Förderprogramm

„Streuobst für alle“: Erfolgreiche Zwischenbilanz

Setzen sich für den Erhalt der mittelfränkischen Kulturlandschaft ein: Wolfgang Neukirchner, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, und Gartenbau-Ingenieurin Anja Emmerich-Marwan.
Setzen sich für den Erhalt der mittelfränkischen Kulturlandschaft ein: Wolfgang Neukirchner, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, und Gartenbau-Ingenieurin Anja Emmerich-Marwan. | Foto: ALE Mittelfranken2026/10/q84-f259x108-1024x579-1.webp

NÜRNBERGER LAND – Die Pflanzzeit für junge Streuobstbäume läuft ab jetzt so lange, bis der Frost den Boden im Winter komplett gefriert. Passend zum Auftakt zieht das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken eine erfolgreiche Zwischenbilanz für das eigene Haus: Seit dem Start der bayerischen Initiative „Streuobst für alle“ vor vier Jahren verzeichnet die Behörde in Ansbach bereits 21.400 beantragte Bäume.

Auch die landesweite Bilanz des Programms beeindruckt: Bayernweit sind es mehr als 150.000 Streuobstbäume. Die Initiative leiste damit einen entscheidenden Beitrag für das große, übergeordnete Ziel des Streuobstpakts: Bis zum Jahr 2035 soll eine Million neuer Obstbäume den Freistaat bereichern, um die wertvollen Lebensräume langfristig zu sichern. „Mit Blick auf das Ziel von einer Million Streuobstbäume ist natürlich noch einiges zu tun, deswegen ist es immer wieder wichtig, auf ‚Streuobst für alle‘ hinzuweisen“, betont Amtsleiter Wolfgang Neukirchner.

Über das Förderprogramm läuft der Kauf von Kern- und Steinobstbäumen unbürokratisch mit bis zu 45 Euro Zuschuss pro Baum. Kommunen, Verbände oder Vereine bündeln die Anträge und haben dann die Möglichkeit, die Bäume direkt an die Bürger weiterzugeben. „Die regionalen Baumschulen sind gut aufgestellt und halten für die anstehende Pflanzphase ein breites Sortiment bereit“, erklärt Anja Emmerich-Marwan, die sich in der Behörde um das Projekt kümmert. Doch bevor der Spaten in die Hand genommen wird, weist sie auf eine gute Planung hin. „Wer Interesse an einem Baum hat, sollte erst mal in seinen Garten schauen, ob genug Platz da ist“, rät sie, „denn das ist das Allerwichtigste, dass der Baum auch eine Zukunft hat. Der Standort muss groß genug sein.“

Absoluter Spitzenreiter

Aus den bisherigen Anträgen liest die Expertin klare Trends ab: Der absolute Spitzenreiter auf den Wunschzetteln bleibt der Apfel. Er gilt nach wie vor als das unangefochtene „Universal-Obst“.

Wer dagegen etwas Neues wagen will, greift in letzter Zeit vermehrt zur Maulbeere. Laut der Gartenbau-Ingenieurin ist das Gewächs stark im Kommen, da es als Zukunftsbaum im Klimawandel gilt, der Trockenheit gut verträgt. Zudem liefert das seltene Obst gesunde Inhaltsstoffe und lockt die heimische Vogelwelt an.

Info: Streuobstbestände zählen mit rund 5000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Die Antragstellung für das Projekt Streuobst online unter www.stmelf.bayern.de/foerderung/streuobstpakt-foerderprogramm-streuobst-fuer-alle.

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