Neue Inszenierung der Theatergesellschaft Hüttenbach

„Neuners Eva“ und ihr Dorfladen sind Stars auf der Bühne

Zoff auf der Theaterbühne: Eva (Sabine Greger) droht dem Bürgermeister (rechts, Günter Greger) und dem Beamten Forster (Thomas Schlenk), die ihren Laden abreißen wollen. Foto: Müller2013/12/75240_neunersevatheaterhuettenbach_New_1388160395.jpg

HÜTTENBACH — Zum Abschluss ihres Jubiläumsjahres zum 100-jährigen Bestehen hat sich die Theatergesellschaft Hüttenbach ein besonderes Geschenk für ihre Zuschauer ausgedacht. In „Neuners Eva“, der Inszenierung, die am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Aula der Grundschule Bühl Premiere feierte, erwachen ehemals bekannte, doch längst verstorbene Hüttenbacher zu neuem Bühnenleben. Eva etwa führte einst den Kramerladen im Dorf.

In der Inszenierung ist die resolute Eva jedoch in die Gegenwart versetzt und muss sich mit einem aktuellen Problem herumschlagen: Der ambitionierte junge Bürgermeister will eine bessere Autobahnanbindung für sein Dorf – und das Häuschen von Eva steht diesem Projekt im wahrsten Sinne des Wortes im Weg. Doch auch mit dem Versprechen auf einen modernen Alterswohnsitz lässt sich Eva nicht aus ihrem Kramerladen vertreiben. Stattdessen organisiert sie mit ihren Stammkunden den Widerstand.

Der findige Rudi hat schnell eine Idee: Greift bei dem Häuschen, das Eva noch von ihren Großeltern geerbt hat, nicht der Denkmalschutz? Die Suche nach den dazu nötigen Dokumenten zieht sich jedoch in die Länge. Eva fällt nicht ein, wo sie den alten Schuhkarton mit den Plänen verwahrt hat. In der Zwischenzeit wehren sich ihre Stammkundinnen auf ihre ganz eigene Weise gegen den anrückenden Bagger. Sie tun einfach das, was sie am besten können, und veranstalten ein Kaffeekränzchen direkt vor den Baggerschaufeln. Sogar der Bürgermeister kommt nicht umhin, das Engagement der rührigen Dorfgemeinschaft schließlich anzuerkennen.

Für komische Akzente in dem fränkischen Mundartstück sorgen vor allem die Nebenfiguren: Der bauernschlaue „Nacherler-Toni“ etwa bedient sich immer wieder selbst an den sorgsam gehüteten Schnapsvorräten Evas, während er den neuesten Dorfklatsch verbreitet. Und Thekla, die Mutter des Bürgermeisters, kann beim Anblick einer Zunge alle möglichen Krankheiten diagnostizieren, womit sie regelmäßig ihre Freundinnen in Aufregung versetzt.

Neben den Schauspielern hat die Inszenierung einen heimlichen Star: das Bühnenbild. Mit vielen Originalteilen, vor allem Leihgaben von Geschäften und Privatleuten, hat die Theatergesellschaft in der Aula der Grundschule Bühl einen alten Kramerladen detailverliebt wieder auferstehen lassen. Ein bewunderndes Raunen im Publikum zu Beginn belohnte die Konzeption der Bühne.

Ebenso mit Applaus belohnt wurden die Mitglieder der neu gegründeten Kinder-Theatergruppe, die in „Neuners Eva“ ihren ersten Auftritt souverän absolvierten. Sie stürmten zu Beginn in Evas Laden, um Süßigkeiten zu kaufen. Nicht nur die Gründung dieser Gruppe ist für Christoph Greger, den Vorsitzenden der Theatergesellschaft, ein Anzeichen für ein erfolgreiches Jubiläumsjahr: „Wir konnten außerdem für die Erwachsenengruppe drei neue Schauspieler gewinnen“, verkündete er stolz.

Nichts geändert hat sich dagegen am bewährten Konzept der Theatermusik: Auch in diesem Jahr gaben die Musiker wieder ein eigens komponiertes Stück zum Besten. Mit launigen Strophen stimmten sie die Zuschauer vor jedem Akt auf das kommende Geschehen ein. Das Stück, im Original unter dem Titel „Kramer Res“, wurde von Ulla Kling geschrieben.

Weitere Vorstellungen: am 28. und 29. Dezember sowie am 4. Januar jeweils um 19.30 Uhr. Auch bei der Silvestergala zum Ausklang des Jubiläumsjahres führt die Theatergruppe das Stück auf.

N-Land Alisa Müller
Alisa Müller