Geschenkideen

Sagenhafte Weihnachtsgäste aus aller Welt

Mit dem feierlichen Prolog eröffnet das Nürnberger Christkind auf der Empore der Frauenkirche offiziell den Nürnberger Christkindlesmarkt. Foto: Daniel Karmann/dpa
Mit dem feierlichen Prolog eröffnet das Nürnberger Christkind auf der Empore der Frauenkirche offiziell den Nürnberger Christkindlesmarkt. Foto: Daniel Karmann/dpa2025/12/A_HHZ615771LOW-2.jpg

Ob gütig oder frech, Schweinchen oder Troll: So verschieden wie die Weihnachtsbräuche sind auch die Figuren und Wesen, die weltweit mit dem Fest verknüpft werden. Manche bringen Geschenke, andere treiben einfach nur Unsinn. Sagenhafte Besucher gehören für Menschen auf der ganzen Welt zum Zauber der Adventszeit dazu. Welche Gäste wo erwartet werden.

Weihnachtsvielfalt in Hersbruck: Rauenbusch, Max & Moritz, Langguth

Ziegenbock aus Stroh

Der Julbock ist eine Art Ziegenbock. In den skandinavischen Ländern brachte er früher die Geschenke, bevor der Weihnachtsmann ihm diese Aufgabe abnahm. Heute sind Weihnachtsböcke aus Stroh beliebte Dekorationen.

Zwei Nikoläuse

Diesen Heiligen kennt jedes Kind. Die Figur des Sankt Nikolaus geht wahrscheinlich auf zwei großherzige Männer zurück, die Nikolaus hießen. Am bekanntesten war wohl Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert Bischof in der heutigen Türkei war. Er starb angeblich am 6. Dezember. In vielen Ländern bringt Nikolaus deshalb in der Nacht zum 6. Dezember heimlich Gaben. Dazu werden Schuhe, Strümpfe oder Teller bereitgestellt.

Kunstprodukt Weihnachtsmann

Er sieht ein wenig aus wie der Nikolaus, kommt aber an einem anderen Tag: Der bärtige Weihnachtsmann fährt Heiligabend auf einem Schlitten von Haus zu Haus. Er entstand im Zuge der Reformation, um den Brauch des Schenkens vom Nikolaustag auf das Weihnachtsfest zu übertragen. Sein heutiges Aussehen wurde auch von Coca-Cola-Werbekampagnen aus den frühen 1930er Jahren geprägt.

Weihnachtsvielfalt in Hersbruck: Wiedmann, Metzgerei Loos, Monza Hersbruck

Grobschlächtige Weihnachtstrolle

Gleich 13 Weihnachtsgesellen verbreiten in Island ihr Chaos. Die Jólasveinar haben wenig mit dem freundlichen Santa Claus gemein. Zu ihnen gehören zum Beispiel Pottaskefi ll (der Topfschaber) und Bjúgnakraekir (der Wurststibitzer) – was das für die Weihnachtszeit bedeutet, lässt sich erahnen. Ihre schlechten Manieren haben sie von ihrer Mutter Grýla, einer grimmigen Trollfrau.

Italienische Weihnachtshexe

Die Hexe Befana belohnt in Italien brave Kinder mit Geschenken, Unartige bekommen nur Kohle. Sie ist aber nicht an Heiligabend, sondern in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar mit ihrem Besen unterwegs.

Knecht mit Rute

Im 16. Jahrhundert erhielt der Nikolaus einen Begleiter. Doch während der Heilige brave Kinder beschenken darf, muss Knecht Ruprecht Unartige mit seiner Rute bestrafen. Deshalb ist er deutlich weniger beliebt als sein Arbeitgeber.

Gehörnter Krampus

Der österreichische Bruder von Knecht Ruprecht kommt noch einmal furchteinflößender daher. Auch in Bayern ist Krampus aktiv. Das teufelsähnliche Wesen zieht am Abend des 5. Dezember durch die Städte und erschreckt die Menschen mit seinen Hörnern und spitzen Zähnen.

Geschenke gegen Grütze

Wer sich vom skandinavischen Weihnachtswichtel Geschenke erhofft, darf nicht vergessen, einen Teller süße Grütze vor die Tür zu stellen. Der kleine Wicht mit dem langen weißen Bart heißt in Schweden Tomte, in Finnland Tonttu. In Dänemark und Norwegen kennt man ihn als Nisse.

Großzügige Könige

In Deutschland spielen sie eine untergeordnete Rolle – in Spanien und Teilen Lateinamerikas überbringen sie die Geschenke: Am 6. Januar sind die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar unterwegs. Anders als das Jesuskind müssen die Beschenkten heute eher nicht mehr damit rechnen, dass Weihrauch oder Myrrhe überreicht werden.

