Vernissage

Gewebt, nicht gemalt

Monika Thiele stellt ihre Fadenscheinigen Realitäten in der Galerie Pfaff aus. | Foto: Dorothée Krätzer2019/06/Schwarzenbruck-Thiele-Vernissage.jpg

SCHWARZENBRUCK – Monika Thiele malt. Aber nicht mit Öl, Acryl, Kohle oder Kreide. Sondern mit Nadel und Faden.

Mit viel Geduld entstehen unter Monika Thieles Fingern dichte, vielschichtige Geflechte, die ihre Geschichten erzählen. Meist greifen sie Alltägliches auf, Menschen, Tiere, Bauwerke, ein Gesicht, eine Szene. Oberflächlich betrachtet könnten es klassische Arbeiten auf Leinwand sein, fotorealistische Bilder mit fein abgestimmter Farbgebung und herausgearbeiteten Details.

Erst aus der Nähe kommt man den Effekten auf die Spur, den netzartigen Fadenstrukturen. Deren Unebenheiten lassen Thieles Werke neben ihren Motiven zu einem Blickfänger werden. Oft auf weißem Organza gearbeitet, verlaufen sie neben- und übereinander, bilden verschiedene Flächen und Ebenen.

Von Venedig nach Schwarzenbruck

Erst vor einigen Jahren verlegte sich die Künstlerin auf das Fadenzeichnen, das mittlerweile untrennbar mit ihrem Namen verbunden ist. Damit entwickelte sie ihre eigene Bildsprache, mit denen sie Gefühlen Ausdruck verleiht. Denn darum geht es in ihren Bildern: die Intensität der verschiedenen Emotionen festzuhalten.

Zu sehen waren ihre Fadenbilder unter anderem auf der Biennale in Venedig (2013), im Nationalmuseum von Lettland (2015) – und ab Donnerstag, 11. Juli, werden sie in der Schwarzenbrucker Galerie Pfaff zu sehen sein. Die Vernissage beginnt um 19 Uhr, die Künstlerin wird anwesend sein und über ihre Kunst sprechen.

N-Land Dorothée Krätzer
Dorothée Krätzer