen Orchesterbegleitung.

Das zweite Solokonzert des Abends, das Cembalokonzert Nr. 1 in d-Moll von Johann Sebastian Bach, führte die Zuhörer wieder in das barocke Zeitalter zurück und bildete einen weiteren Höhepunkt. Denn dieses Stück stellte eine besondere Herausforderung an das Orchester dar: Die Dirigentin Jeanne Vogt wirkte hier selbst als Solistin am Orgelpositiv und übernahm von dort aus die musikalische Leitung, wie in der Barockzeit üblich. Zusammen mit dem Orchester lieferte sie ein authentisches Klangerlebnis dieses Zeitalters.

Mozarts Leichtigkeit
Um den musikalischen Rahmen um die beiden Solokonzerte zu schließen, wurde mit dem Divertimento in D-Dur KV 136 von Wolfgang Amadeus Mozart ein Werk aus der musikalischen Epoche der Klassik dargeboten. Hier glänzte das Orchester in dem Streicherwerk durch ein sauberes Zusammenspiel und setzte die Leichtigkeit und den musikalischen Witz, die den Stil Mozarts auszeichnen und Virtuosität erfordern, souverän um.

 

N-Land Hersbrucker Zeitung
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