Corona-Krise

Stille Protestaktion der Gastronomen

So sieht das Plakatmotiv der Dehoga-Kampagne aus. | Foto: Dehoga Bayern2021/02/Gastroaktion.jpeg

NÜRNBERGER LAND (jg) – Während das bayerische Kabinett über vorsichtige Lockerungen berät, bleibt die Hotel- und Gastronomiebranche weitestgehend unberücksichtigt. Daher plant der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am 1. März in vielen Kommunen die Kampagne „Öffnungsperspektive mit Sicherheit und Lebensfreude“.

In diesem Rahmen soll die Aktion „Gedeckter Tisch & gemachtes Bett“ Aufmerksamkeit auf die Belange und Probleme der Hotel- und Gaststättenbesitzer lenken. „Die beschlossenen Lockerungen berücksichtigen unser Gewerbe nicht, obwohl wir deutlich weniger direkten Kundenkontakt haben als beispielsweise Friseure“, erklärt Peter Bauer, Kreisvorsitzender der Dehoga und Betreiber des Café Bauer in Hersbruck. Immerhin habe es in der Branche keine nennenswerten Fälle gegeben und die Kontaktnachverfolgung sei zuverlässig.

Bei der Aktion handele es sich eher um einen stillen Protest als um eine Demonstration. „So zeigen wir auch, dass wir die Hygienekonzepte einhalten.“ Für die Gastronomie und die Hotellerie stehe viel auf dem Spiel. „Von Seiten der Dehoga Bayern sind etwa 40 000 Betriebe mit vielen Mitarbeitern und Lehrlingen betroffen“, so Bauer. Seit den Schließungen sei viel Fachpersonal in andere Berufe abgewandert.

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An die Politik

Ziel der Kampagne sei es, ein realistisches Öffnungsszenario von Seiten der Politik zu erwirken. Bis jetzt habe man keine Planungsperspektive und „die Luft wird immer dünner“. Die Gesetze seien nicht mehr gerechtfertigt. Adressaten der Kampagne sind daher die Politiker, weniger die Passanten.

Am Montag, 1. März, werden in Hersbruck, Lauf und voraussichtlich in Altdorf/Burgthann zwischen 10 und 14 Uhr gedeckte Tische und gemachte Betten aufgestellt. Zeitgleich werde jeder Unterstützer dazu aufgerufen, das Plakatmotiv dieser Initiative in den Fenstern aufzuhängen.

„Im Landkreis beteiligen sich etwa 15 Betriebe und die Tische und Betten werden direkt vor den Häusern aufgestellt“, erklärt Bauer. Geplant sei in Hersbruck die Fußgängerzone zwischen dem Café Bauer und der Pizzeria Francesco zu nutzen. In Lauf finde die Aktion am Marktplatz im Beisein von Landrat und anderen Politikern statt. „Ich hoffe, dass es etwas bringt und wir gesehen werden!“

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