Open Air-Konzert

Es war „Summerzeit in Reichenschwand“

Die „Lorenz Blues Band“ mischte Können mit Witz und Kreativität. | Foto: M. Gniffke2020/07/P1000226-scaled.jpg

REICHENSCHWAND – Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Wenn Kirchweih-Feiern, wie man es bisher gekannt hat, in diesem Jahr nicht möglich ist, dann wird in Reichenschwand eben eine „Trotzdem-Kirwa“ gefeiert – mit einem stimmungs- und schwungvollem Konzert.

Im Teamwork wurde der Parkplatz vor dem Gemeindehaus zur Open-Air-Kulisse umgewandelt: die Kirwaboum bastelten die von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Bühne zusammen, die Kirchenvorsteherinnen und -vorsteher hatten Bänke mit Abstand in der Wiese für die Besucher platziert und weitere Ehrenamtliche managten die Tontechnik.

Die Sonne im Rücken, blauen Himmel und Kirchenareal vor sich – was für ein herrlicher Abend. Nur die „Corona-2020-Version eines Kirwabaums“ mit teils schwarzem Trauerflor erinnerte daran, dass es keine normale Kirwa ist.

Doch die Musik machte diese Gedanken schnell zunichte: „Heiner Weniger & die Lorenz Blues Band“. Die Gruppe hatte Reichenschwand bereits bei einem nachweihnachtlichen Konzert einmal begeistert. Und auch jetzt sollte das den Musikern wieder in Windeseile gelingen: Schon beim ersten Lied klatschten die vielen Besucher von Alt bis Jung mit.

Gstanzl und Reggae

Die Bandmitglieder waren aus „allen Himmelsrichtungen“ zusammengekommen, um hier in Reichenschwand den Sommer und die Kirchweih zu feiern, wie Heiner Weniger – der Vater der örtlichen Pfarrerin – anmerkte. Und so ging es launig, kreativ und unterhaltsam durch den Abend. Gleich mit dem ersten Lied „Der Summer is kummer, der Summer kann bleim“ wurde der Sommer schon mal auf gut Fränkisch zum Bleiben eingeladen. Blues und Reggae-Klänge, wie bei „Ka Kinner, ka Gschrei“ wechselten mit fränkischen Kirwa-Gstanzln, die für echtes Kirchweih-Feeling sorgten. Kaum einer saß mehr still und die Schar der Kirwaleute trug mit Jauchzern und Gurzen zur allgemeinen Freude bei.

Diese mischte sich aber auch mit nachdenklichen sowie sommerlich-relaxten Tönen. Ein Highlight: eine eigene Version von „Summertime“. Wer die Augen schloss, die wärmenden Sonnenstrahlen und den leichten Abendwind auf der Haut spürte und den melancholischen Klängen der Klarinette lauschte, der fühlte sich gleich in den Urlaub versetzt.

Kirwaleute singen auch

Richtig in Schwung kamen die vielen Zuhörer beim eigens kreierten Reichenschwand-Lied: Pfarrerin Lisa Weniger und ihr Mann Santtu drückten darin aus, wie wohl sie sich in „ihrem Ort“ fühlen. Neben diesem Stück kam auch ein Lied besonders gut an, das den aktuell erlebten „Nicht-Abstiegs-Thriller“ des Club in Worte fasste – und zwar zu den Klängen des bekannten Hits „Fürstenfeld“. Erst nach einigen Zugaben entließen die Zuhörer die Musiker. Die letzte Zugabe bildete eine Art Segenslied, ein „Bleibt behütet und kommt gut heim“ oder auf fränkisch: „Hopp, etz geht’er ham!“

Doch damit war der Abend noch immer nicht vorbei: Die Kirwaboum revanchierten sich im Anschluss mit mehreren Kirchweihliedern – der schöne Abschluss eines rundum gelungenen Sommerabends.

Die setzten die Paare auch tags darauf musikalisch fort. Statt die Reichenschwander beim Zug durchs Dorf mit einem Schluck Bier zu verwöhnen, boten die jungen Leute gegen eine kleine Spende eine weitere Kostprobe ihres Gesangs. Eine durch und durch musikalische Kirwa also.

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