Krachende Lanzen am 16./17. April

Großes Ritterturnier auf Schloss Henfenfeld

Auch Balsaholz kann ganz schön weh tun: Ein großes Ritterturnier ist sicher der Höhepunkt des Mittelalterwochenendes auf Schloss Henfenfeld am 16. und 17. April. Foto: privat2016/04/7102458.jpg

HENFENFELD – Es soll ein Eintauchen in eine völlig andere Welt werden. Wer am nächsten Wochenende das Tor zum Schloss Henfenfeld passiert, gelangt mit wenigen Schritten ins 15. Jahrhundert, landet auf einem mittelalterlichen Marktplatz und ist plötzlich umgeben von abenteuerlich gewandeten Gestalten. Und findet sich mitten in einem „echten“ Ritterturnier wieder.

Ob Ritter in prunkvoller Rüstung, Gaukler in grellbunten Kleidern, Mönche mit schwarzen Kutten, langhaarige Musiker mit Dudelsäcken oder die stolze Burgfrau im güldenen Brokatkleid – am Samstag, 16. April, und Sonntag, 17. April, sehen sich Besucher auf einmal über 100 Mitwirkenden und rund 60 Ständen und Zelten aus einer anderen Zeit gegenüber.

Lange Stechbahn
Das Gelände rings um das Patrizierschloss wird zum Schauplatz eines Ritterturniers. „Die Fläche ist dafür bestens geeignet“ erklärt Henri Bibow, der Chef der Veranstaltungsagentur „Sündenfrei“, die das Ereignis vorbereitet. „Der Park erlaubt es uns, große Lager aufzuschlagen und die Ritter können auf einer langen Stechbahn reiten und so ihr ganzes Können zeigen.“

Ritter Andreas von Adelsdorf, alias Andreas Teupert, ist Chef der reitenden Stuntmen-Crew Arturius. Der Adelsdorfer zeigt sich begeistert. „Endlich werden wir auch in unserer fränkischen Heimat mal eine Show zeigen.“ Zudem könne man hier die Pferde im vollen Galopp reiten, was für die Zuschauer besonders eindrucksvoll sei. „Der Turnierplatz ist groß genug, damit jeder gut sehen kann, wenn die Lanzen krachen.“

Anders als bei den Turnieren unserer Vorfahren seien diese „langen Lanzen“, die im Tjost zu Henfenfeld gebrochen werden, aus weichem Balsaholz. „Das Material splittert zwar leicht“, erklärt Ritter Andreas, „aber dennoch kann es schnell zu Verletzungen kommen. Die angerittene Geschwindigkeit beträgt mehr als 30 Stundenkilometer und wenn dann die Lanze das Schild oder den Brustharnisch des Reiters gegenüber verfehlt, gibt es blaue Flecken und manchmal auch Prellungen. Zwar sind Ritter im 21. Jahrhundert besser geschützt, aber ein Restrisiko bleibt dennoch.“ Ritterliche Turniere finden am Samstag und Sonntag jeweils um 13.30 und 16.30 Uhr statt.

Die Wettkämpfe zu Pferd werden umrahmt von einem mittelalterlichen Markt mit Musik- und Gaukelei-Programm, Handwerk und Krämerständen. So gibt es ganztägig in loser Folge Auftritte der Mittelalter-Band „Feuerdorn“ mit Sackpfeifen, Fidel und großen Trommeln. Meistergaukler Lupus wird seine feurigen Shows präsentieren und in gewohnter und unübertroffener Art und Weise seine frechen Sprüche dazu klopfen. Im Burghof zeigt ein Puppentheater Märchenstücke für kleine Gäste und Burgherrin Denette de Winter führt die Besucher durch die altehrwürdigen Gemäuer.

Der mittelalterliche Markt mit den Ritterturnieren ist Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet neun Euro (Kinder fünf Euro). Historisch gewandete Besucher zahlen zwei Euro weniger. Für Kinder im Vorschulalter ist der Eintritt frei, Familien oder Alleinerziehende zahlen nur für das erste Kind.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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