Bauer sucht Frau

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SCHÖNBERG. Die Theatergruppe des Dorfvereins Schönberg bringt mit dem Bauerntheater „Brautschau im Irrenhaus“ einen echten Publikumsmagnet auf die Bühne des Gasthauses Rotes Ross.

„Kaum red‘ ma vom Vulkan, bricht er auch scho‘ aus!“, so kündigt der Huberbauer seinen Faulpelz von Sohn an. Dem Bauer, gespielt von Gerhard Gundel, reicht es nämlich: Xaver lungert immer noch auf dem Hof herum, statt sich einen Kopf um Frauen zu machen. Gundel verleiht seinem Charakter eine liebevoller Strenge. Mit seinen kleinen Wehwehchen wie ständiger Müdigkeit oder einem „Hüngerchen“, erscheint er harmloser, als er sich gibt.

Mit seinem Plan versucht er zu verhindern, dass Xaver seiner Frau und ihm ewig auf der Tasche liegen. Deshalb schalten der Knecht Hans und sein Chef eine Heiratsanzeige an heiratswillige junge Damen, die den Jungbauern tatkräftig auf dem Hof unterstützen sollen. An diesem Punkt hat auch die Pegnitz Zeitung ihren kleinen Auftritt, denn dort möchte der Hofherr seine Anzeige schalten. Aber es kommt anders: „Der Bauer sucht a Frau“, ist die Aussage, die der Sohn und dessen Weggefährte Josef verstehen.

Eine Reihe von weiteren Verwechslungen führt dazu, dass am Ende nicht nur der Haussegen auf dem Bauernhof schief hängt, sondern auch die Polizei ins Spiel kommt. Marco Gößwein überzeugt als träger Junggeselle, vor allem seine authentische Mimik fällt auf.

Ihm nimmt man es leicht ab, dass er seinen Kumpel Josef spontan als „Bleidel“ bezeichnet. Valentin Reisser, der den Kumpel des Sohns spielt, meistert zwei Rollen gleichzeitig. Er verwandelt sich im Laufe des Spiels von Josef zu Josefina. Durch diese Täuschung wollen die beiden jungen Männer herausfinden, was es mit der Anzeige des Bauern auf sich hat. Natürlich schafft der Kumpel in Frauenkleidern nur noch mehr Verwirrung.


Das Stück wird somit zur klassischen Verwechslungskomödie. Man merkt den Darstellern an, wie viel Spaß sie selbst an ihrer Aufführung haben. Zwischendrin kann sich vor allem die Hauptfigur Gößwein ein Schmunzeln über den eigenen Witz nicht verkneifen.


Die Laienschauspieler versprechen sich nur selten und beweisen Talent. Kleinere Textpatzer fallen nicht weiter auf. Im Gegenteil: sie passen gut zu dem tollpatschigen Erscheinen der Protagonisten.


Am Ende der Geschichte steht schließlich ein Happy End für die gesamte Familie und es scheint so, als ob der Plan der Huberbauers aufgegangen ist.
Die Komödie wird trotz der dreistündigen Vorführung nicht langweilig und bringt das Publikum in jeden erdenklichen Zustand der Anteilnahme. Von einem erstaunten „Ohh“ bis hin zum hemmungslosen Kichern und Juchzen ist alles dabei.


Durch die Scherze auf fränkisch können sich die Schönberger noch besser mit den Situationen im Stück verbinden. Deftige Beleidigungen wie „Hundskrüppel“ kommen durchaus gut an. Während der zwei Pausen ist für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt, sie werden mit Getränken und fränkischen Bratwürsten verwöhnt.

N-Land Julia Ahlfeld
Julia Ahlfeld