Konzert der Opernakademie

Hommage an Udo Jürgens

Sonja Hunger überzeugte mit spritzigem Gesang. | Foto: J. Dechant2019/12/Sophia-Hunger-8926-scaled.jpg

HENFENFELD – Zum fünften Todestag von Udo Jürgens widmete die Opernakademie auf Schloss Henfenfeld ihm ein Konzert. Das Programm war ein Auszug seines vielseitigen Schaffens, vom Schlager bis zu Liedern mit sozialkritischen Texten. Jürgens komponierte während seiner 60-jährigen Karriere rund 1000 Lieder, darunter auch Weihnachtssongs und Musicals.

Passend zum Auftakt sangen alle Interpreten „Was wichtig ist“ und „Heute beginnt der Rest deines Lebens“ als fulminanter Chor, in dem auch Sandra Glatzel und Andrea Spolaritsch mitsangen. „Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient“ stellte die Schweizerin Karin Friedli fest.

Drastisch setzte Dieter Doetsch „Gefeuert“ in Szene, ein Lied von Arbeitslosigkeit, das stets brandaktuell ist. „Mit 66 Jahren“ ist mittlerweile ein Evergreen. Thomas Elble stellte den mit viel Einsatz vor, das Publikum stimmte begeistert ein – „Oh yeah!“

„Eisblumen“ weckten Erinnerungen

Passend war „Still, still, still“, ein besinnliches Weihnachtslied, von Johanna Zimmermann vorgetragen. Erinnerungen an vergangene Zeiten weckte auch Sonja Schreiber, als sie von den „Eisblumen“ sang, die man heutzutage fast nicht mehr findet. Natürlich durfte „Ich war noch niemals in New York“ nicht fehlen, Sophia Hunger zeigte dabei spritzigen Gesang, der das Publikum mitriss.

Beim „Thema in Blau“ war bei Denette Whitters Klavierspiel hörbar, welche Komplexität Udo Jürgens in seinen Kompositionen einbrachte, so dass sie durchaus mit Klassikern ebenbürtig sind. Eine Karikatur auf die Spießbürgerlichkeit war „Ein ehrenwertes Haus“, Dieter Doetsch und Karin Friedli begeisterten das Publikum mit dem Brief und der Feststellung „Wir müssen raus!“.

Die Beine wippten

Im Jahre 1965 sang Jürgens „17 Jahr, blondes Haar“ und landete damit einen Riesenhit, der bis heute populär ist. Als Dieter Doetsch das Lied sang, wippten die Beine beim Publikum. Thomas Elble sang die Hommage an den Bruder Manfred Bockelmann, mit dem Lied „Mein Bruder ist Maler“. Alle Interpreten rockten bei „Aber bitte mit Sahne“ und begeisterten mit einem etwas veränderten Text das Publikum.

Über „Griechischen Wein“ und „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ folgte ein Hit dem anderen. Ein Höhepunkt war dabei das nachgesungene legendäre Duett von Jürgens mit seiner Tochter Jenny: „Liebe ohne Leiden“. Dieter Doetsch besang mit „Mercie, Cherie“ das Motto des Konzertes, das auch Siegerlied beim Grand Prix Eurovision de la Chanson von 1966 war.

Mit moderneren Weihnachtsliedern, deren Texte zum Nachdenken anregten, fand ein wunderbares Konzert sein Ende. Mit Bravo-Rufen aus dem Publikum wurden die Künstler verabschiedet.

N-Land Johann Dechant
Johann Dechant