SCHWARZENBRUCK – In der Senioreneinrichtung Faberschloß der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Schwarzenbruck wurde die Essensversorgung in den vergangenen Monaten neu organisiert. Mit einer digitalen Essensbestellung per Tablet-System soll nach Angaben der AWO mehr Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner entstehen, der Aufwand bei der Essensverteilung sinken und weniger Lebensmittel im Müll landen.
Bislang wurden die Essenswünsche auf Papier notiert, künftig werden sie direkt bei den Bewohnern per iPad aufgenommen. Zum Einsatz kommt eine Software namens Easy Order. Neben dem gewünschten Essen lassen sich darin auch persönliche Vorlieben, Allergien und besondere Zubereitungswünsche hinterlegen. Diese Informationen stehen der Küche danach direkt zur Verfügung – Papierlisten und das mehrfache Übertragen von Bestellungen entfallen.
Der größte Effekt der Umstellung zeigt sich nach Angaben der Einrichtung in den Wohnbereichen. Bislang wurden Frühstück und Abendessen dort vorbereitet, portioniert und verteilt – dafür waren häufig zwei Mitarbeitende zwischen einer und eineinhalb Stunden pro Station gebunden. Inzwischen werden die Mahlzeiten zentral in der Küche anhand der digitalen Bestellungen zusammengestellt und auf persönlichen Tabletts vorbereitet. Der Aufwand für die Verteilung auf den Stationen reduziere sich dadurch auf etwa 30 Minuten. Die gewonnene Zeit könne unmittelbar für die Pflege genutzt werden, teilt die AWO mit: Pflegekräfte könnten sich stärker auf pflegerische Aufgaben, die Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und die persönliche Betreuung konzentrieren.
Allergien gespeichert
Auch die Versorgung werde individueller. Jedes Tablett werde entsprechend der Bestellung des jeweiligen Bewohners zusammengestellt. Hinterlegte Informationen zu Allergien, persönlichen Vorlieben oder besonderen Zubereitungsformen könnten bereits bei der Vorbereitung berücksichtigt werden. Dadurch soll die Sicherheit bei der Essensversorgung erhöht und Fehler bei der Zusammenstellung vermieden werden. Zugleich sei die Ausgabe weniger davon abhängig, dass alle Mitarbeitenden auf dem jeweiligen Wohnbereich alle persönlichen Essensgewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner kennen.
Auch ökologisch zeigt die Umstellung nach Angaben der AWO bereits Wirkung. Weil genauer bestellt und portioniert werden könne, blieben weniger Lebensmittel übrig. Im Faberschloß sei die Menge des anfallenden Nassmülls bereits so deutlich zurückgegangen, dass eine Abfalltonne abbestellt werden konnte.
Auch der Verpackungsmüll werde massiv reduziert: Kleine Einzelverpackungen, etwa für Butter, Margarine oder Marmelade, würden weitgehend vermieden. Stattdessen portioniere die Küche die benötigte Menge direkt aus größeren Gebinden für die einzelnen Bewohner, direkt zusammengeschnitten auf den Bedarf.
Einführung in weiteren Einrichtungen
Die AWO wertet das Projekt als Beispiel dafür, dass Digitalisierung im Pflegealltag einen konkreten Nutzen bringen kann: Weniger Organisationsaufwand bei der Essensversorgung schaffe mehr Zeit für die eigentliche Pflege und persönliche Betreuung. Nach den positiven Erfahrungen im Faberschloß soll die Tablettierung nach Angaben des Verbands schrittweise auch in den weiteren Senioreneinrichtungen des AWO-Kreisverbands Nürnberger Land eingeführt werden.
