Keine Streiks in den Kindergärten

Hier wird störungsfrei weiter gespielt

HERSBRUCKER SCHWEIZ (doh/ap) – Schon die ganze Woche geistert das Wort „Kindergarten-Streik“ durch die Medien. In Lauf werden die kommenden 14 Tage über 800 Kinder ohne Erzieherinnen sein. Dort streiken sie für eine bessere Entlohnung, was die Gewerkschaft Verdi fordert. Droht auch der Hersbrucker Schweiz ein ähnliches Szenario? Nein, hier dürfen die Jungs und Mädchen weiter mit ihren Betreuerinnen munter spielen.

„In den städtischen Kindergärten und -krippen wird nicht gestreikt“, sagt Birgit Meister, stellvertretende Leiterin der Hersbrucker Stadtverwaltung. Also dürfen in den kommenden zwei Wochen die Kleinen auch in der Kita Altensittenbach, der Kneipp-Kita „Altstadtzwerge“, der Kita „HEB-i-Kids“ in der Raiffeisenstraße und der Kinderkrippe Ostbahn so wie immer ihre Spiel- und Spaßstunden außerhalb der eigenen vier Wände verbringen.

Auch der Kindergarten „HaWei“ sowie die kirchlichen Einrichtungen Haus für Kinder „Arche Lichtenstein“ und der Kindergarten „Im Gehrestal“ in Pommelsbrunn haben wie gewohnt geöffnet.

„Wir hatten nicht eine Anfrage von besorgten Eltern“, sagt Margit Keilholz, die Leitern der Kita „Grashüpfer“ in Kirchensittenbach. Ein Streik war bei den Mitarbeitern im einzigen gemeindlichen Kindergarten keine Diskussion. „Wir sind nicht bei Verdi organisiert und man fragt sich in Sachen Lohnfortzahlung schon, ob man es sich leisten kann, 14 Tage dicht zu machen“, erklärt sie, während im Hintergrund die Jungs und Mädchen lautstark toben und spielen.

Viel eher als für die aktuelle Forderung der Gewerkschaft würde sie für einen besseren Stundenschlüssel und mehr Personal für die steigende Kinderzahl auf die Straße gehen. Daher werden die Kleinen auch in den kommenden Tagen von Keilholz und ihrem Team betreut. „Wenn wir nichts sagen zu den Eltern, dann wissen die, dass wir da sind!“ Anders in Reichenschwand: Hier wird zwar ebenfalls nicht gestreikt, aber einige Eltern hatten vorsichtshalber doch angerufen und sich bei den Mitarbeiterinnen erkundigt, ob ihr Schützling kommen kann.

Ganz normal läuft der Betrieb in den kirchlichen Einrichtungen in Henfenfeld, Engelthal und Neuhaus. Auch die evangelischen Kindergärten und -krippen in Happurg, See und Förrenbach haben geöffnet. „Wir hatten diese Woche zwar Kontakt, aber gesagt hat niemand etwas“, erzählt Veldens Bürgermeister Herbert Seitz. So werden in der Verwaltungsgemeinschaft Velden, Hartenstein, Vorra die Jungen und Mädchen wie gewohnt betreut. Für die Eltern war der Streik kein Thema. „Nur der Essensfahrer hat gefragt, ob wir die Arbeit niederlegen“, lacht Gudrun Fischer, Leiterin der Schulkindergruppe im Kindergarten Velden.

„Wir streiken nur deshalb nicht, weil keiner in der Gewerkschaft ist“, sagt die Leiterin des Kindergartens Hartenstein, Sabine Lindner. „Ich finde es aber gut, der Streik ist schon lange überfällig.“ Wenn, dann müssten aber alle geschlossen die Arbeit niederlegen, weil es sonst nichts bringen würde.

Im kommunalen Kindergarten in Offenhausen dagegen darf weiter gemalt und getollt werden: „Ich persönlich halte nichts von dem Streik“, sagt Leiterin Sonngard Wudy Kühnhackl ganz offen, „denn 14 Tage sind echt heftig“. Vor allem weil es die ausbaden müssen, die nichts dafür können: die Eltern und Kinder.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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