Wunschzettel ans Christkind

Angeblich war es der Reformator Martin Luther selbst, der als Gegner der Heiligenverehrung das Christkind eingeführt hat. Trotzdem sind es heute überwiegend Kinder in katholischen Regionen, die ihre Wunschzettel ans Christkind adressieren. In protestantischen Gemeinden schrieben viele an den Weihnachtsmann.

Sinterklaas reist übers Meer

Als Sinterklaas ist der heilige Nikolaus in den Niederlanden und Teilen Belgiens bekannt. Der Legende nach reist er Mitte November mit dem Schiff aus Spanien an und reitet dann auf einem Schimmel über die Dächer. Am 5. Dezember bringt er Geschenke.

Königin der Lichter

Die weiß gekleidete Lucia-Königin erscheint am 13. Dezember mit einem Lichtkranz aus brennenden Kerzen auf dem Kopf. Der Lucia-Tag wird vor allem in Skandinavien gefeiert. Ihr Licht soll böse Geister vertreiben.

Väterchen Frost

Djed Moros (Väterchen Frost) kommt seit dem 19. Jahrhundert in russischen Märchen vor. Eigentlich war er eine Winterfigur – in der Sowjetunion wurde er dann zum Ersatz für den westlichen Gabenbringer. Um Vergleiche mit dem Weihnachtsmann zu vermeiden, musste Väterchen Frost einen blauen Mantel tragen. Heute ist er freier in der Auswahl seiner Gewänder.

Enkelin Schneeflocke

Bei der Arbeit wird Väterchen Frost von seiner Enkelin begleitet. Ihr Name Snegurotschka bedeutet Schneemädchen oder Schneeflöckchen.

Glücksschwein nach Fasten

In Tschechien wird an Heiligabend bis zum Sonnenuntergang gefastet. Damit die Kinder das durchhalten, erzählen Eltern ihnen diese Sage: Wenn man den ganzen Tag wirklich nichts gegessen hat, soll man ein goldenes Schweinchen (zlaté prasátko) sehen können. Das soll Glück bringen.

Freundliche Elfen

Die estnischen Päkapikud sind kleine Weihnachtselfen und unterstützen den Weihnachtsmann bei seiner Arbeit. Sie gelten als gute Geister und bringen den Kindern in der Adventszeit Geschenke – natürlich nur kleine Gaben, die sie auch tragen können. Die füllen sie in Pantoffeln, die die Kinder vorher aufs Fensterbrett gestellt haben.

Optimistischer Köhler

Der Köhler Olentzero symbolisiert in der baskischen Tradition die Wintersonnenwende. Jeden Winter steigt er vom Berg herab, um die Ankunft besserer Tage anzukündigen und Kohle an die Dorfbewohner zu verteilen. Obwohl er keine Geschenke im materiellen Sinn bringt, bezeichnen manche ihn auch als baskischen Weihnachtsmann.

Lächelnder Holzklotz

In Katalonien bringt ein Holzklotz Geschenke. Der Tió de Nadal (Weihnachtsklotz) wird traditionell nach Mariä Empfängnis am 8. Dezember herausgeholt. Von den Kindern der Familie wird er jeden Tag gefüttert und zugedeckt. An Heiligabend schlagen die Kinder dann mit Stöcken auf das Holz und singen „Caga tió“ (Kacke, Klotz). So bringen sie ihn dazu, Süßigkeiten und kleine Geschenke „zu kacken“.

Jagd auf den Zaunkönig

Große Jagd auf einen kleinen Singvogel: Am 26. Dezember wird in Irland der Wren‘s Day (Zaunkönigstag, auf Irisch Lá an Dreoilín) begangen. Früher wurden dabei wohl tatsächlich Zaunkönige gejagt. Heute verkleiden sich die Wren Boys (Zaunkönig-Jungen) mit Stroh, Masken und Hüten, ziehen durch die Dörfer und sammeln Spenden. Echte Vögel kommen nicht mehr zu Schaden.

Pelziger Weihnachtshasser

Dieser grüne Kerl ist überhaupt kein Fan von Weihnachten. Trotzdem gehört der Grinch für viele Familien zu den Feiertagen dazu. Der Kinderbuchautor Dr. Seuss erfand die Figur für sein Buch „How the Grinch Stole Christmas!“ (Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat, 1957). Heute flimmert der Grinch an Weihnachten meist in der Verfilmung mit Jim Carrey (2000) über die Bildschirme. dpa

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