Jazz- und Kulturverein Burgthann erhält Förderung

Fünfstellig gegen das Corona-Loch

Mitglieder des Jazzvereins, Musiker und Besucher hoffen, dass die beliebten und niveauvollen Jazz-Events in der stimmungsvollen Burg Burgthann - hier beim Jazz-Burgfest im Hof - ab diesem Jahr wieder wie gewohnt stattfinden können. | Foto: Helmut Kempe2021/01/Burgthann-Jazz-Burgfest.jpg

BURGTHANN – Über 7500 Euro hat sich der Jazz- und Kulturverein Burgthann vor gut einem Jahr freuen dürfen, als er einen der Bundes-Musikpreise der Applaus GmbH für sein Livemusik-Programm einheimste. Nun hat ausgerechnet die Corona-Pandemie dem Kulturverein in die Hände gespielt und ihm zu einer Förderzusage von beachtlichen 37 074 Euro verholfen.

Verantwortlich für den willkommenen Zuschuss ist die „Initiative Musik“, die zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche für die deutsche Musikwirtschaft. Die Organisation mit der sperrigen Definition ihres Aufgabenbereichs hat ein spezielles Programm mit Namen „Neustart Kultur“ aufgelegt für 2021, für das sich der Jazzverein erfolgreich beworben hat, und zwar in der Rubrik „Musicclubs“.

Explizit geht es dabei um ein einmaliges Förderprogramm für kleinere und größere Musikbühnen, deren Live-Events überwiegend privat finanziert werden und „die einen unverzichtbaren Beitrag zum Musikerleben in Deutschland leisten (…)“. Mit Hilfe der staatlichen Gelder sollen die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Kulturbereich gemildert und der Neustart des kulturellen Lebens in Deutschland unterstützt werden.

Passt perfekt

Wie zugeschnitten auf uns, dachten sich die Vorstände des Vereins, denn der Teilbereich Musicclubs des Förderprogramms richtet sich konkret an die Betreiber von kleineren und mittleren Livemusik-Spielstätten, die durch die Pandemie und ihre Langzeitfolgen vom Aus bedroht sind. Ganz so dramatisch ist die Lage im Jazz- und Kulturverein allerdings nicht, denn durch die Auftrittsverbote mussten auch keine hohen Summen in Gagen und Infrastruktur investiert werden.

Die Vorstandsmitglieder (v.l.) Kassier Günther Merkel, erster Vorsitzender Helmuth Steinmetz und Programmmacher Olaf Forkel 2019 bei der Übergabe des Applaus-Preises in Berlin. Foto: privat2021/01/Burgthann-Jazzpreis-1.jpg

Doch die „Jazzer“ mit ihrem ersten Vorsitzenden Helmuth Steinmetz, dem Programmmacher Olaf Forkel und Kassier Günther Merkel würden die Finanzmittel gern an die gebeutelten Musiker weitergeben. Auch um denen wieder auf die Beine zu helfen, hat die Initiative Musik ihre Zuschussaktion aus der Taufe gehoben: „Das vorliegende Förderprogramm soll Livemusik-Spielstätten bei der Planung und Durchführung der Wiederaufnahme des Livemusikprogramms finanziell unterstützen.“

Das lässt sich sehr gut mit dem vereinseigenen Projekt für 2021 der Burgthanner vereinbaren, das sie „Kultur braucht Anerkennung“ nennen und das folgendes Ziel verfolgt: „Durch Covid 19 konnten im Jahr 2020 viele Musiker sehr geringe Einnahmen verbuchen. Unser gesamtes ehrenamtliches Engagement soll sowohl in materieller wie auch ideeller Art dieses Jahr ausschließlich zur Finanzierung von Veranstaltungen mit deren Nebenkosten verwendet werden.“ Nicht der große Reibach für die Vereinskasse steht im Vordergrund, kein überdimensionierter Ausbau von Equipment oder Spielstätte, sondern folgende Maßgabe: „Für das Jahr 2021 haben wir uns nur die nötigsten Anschaffungen vorgenommen. Wir werden die gesamten Einnahmen und Förderungen den Musikern zur Verfügung stellen.“


In trockenen Tüchern

Nun wurde der Fördervertrag von beiden Seiten unterschrieben, „das Projekt startet am 16. Januar, das Geld steht zur Verfügung“, freut sich Helmuth Steinmetz. An diesem Tag hätten die Gebrüder Wasserfuhr mit ihrem Programm „Relaxin‘ in Ireland“ den Auftakt für das 2021er Konzertjahr machen sollen, was aus bekannten Gründen nicht möglich ist.

Möglichst viel Programm umsetzen

Der Jazz- und Kulturverein kann nun bei Bedarf Teilsummen abrufen und muss sie in einem Zeitraum von sechs Wochen abrechnen. Aktuell versuchen die Vorsitzenden, möglichst viel des ausgefallenen 2020er Programms in 2021 umzusetzen. „Am liebsten würden wir alle für das vergangene Jahr gebuchten Musiker komplett für 2021 engagieren, auch für unser Highlight, das Jazz-Burgfest“, wünscht sich Steinmetz, wohl wissend, dass das Virus hier das letzte Wort haben wird. Eines steht jedenfalls fest: Sollte es nicht klappen, dann lag es nicht am guten Willen, nicht an den Musikern und auch nicht am Geld.

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