Groovin‘ High Quartett feiert Zehnjähriges

Ganz und gar dem Jazz verschrieben

Das Groovin‘ High Quartett feiert Zehnjähriges. | Foto: PR2016/09/Groovin-High-Quartett.jpeg

HERSBRUCK – Am 2. Oktober spielt das Groovin‘ High Quartett um 20.30 Uhr im …na und!, und das seit zehn Jahren. Immer am selben Tag. Bei ihrem diesjährigen Auftritt werden sie von Künstlern unterstützt, die im Laufe der Jahre bei verschiedenen Programmen des Quartetts mitgespielt oder mitgesungen haben. Verstärkung kommt von Doris Dischner, Pete Stanley, Alexander Dachs, Michael Häusler, Peter Fritsch, Christoph Naucke und Reginald Williams. Die HZ sprach mit dem Hersbrucker Dieter Feist und Walter Häckl aus Eschenbach.

Ihr Bandname ist wahrlich nicht leicht auszusprechen. Wie high waren Sie, als sie ihn sich ausgedacht haben?

(beide lachen) Feist: Unser Schlagzeuger hat damals gefragt, was wir im Programm haben. So kamen wir auf „Groovin‘ High“ von Dizzy Gillespie.

Häckl: Der Name ist uns zugefallen. Und er passt sogar (schmunzelt).

Feist: Und high war‘ mer ned.

Wer sind die Bandmitglieder?

Uwe Zapala aus Engelthal am Schlagzeug, Peter Dachs aus Hartmannshof am Saxofon, Dieter Feist am Bass und Walter Häckl am Piano.

Was machen Sie in Ihrem „anderen“ Leben?

Häckl: Ich bin Heilpädagoge an einer Sonderschule in Nürnberg.

Feist: Ich bin Rentier (Anm. d. Red.: Rentner).

Wie sind Sie zum Jazz gekommen?

Häckl: Als junger Kerl bin ich mit 17 einem rumänischen Pianisten begegnet, der mir sechs Monate lang kostenlos Klavierunterricht im Jazz gegeben hat.

Feist: Mit 14 habe ich die ersten Jazzplatten gehört; da habe ich Feuer gefangen. Wir zusammen (sieht zu Häckl) spielen seit 1983 in verschiedenen Bands.

Plaudern Sie mal aus dem Nähkästchen. Was haben Sie schon alles erlebt bei Auftritten – ohnmächtig werdende Frauen, auf die Bühne fliegende BHs?

(beide lachen) Häckl: So dramatisch ist‘s nicht bei uns im Jazz.

Feist: Wir spielen einfach, weil es irren Spaß macht und es jedesmal ein bisschen anders ist. That’s Jazz!

Ihr peinlichstes Konzerterlebnis?

Häckl: Wir zwei haben mal in einer Band gespielt in den 80ern, da waren wir mehr Musiker auf der Bühne als Zuschauer.

Wie bereiten Sie sich auf den Auftritt vor?

Häckl: Die ersten sechs Jahre haben wir einmal wöchentlich geprobt. Inzwischen hat es sich aufgelockert, weil die Band versiert ist und locker zusammen spielt.

Haben Sie Lampenfieber?

Feist: Nein.

Häckl: Inzwischen nicht mehr.

(an Häckl) Sie hatten also mal … Was haben Sie dagegen gemacht?

Häckl: Ich kann mich meistens sehr konzentrieren auf die Musik und auf mich. Was immer hilft (beide grinsen unisono) ist ein Gläschen Weißwein.

Ihre Lieblingssongs?

(beide schauen grübelnd zur Seite) Häckl: „God bless the Child“ von Blood Sweat & Tears.

Feist: „Yours is my Heart alone“; die Übersetzung von „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Operettenarie „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehar.

(an Feist) Haben Sie ein musikalisches Vorbild, das diesen Song gesungen hat?

Feist: Benny Goodman und Cannonball Adderley. Aber unsere Version ist besser (grinst). Dieser Song ist ein gutes Beispiel, wie man einen traditionellen Schmachtfetzen musikalisch auseinandernehmen und durch die Interpretationsmühle der Band drehen kann.

Was meinen Sie damit?

Feist: Wir spielen ausschließlich Coversongs, aber wir arrangieren sie selber, indem wir ihnen zum Beispiel einen anderen Rhythmus verpassen. Wir interpretieren jedes Lied anders.

Häckl: Wir haben oft den Anspruch, eine Nummer zu spielen, die nicht so bekannt ist, beispielsweise „Birdland“ von Joe Zawinul. Das Stück ist gar nicht so schwer, aber die ersten beiden Monate hat es nicht gut geklungen bei uns. Aber irgendwann war der Groove da, der Swing. Ich weiß allerdings selbst nicht, welchen Schalter wir umgelegt haben, dass es geklappt hat.

Was steht in der nächsten Zeit an?

Häckl: Am 19. November treten wir mit Pete Stanley in Thalmässing auf und am 21. Januar im Kulturstadel in Lauterhofen. Wir wünschen uns, die eine oder andere musikalische Perle für unser Quartett zu begeistern, die bei uns mitspielt oder mitsingt – je jazzfremder, desto interessanter. Da kommt Pfeffer rein.

Feist: Ich bin schon gespannt, wer am 2. Oktober 2017 mit uns im …na und! spielt.

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