Das SoundOrchester Burgthann feierte sein 15-jähriges Bestehen

Eddies Traum: Fallender Vorhang zu Beginn

Riesiger Schlussapplaus am Ende des großartigen Jubiläumskonzerts – in der Mitte SOB-Leiter Eddie Feil, umringt vom SoundOrchester – vorne die Gäste, die beiden Streichensembles Viva Corda und Neues Burgthanner Streichensemble, unter der Leitung von Bernd Fellmann.2013/11/sob2_New_1385043901.jpg

BURGTHANN — „Am Anfang war nichts“, erklang eine Stimme im Dunkeln und erhöhte damit noch etwas die Spannung, die zum Beginn der Veranstaltung sowieso schon in der ausverkauften „Sportarena“ herrschte. Schnell folgte die Auflösung: ein amüsanter, bildreicher Rückblick auf 15 Jahre SoundOrchester Burgthann (SOB), die kleinen Anfänge mit Proben im Wohnzimmer, erste Konzerte und natürlich die Höhepunkte mit Auftritten im Bayerischen Fernsehen, der Nürnberger Meistersingerhalle und in Rumänien und Spanien.

An den zwei Veranstaltungsabenden stand das anschließende Konzert mit Show und „Geburtstagsgästen“ unter dem Motto „15 Jahre Sound“ ganz im Zeichen dieses kleinen Jubiläums. In bewährter Art, amüsant und kurzweilig, führte wieder Sven Kurde durch das Programm, diesmal mit seiner Schwester Alina als altes Burgthanner Ehepaar.

Zum 15-Jährigen unter Schirmherrschaft von Burgthanns Bürgermeister Heinz Meyer sollte es schon etwas Besonderes sein und SOB-Leiter und Initiator Erhard „Eddie“ Feil übertraf sich mal wieder selbst. Von Jahr zu Jahr gewinnen die Motto-Show-Konzerte an Qualität und Klasse, obwohl man jedesmal denkt, das letztjährige lasse sich nicht mehr übertrumpfen.

Er lasse es zur Feier krachen, hatte Feil letztes Jahr angekündigt, doch von einem pyrotechnischen Feuerwerk zeigte sich die Gemeinde nicht begeistert.

Dass es trotzdem richtig krachte, die Funken flogen, es in der Luft knisterte und sich bei dem einen oder anderen Besucher sogar Gänsehaut zeigte, das schaffte das SOB allein mit seiner mitreißenden Musik.

Diesmal schob sich als Auftakt ganz langsam der Raumteiler der Halle nach oben – nur um den Blick auf einen dahinterliegenden schwarzen Vorhang freizugeben.

Von leichtem Donnergrollen begleitet durchzuckten Blitze den schwarzen Stoff. Von einem Moment auf den anderen löste sich dieser von der Decke und rauschte effektvoll nach unten. Das Szenenbild dahinter: ein ganz in weißes Blitzlichtgewitter und Nebel getauchtes SOB, davor zwei Schlagzeuge auf sich gegenüberliegenden Minibühnen, die mit ihrem Spiel – mal sich abwechselnd, mal gemeinsam – für einen furiosen Auftakt sorgten.

Fast wie eine Herausforderung an die Bläser klang das, die sich mit großem Temperament, Tempo und Power in ihr Programm stürzten. „It’s My Life“, „The Best Years of My Life“ (Summer of 69), „Rockin‘ All Over The World“ – die Titel des ersten Medleys sprachen für sich und treffen wohl auch etwas auf Feil und sein Orchester zu.

Wer wie sie in Burgthann so mit- und hinreißend aufspielt, der muss ein großes Maß an Liebe, Leidenschaft und Begeisterung mitbringen, dazu jede Menge Geduld und Beharrlichkeit sowie Können. Ob „The final Countdown“, ob „Vida loca“, ob „That’s The Way (I like it)“ – abwechslungsreicher und vielseitiger mit unterschiedlichen Solisten, klasse Bandsound und wunderbaren Arrangements geht’s kaum.

Absolut professionell, was die rund 70 Hobbymusiker und -musikerinnen allen Alters hören ließen, souverän, sicher, harmonisch und dynamisch bestens abgestimmt.

Wie ein Musikstück braucht ein Konzert eine gewisse Dynamik. Als Special Guests steigerten in der zweiten Hälfte die beiden Streichensembles von Bernd Fellmann, Viva Corda und Neues Burgthanner Streichensemble (NOB), noch den Klang. Was wäre das James Bond „Goldfinger“-Thema ohne Streicher oder das „For Your Eyes Only“, „Live and Let Die“ aus anderen Bond-Filmen? Mit Filmausschnitten szenisch unterstützt, standen hier die großartigen Melodien bekannter Filme im Mittelpunkt, von den Piraten der Karibik mit ihrem Kampfgetümmel bis zu den glorreichen Sieben, einer heroischen Westernmusik mit viel Pferdegetrappel.

Bei so viel ansteckender Musik durfte das Musikfest natürlich nach dem letzten offiziellen Stück „Candy“ (Robbie Williams) nicht enden. Erst nach zwei Zugaben gab sich das begeisterte Publikum zufrieden. Bis zum Wiederhören, spätestens bei der nächsten Motto-Show.

Dorothée Krätzer

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