„STUDIO D“

Ulrich-Griebel-Preis geht nach Rückersdorf

Torsten Nowitzki (links) leitet das Musikprojekt „STUDIO D“. Bernd Wachter vom Rotary-Club hielt die Laudatio auf den Preisträger.
Torsten Nowitzki (links) leitet das Musikprojekt „STUDIO D“. Bernd Wachter vom Rotary-Club hielt die Laudatio auf den Preisträger. | Foto: Kathrin Neuerburg-Nitz/Blindeninstitut2026/10/q40-f699x263-1024x1381-1.webp

RÜCKERSDORF – Eine Würdigung für sein Engagement an der Schule am Dachsberg: Torsten Nowitzki erhält in diesem Jahr den Ulrich-Griebel-Preis „Summa cum laude“ des Rotary-Clubs Nürnberger Land. Der seit 2005 jährlich vergebene Preis zeichnet Lehrerpersönlichkeiten aus, „die sich in besonderem Maße durch ihr pädagogisches, soziales und fachliches Wirken hervorheben“. Die Elternbeiräte haben ein Vorschlagsrecht.

Nowitzki ist als stellvertretender Schulleiter beim Blindeninstitut in Rückersdorf tätig. Ein besonderer Schwerpunkt seines Engagements liegt im „STUDIO D“, das Torsten Nowitzki als Projektleiter maßgeblich prägt. Das klassen- und jahrgangsstufenübergreifende Projekt verbindet Musik, Theater, Film und Hörspiel und schafft Schülerinnen und Schülern Raum für kreative Entwicklung und Persönlichkeitsbildung.

Mit selbst komponierten Songs und zahlreichen Aufführungen ist „STUDIO D“ längst über die Grenzen des Blindeninstituts hinaus bekannt. Mehr als 220 Auftritte wurden bereits realisiert – unter anderem in Nürnberg, Erlangen und Lauf, bei Festivals, auf dem Christkindlesmarkt und beim Bürgerfest des Landtags. „Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, das Blindeninstitut und die Fähigkeiten seiner Schülerinnen und Schüler in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts.

Verleihung auf der Festwiese

Die Preisverleihung fand auf der Festwiese am Dachsberg statt. Neben Vertreterinnen und Vertretern des Rotary-Clubs und des Blindeninstituts waren auch Gäste aus Schule, Gesellschaft und Politik anwesend.

In seiner Laudatio richtete sich Bernd Wachter von den Rotariern direkt an die Kinder und Jugendlichen und betonte die Möglichkeiten, die das Projekt ihnen eröffne: „Hier kannst du auf der Bühne sein, kannst zeigen, was du kannst, Filme drehen, Musik machen, singen – du wirst gesehen.“

Wachter weiter: „Wir haben schon viele dieser Preise vergeben, aber das hier ist wirklich auch für mich und für uns etwas ganz, ganz Besonderes.“ Gerade die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Blindheit, Sehbehinderung und weiteren Beeinträchtigungen erfordere individuelle pädagogische Konzepte, fachliche Kompetenz und ein hohes Maß an persönlicher Aufmerksamkeit. „STUDIO D“ zeige beispielhaft, wie kreative Projekte Bildungsprozesse bereichern und eigene Stärken sichtbar machen können.

Marion Scheffler, Vorsitzende des Elternbeirats, fasste die Wertschätzung für den Preisträger laut dem Blindeninstitut so zusammen: „Ich brauche gar nicht mehr viele Worte zu verlieren, um Torsten Nowitzki zu würdigen. Ich bin mir sicher, dass jeder im Blindeninstitut und in der Elternschaft weiß, was ihn ausmacht und wie sehr er unsere Schule mit seiner Persönlichkeit prägt.“

Dank von den Schülern

Die Preisverleihung bot neben der offiziellen Würdigung auch Raum für persönliche Worte und Begegnungen. Auch Schülerinnen und Schüler kamen zu Wort. Einige bedankten sich direkt bei ihrem Lehrer, andere nutzten Taster, über die zuvor aufgenommene Sprachbotschaften abgespielt wurden. So konnten auch diejenigen ihre persönlichen Grüße und ihren Dank ausdrücken, für die das Sprechen nicht ohne Weiteres möglich ist. Für einen besonderen Moment sorgten die Kollegen und Kolleginnen Nowitzkis mit einem für ihn geschriebenen Lied.

Der Preisträger selbst wandte sich an die Kinder und Jugendlichen: „Ihr Schülerinnen und Schüler seid einfach toll – für euch und vor allem mit euch machen wir es ja. Ohne euch geht’s gar nicht.“

Mehr als 300 Beschäftigte

Das Blindeninstitut Rückersdorf ist ein Ort, an dem seh- und mehrfachbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche individuell begleitet werden – seit mehr als 40 Jahren. Mehr als 300 Beschäftigte kümmern sich jährlich um rund 550 Kinder und Jugendliche. „Ziel ist es, allen Kindern ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Jedes Kind ist einzigartig und wird angenommen, wie es ist“, so die Einrichtung. 

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