Feuerwehren im Dauereinsatz

Vier Waldbrände binnen fünf Stunden

Meterhohe Flammen mitten im Wald: So sah es an der größeren Brandstelle beim Eintreffen der Feuerwehr aus. | Foto: Feuerwehr2019/04/7e3d946d-04b1-4a52-bde0-1276dcb0fbcb.jpeg

HERSBRUCK – Schwerstarbeit hatten die Feuerwehrleute aus dem Nürnberger Land am Ostermontag zu leisten: Am Nachmittag und frühen Abend loderten gleich an vier Stellen Waldbrände – der schlimmste davon östlich der Steinernen Bank.

Norbert Thiel ist der aufregende und „sehr ungewöhnliche“ Ostermontag noch deutlich am Gesicht abzulesen, die Augen ruhen in tiefen Höhlen. Am frühen Nachmittags hatte es am Waldrand beim Sportplatz in Rupprechtstegen gebrannt, nicht ganz zwei Stunden später wurde er nach Röthenbach gerufen, wo knapp 1000 Quadratmeter Wald in Flammen standen.

Wieder nur zwei Stunden später hieß es dann „Waldbrand zwischen Leutenbach und Engelthal“. Kaum hatten die Feuerwehrleute die Flammen auf dem rund 2000 Quadratmeter großen, steilen Abhang im Griff, als auf seinem Handy der nächste Alarm einlief – mehrere Spaziergänger hatten gegen 20 Uhr eine Rauchsäule am Berg bei Henfenfeld entdeckt.

Meterhohe Flammen

Das „eigene“ Feuer konnte es nicht mehr sein, also musste noch irgendwo in der Nähe eines wüten. Schließlich stellte sich heraus, dass keine 500 Meter entfernt auf einer rund 10  000 Quadratmeter großen Fläche die Flammen teils „sechs, sieben Meter an den Buchen, Kiefern und Fichten hochzüngelten“, sagt Thiel.

Bis 1.30 Uhr am Dienstagmorgen waren er und rund 150 Feuerwehrleute aus Hersbruck, Altensittenbach, Ellenbach, Großviehberg, Henfenfeld, Engelthal, Offenhausen, Happurg, Hohenstadt, Reichenschwand und Ottensoos dann damit beschäftigt, auch dieses Feuer zu löschen. Am Dienstagmorgen um 6 Uhr rückten noch einmal 40 Mann an, um die letzten Glutnester zu lokalisieren und zu bekämpfen. Gegen 9 Uhr hieß es dann endgültig: „Feuer aus“.

Nur Stufe vier

Die Waldbrandgefahr ist derzeit extrem hoch. Zwar gilt offiziell „nur“ die (zweihöchste) Stufe 4. De facto allerdings, sagt Steffen Taeger, herrsche „derzeit die höchste Brandgefahr im ganzen Jahr“. Hauptgrund dafür: auf dem Boden liege noch sehr viel, nicht verrottetes und knochentrockenes Laub, auf dem Waldboden sei noch nicht viel (feuchtes) Grün zu sehen und um diese Zeit seien erfahrungsgemäß sehr viele Menschen in der Natur unterwegs. Dazu kommt, dass 2018 ein extrem trockenes Jahr war, was die angespannte Lage noch verschärft.

Mit drei einfachen Verhaltensregeln lässt sich das Risiko eines Waldbrands dennoch minimieren: „Kein offenes Feuer im Wald, auf keinen Fall rauchen und Grillen nur auf dafür ausgewiesenen Plätzen“, sagt Norbert Thiel. Autos gehören nur auf echte Parkplätze, wer an einer Einfahrt zu einem Feldweg parkt, behindert im Notfall möglicherweise Einsatzkräfte wie Feuerwehren, aber auch Sanitäter. Wer einen Waldbrand entdeckt und meldet, sollte beschreiben, wo er gerade steht, und dann bis zum Eintreffen der ersten Löschfahrzeuge warten, um diese einweisen zu können. „Das hilft uns ungemein“, sagt Norbert Thiel.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta