„Leben-gewinnen-Reisen“

Wichernhaus Altdorf: 30 Jahre erlebnispädagogische Klassenarbeit

Foto im Aufzug am Flughafen: Studierende der Sozialen Arbeit und Schüler des Wichernhauses waren 2025 gemeinsam in Wales – eine von vielen internationalen Begegnungen der Altdorfer Einrichtung in den vergangenen 30 Jahren.
Foto im Aufzug am Flughafen: Studierende der Sozialen Arbeit und Schüler des Wichernhauses waren 2025 gemeinsam in Wales – eine von vielen internationalen Begegnungen der Altdorfer Einrichtung in den vergangenen 30 Jahren. | Foto: privat2026/01/b57ab0e9eaec06aae502eaf78cc69b45280aceee_max1024x.jpg

ALTDORF – Zum 100-jährigen Bestehen blickt das Wichernhaus Altdorf auf 30 Jahre erlebnispädagogische Klassenarbeit zurück. Nach dem Umzug der Orthopädischen Klinik 1980 entwickelte sich das Wichernhaus zur Schule für Körperbehinderte mit einem klaren pädagogischen Leitgedanken: „Ermöglichen statt behindern“.

Ein zentraler Baustein dieses Vorhabens wurde die Projektreihe „Leben-gewinnen-Reisen“, die 1995 mit einer Radtour entlang der Donau begann und seither Erfahrungslernen, Selbstständigkeit und soziale Kompetenzen fördert. Auch 2025 gab es eine besondere Reise: eine internationale Begegnung mit englischen Jugendlichen in Wales. Eine erlebnispädagogische Klasse mit acht Jugendlichen aus Altdorf reiste dafür gemeinsam mit zwölf Schülerinnen und Schülern der englischen Priory School nach Wales.

Intensive Erfahrungen

Trotz sehr unterschiedlicher körperlicher und sozialer Voraussetzungen erlebten alle eine intensive Woche voller Natur, Bewegung, Zusammenarbeit und Begegnung. Begleitet wurden sie von Studierenden der Sozialen Arbeit, die als Tutoren Verantwortung übernahmen.

Im Mittelpunkt steht bei solchen Begegnungen die Entwicklung von Lebens- und Beschäftigungsfähigkeiten: Verantwortung übernehmen, kommunizieren, sich organisieren und Neues wagen. Gemeinsame Berg- und Küstenaktivitäten, Kanufahren, Kooperationsspiele, kulturelle Ausflüge und viele sprachfreie Momente schufen Vertrauen und Gemeinschaft – über Sprach- und Ländergrenzen hinweg.

Derartige Reisen machen Mut. Viele Jugendliche erfahren dabei erstmals, wie viel sie sich zutrauen und bewältigen können. Aussagen wie „Ich habe gelernt, dass ich mehr schaffe, als ich denke“ fielen etwa nach der Begegnung in Wales.

Über 270 Schüler waren dabei

Auch die englischen Teilnehmenden betonten die positiven Erfahrungen wie das Herauskommen aus dem Alltag, das Schließen neuer Freundschaften und der Gewinn anderer Perspektiven. Seit drei Jahrzehnten haben rund 270 Schüler und ebenso viele Studierende an den Leben-gewinnen-Reisen teilgenommen und mit Reisen wie nach Wales Verbindungen in andere europäische Länder geschlossen. Für 2026 ist bereits eine Radtour rund um den Neusiedler See in Österreich und Ungarn geplant.

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