Poetry Slam bei Feucht kann Kultur

Ein Streich in sieben Minuten

Passend gekleidet zu seinem Bier-Eröffnungstext: Moderator Michael Jakob. Er gratuliert dem Sieger Thomas Schmidt (links). | Foto: Dorothée Krätzer2019/05/Feucht-FKK-Poetry-Slam.jpg

FEUCHT. Ein Bier, das keinen Kater macht, sondern Kätzchen. Das immer und überall frisch schmeckt. Und das vor ungewollter Schwangerschaft schützt. Mit diesem Text eröffnete Moderator und Autor Michael Jakob den Poetry Slam im Zeidlerschloss.

Tiefgang und Unterhaltung

Anschließend traten die Slammer gegeneinander an. Vor vollbesetzen Reihen trugen die Poeten ihre Prosa und Lyrik vor.

Sieben Minuten als Zeitlimit blieben jedem, um seinen selbst verfassten Text so zu erzählen, dass er überzeugt und trifft. Sieben Minuten für ein Thema, das zudem Anspruch und Tiefgang haben soll. Und unterhält. Bei solchen Vorgaben ging’s dann auch rasant von Thema zu Thema.

Beispielsweise folgte auf die Geschichte vom abenteuerlich-amüsanten Ausbüchsen eines junggebliebenen 91-Jährigen aus der Übergangspflege der nachdenkliche „Brief an mein 30-jähriges Ich“.

Packendes Dreierfinale

Da die sechs Teilnehmer immer paarweise gegeneinander antraten, standen nach nur einer Runde bereist die Finalisten fest. Im packenden Dreierfinale schwankte der Bewertungsbeifall nur in Nuancen. Alle drei Texte hätten das Zeug zum Gewinner gehabt und Jakob musste die Entscheidung mit einem Drei-Sekunden-Stick-Applaus suchen.

Es setzte sich schließlich Thomas Schmidt aus Schwabach durch, der Frankenmeister von 2016. „Lost in Translation“ lautete die Überschrift seines Gewinnertextes, der sich um Sprachen als Tor zur Welt, über Sprachirrungen und -verbindungen drehte.

Viel Beifall gab’s für alle sechs Teilnehmer und Moderator Jakob, für engagierte Vorträge, kreative und tiefgehende Inhalte sowie beeindruckend formulierte und vorgetragene Gedanken.

N-Land Dorothée Krätzer
Dorothée Krätzer