2,2 Mio. Euro Kanalbaukosten

Zisternen für jedes Grundstück

Die Länge der Kanäle für Schmutz- und Regenwasser erstreckt sich im Gebiet Bayernstraße über 3,2 Kilometer. | Foto: Alex Blinten2021/08/Zisternen.jpg

EZELSDORF – Im Baugebiet Bayernstraße in Ezelsdorf wird Regen- und Schmutzwasser getrennt abgeleitet. 
Der Abfluss wird über Speicher reguliert und über ein Rückhaltebecken gedrosselt.

Auf die Vorsorge kommt es an: Die verheerenden Unwetter in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz haben gezeigt, wie wichtig es ist, Wasser bei Starkregen so zu regulieren, dass sich kleinere Bäche, die sogenannten Vorfluter, nicht in reißende Flüsse verwandeln. Im über sieben Hektar großen Baugebiet Bayernstraße in Ezelsdorf setzt der Kanalzweckverband Schwarzachtal (KZV) auf eine Zisternenlösung in Kombination mit einem Regenrückhaltebecken. Auf jedem Baugrundstück ist zwingend eine Zisterne vorgeschrieben, ein Schritt, den viele andere Kommunen für ihre neuen Wohnbau- und Gewerbegebiete ebenfalls gehen.

Für die Gartenbewässerung

Das Regenwasser wird in den Zisternen auf den Einzelgrundstücken jeweils dezentral gesammelt und zurückgehalten, bevor es zeitversetzt abgeleitet wird. „Folglich kann ein Teil des anfallenden Regenwassers dort, wo es anfällt, zum Beispiel für die Gartenbewässerung genutzt werden“, sagt KZV-Geschäftsführer Horst Wagner. Eine ökologisch sinnvolle Lösung also für ein Baugebiet, in dem Regen- und Schmutzwasser getrennt abgeleitet werden. Im Baugebiet sind die Größen der Zisternen individuell auf die Grundstücksgrößen angepasst. Kleinere Grundstücke haben kleinere Rückhalteeinrichtungen, größere Grundstücke haben entsprechend größere Zisternen.

Die Speicher auf den Grundstücken haben zwei Füllbereiche. Der erste Teil ist mit Regenwasser dauergefüllt und kann für Brauch- und Gartenwasser genutzt werden. Der zweite Teil wird bei Starkregen bis zum Überlauf gefüllt und läuft über eine Schwimmerregelung gedrosselt nach Abklingen des Regens wieder ab. Dieses Wasser sowie anfallendes Straßenwasser wird über einen Regenwasserkanal gesammelt und in ein Regenrückhaltebecken mit 365 Kubikmetern Füllvolumen geführt. Von dort wird der Abfluss in den Ezelsdorfer Saugraben abgeleitet. Durch die gedrosselte Einleitung in das Gewässer sollen Ausspülungen im Saugraben bei Starkregen vermieden werden.

2,2 Millionen Euro Kanalbaukosten

Der Einbau der Zisternen im Gebiet Bayernstraße ist fast abgeschlossen. Insgesamt werden im Baugebiet Bayernstraße 1,1 Kilometer Schmutzwasserkanäle und 1,2 Kilometer Regenwasserkanäle sowie über 170 Grundstücksanschlüsse (für Regenwasser und Schmutzwasser) verlegt. Die Auftragssumme für die Kanalisationsarbeiten liegt bei 2,2 Millionen Euro. Der Bebauungsplan für die Bayernstraße sieht außerdem vor, dass Carports und Garagen sowie Dächer bis 10 Grad Neigung begrünt werden müssen. Damit wird eine Schwammwirkung erzielt und der Regenwasserabfluss deutlich verzögert sowie die Verdunstungsrate deutlich erhöht.

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