Danziger Ballettschüler in Röthenbach

Tänzerische Völkerverständigung

En pointe: Zum klassischen Ballett gehört der Spitzentanz. Auch ihn zeigten die Danziger Ballettschüler. Foto: Müller2013/06/65271_ballettcentrumlaufdanzig_New_1372084869.jpg

Ob „Dornröschen“ oder „La Fille mal gardée“: Klassisches Ballett war am Wochenende in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle geboten. Dort zeigte der Nachwuchs der Danziger Ballettschule gemeinsam mit Laufer Jugendlichen sein Können.

„Genießen Sie es, denn schon bald werden diese Tänzer nur noch auf den großen Bühnen Europas zu sehen sein!“, forderte der Leiter des Ballett Centrums Lauf, Jerzy Pietka, das Publikum vor dem Auftritt der polnischen Tänzer auf. Und das tat es auch: Eine Stunde lang ließen sich die Zuschauer von den Vorführungen in eine scheinbar schwerelose Welt entführen. Die Schüler traten in Einzelchoreographien, als Paare oder in Gruppen auf.

Der Schwerpunkt lag dabei auf klassischem Ballett, so gehörte etwa „Dornröschen“ von Tschaikowski zum Repertoire. Nicht enden wollende Pirouetten und mühelos anmutende Sprünge und Drehungen belohnte das Publikum mit Zwischenapplaus. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen beiderlei Geschlechts überzeugten mit professionellen Darbietungen: Die graziösen Bewegungen der Mädchen und kraftvoll-elastischen Sprünge der Jungen ließen die Kraftanstrengung vollkommen vergessen, die hinter jeder dieser klassischen Figuren steckt.

Daneben präsentierten einige Schülerinnen auch zeitgenössisches Ballett. Mit ausdrucksstarken Bewegungen stellten sie den Facettenreichtum ihrer tänzerischen Ausbildung unter Beweis, indem sie zum Beispiel einen tragikomischen Clown darstellten oder eine polnische Gedicht-Vertonung tänzerisch umsetzten.

Eröffnet worden war die Gala von den Schülern des Laufer Ballett Centrums. Verschiedene Altersgruppen zeigten vorwiegend Choreographien zu klassischen Stücken, die die künstlerische Leiterin Wioletta Sokolowska-Pietka einstudiert hatte. Die beiden Solotänzerinnen Olivia Kokot und Alicja Sanchez bewiesen ihr Können ganz alleine vor dem Publikum. Zwei Gruppen führten vor, dass Ballett nicht immer klassisch sein muss: Unter Leitung von Jerzy Pietka bewiesen sie, dass sich die Figuren auch gut mit Hip-Hop und Jazz sowie Pop vertragen.

Pietka stammt selbst aus Danzig und hat dort die staatliche Ballettschule absolviert. Deshalb lud er im vergangenen Jahr zum ersten Mal Schüler von dort nach Deutschland ein, um hier vor Publikum aufzutreten. „Doch die Idee, die dahinter steckt, ist auch ein besseres Kennenlernen von Deutschen und Polen“, erzählt er. Deswegen wird die Ballettgala vom Bezirk in Ansbach, der für die Regionalpartnerschaft mit Pommern verantwortlich ist, unterstützt.

Die polnischen Schüler bleiben vier Tage in Deutschland und besichtigen unter anderem Nürnberg. „Und ein Gegenbesuch unserer Schule in Danzig ist auch schon geplant“, freut sich der Leiter des Ballett Centrums.

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