Für Familien

Fuchsau-Rundweg ist eröffnet

Diese Station heißt "5 Minuten Urlaub auf dem Bauernhof". | Foto: M. Ermer2021/06/IMG_170203x.jpg

KÜHNHOFEN – „Es ist faszinierend, wie aus einer Idee Wirklichkeit wird“, sagte Ute Scharrer 
bei der Eröffnung des neuen „Fuchsau-Rundwegs“. Ihn säumen ihre kleinen Füchse, die sie mit Beginn des Corona-Lockdowns gemalt hat.

In kürzester Zeit entstand – von der Planung bis zur Umsetzung in Eigenleistung – ein neuer Rundweg. Dieser hat zwei Startpunkte, einmal am Dorfplatz in Kühnhofen und bei der Gaststätte „Fuchsau“ – wobei die Organisatoren darauf hinweisen, dass dort die Parkplatzsituation deutlich besser ist und bitten, die Autos nach Möglichkeit dort abzustellen.

Auch der Name „Fuchsau-Rundweg“ könnte passender nicht sein. Zum einen wegen des Ortes, zum anderen aber vielmehr wegen der kleinen Füchse von Ute Scharrer. Mit diesen verbildlichte sie die Isolation einerseits und die Gemeinschaft im Fuchsbau andererseits, wie auf ihren Kanälen in den sozialen Medien zu sehen war. Damit habe sie die User begeistert, verrät Scharrer.

Nun sind die Füchse Teil eben dieser vier Kilometer langen Spazierrunde. Sie sind auf Stelen geschraubt und begrüßen an 14 Stationen zu unterschiedlichen Themen die Familien, die Hauptzielgruppe des Wegs sind. Auch die Themen seien aus der Situation im vergangenen Jahr entstanden – sie sollen Anregungen schaffen, etwas Schützenswertes für die wunderschöne Natur zu tun, so die Zeichnerin.

Lauschen und lernen

Denn wie könne man gerade Kinder animieren und eine Wanderung interessant machen? Beispielsweise mit der Aufgabe, Vogelstimmen zu erkennen, zu erfahren, warum ein Biber nie Zähne putzen muss, welche Amphibien im Weiher an der Fuchsau unterwegs sind und dem Zählen von Jahresringen eines abgesägten Baumstamms, überlegten sich die Macher im Vorfeld, wie sie bei der Eröffnung verrieten.

Wer mag, beobachtet die Gemeinschaft der kleinen Sechsbeiner an einem Ameisenhaufen, hilft am Kühnhofener Anger beim Kühe füttern oder sucht den zweiten Schuh des Hansgörgl-Riesen. Daneben bietet eine kleine Senke im am Weg angrenzenden Bach Abkühlung für müde Füße, das Umarmen von Bäumen lädt zur Entspannung ein und eine gebogene Eiche eignet sich perfekt für ein Erinnerungsbild. Außerdem gibt es eine Vesperstelle für die Pause zwischendurch. Genügend Zeit sollte außerdem an der Kugelbahn eingeplant werden, die für Klein und Groß größten Spaß bietet.

Bürger als Paten

Alle Stationen beziehen das Naturmaterial Holz mit ein und sind liebevoll gestaltet. Um den Erhalt kümmern sich ihre Paten, Familien aus dem Ort, die sich am Weg beteiligen. Ihnen galt auch der größte Dank von Marianne Heinl, Ute Scharrer und Bernd Walter.

Alleine hätten sie die Umsetzung nicht stemmen können, erhielten aber sofort großen Zuspruch und Unterstützung. So war neben den Kühnhofener Familien Häffner, Heinl, Buchholz, Scharrer, Seidel, Walter, Zeltner und Wolf die Stadt Hersbruck sofort ins Boot geholt worden, ebenso wie die Raiffeisenbank Hersbruck, Bund Naturschutz, Fränkischer Albverein, Salon Bruckner, Steuerkanzlei Langheinrich, „Max und Moritz“ Kindermode, „Anna und Maximilian“ Spielzeug, Gasthaus „Fuchsau“, „Die Kinderärzte“ Hersbruck sowie die Familien Puppa und Treuheit aus Hersbruck.

Die Holzskulpturen am Wegesrand wurden von Jonas Ibler aus Altensittenbach gesägt, und bei „Die Möbelmacher“ aus Unterkrumbach bekommt jeder, der ihnen ein Foto vom Aussichtspunkt an ihrer Station sendet, ein Brotzeitbrettchen. Dank Bruno Schmidt und seinem Team des „Tourismusvereins Nürnberger Land“ erhielt der Wanderflyer sein ansprechendes Design, illustriert von Ute Scharrer, mit kindgerechten Texten von Amelie und Ute Scharrer. Der Landkreis Nürnberger Land hat den neuen Weg außerdem in die Themen-Wanderrouten aufgenommen.

Einfach machen

Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg assoziierte das Dorf als einen der sieben Ortsteile schließlich bei seinen Dankesworten mit drei „Ks“ für Kühnhofen, Kunst und Kraft. Passend auch zum Waldtier Fuchs, dessen Auftrag es nun sei, Menschen in die Natur zu führen. Stärke und Kraft bewiesen habe die Kühnhofener Dorfgemeinschaft auf jeden Fall, ohne viel Bürokratie und in Eigenleistung in die Umsetzung zu gehen – was sie auch schon bei vorherigen Aktionen, etwa Dorffesten, -flohmarkt oder einem Wagen beim Hersbrucker Faschingszug immer wieder zeigte, lobte er.

Abschließend hoffte und wünschte Ilg der gesamten Route den nötigen Respekt, so dass viele Menschen möglichst lange in schöner und reizvoller Landschaft unterwegs sein können, und bedankte sich für die „echte Bereicherung für die Stadt“.

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