LAUF – Wer die „Summernight Poetry Slams“ der vergangenen Jahre besucht hatte, ahnte schon, was kommen würde. Poetry-Slam lebt von Dynamik: lebendige kurze Textperformances, mit Inbrunst vorgetragen, schnelle Wechsel auf der Bühne, unterschiedlichste Stile und Themen. Das Publikum ist Teil der Show, es bewertet durch seinen Applaus die Leistung der Wortkünstler.
Beim „Summernight Poetry Slam 2026“, der im Rahmen von „Sommer in Lauf“ stattfand, traten vier Slam-Profis an: der Titelverteidiger des vergangenen Jahrs, Felix Hufnagel aus Eckental, Rune Vollbehr aus München, Laura Liegel aus Bamberg und Dana Galkina aus Jena.
In zwei Runden trugen die Bühnenpoetinnen und -poeten ihre kurzen und oft durchrhythmisierten Texte vor. Poetische Tiefe wechselte sich ab mit pointiertem Witz und erhellenden Einblicken in persönliche Lebenswelten. Die Themenpalette war weit gefächert, gesellschaftskritische Töne in humoristischer Verpackung dominierten. Alltagsbeobachtungen sowie Fragen der Identität und Persönlichkeitsentwicklung stellten die Basis der meisten Texte dar.
Das Publikum klatschte und jubelte Rune Vollbehr und Dana Galkina ins Finale, das die 26-jährige thüringische Landesmeisterin aus Jena schließlich knapp, aber souverän mit ihrem enthusiastisch präsentierten Plädoyer für eine Lehrerausbildung zu Menschen mit Herz und Verstand für sich entscheiden konnte. Galkina gewann die „Krone des geschliffenen Wortes“ 2026.
Außer Konkurrenz waren außerdem neun junge Poetry-Slammerinnen mit von der Partie: Fabiana Schwandner, Magdalena Zeitler, Sophie Fridlin, Miriam Haberl, Mila Feilner, Liesbeth Mauius, Marlene Leidig, Nele Lang und Rania Hahverdi vom Laufer CJT-Gymnasium präsentierten zwischen den Auftritten der Profis eigene Texte und bewiesen, dass sich Lauf um den Nachwuchs der Bühnenpoesie keine Sorgen machen muss. Vorausgegangen war dem Auftritt der Schülerinnen ein Poetry-Slam-Workshop der Stadtbücherei Lauf, die seit Jahren eng als Partner und Förderer mit dem CJT-Gymnasium zusammenarbeitet.
