Insolvenzverfahren

Plastic Manufacturing GmbH in Diepersdorf: 160 Arbeitsplätze werden gestrichen

Bei der Diepersdorf Plastic Manufacturing GmbH (ehemals Bolta-Werke) fallen 160 Stellen weg.
Bei der Diepersdorf Plastic Manufacturing GmbH (ehemals Bolta-Werke) fallen 160 Stellen weg. | Foto: Archiv/Buchner-Freiberger2026/01/bolta-diep-insolvenz-verwaltung2-scaled.jpg

LEINBURG – Anfang November des vergangenen Jahres hat die Angestellten der Plastic Manifacturing GmbH in Diepersdorf die Nachricht erreicht, dass das Unternehmen Insolvenz anmelden muss. Davon betroffen waren insgesamt 1050 Beschäftigte, 730 davon allein in Diepersdorf.

„Im Unternehmen gab es immer die Hoffnung, nach dem Motto‚ es wird schon werden, die Zeiten werden auch wieder besser‘“, sagte Betriebsrat Stefan Bivona vor wenigen Monaten. „Und dann plötzlich erreicht uns diese Nachricht.“ Bivona setzte seine Hoffnung auf Insolvenzverwalter Volker Böhm und dessen Team. Denn die Zusammenarbeit sei bereits während der ersten Insolvenz „transparent und auf Augenhöhe“ verlaufen, „er kennt den Laden, er hat es schon einmal geschafft – und darum haben wir auch die Hoffnung, dass er es wieder hinbekommen wird.“

Anfang des Jahres dann äußerte sich Böhm „vorsichtig optimistisch“, dass sich ein Käufer für die früheren Bolta-Werke findet. „In den vergangenen Wochen haben mehrere potenzielle Erwerber Vertraulichkeitsvereinbarungen unterzeichnet und prüfen derzeit die Zahlen der Gruppenunternehmen. Inzwischen fanden auch mehrere Besichtigungstermine vor Ort statt“, sagte er.

Beginn von Restrukturierungsmaßnahmen

Am Donnerstagmorgen dann der Schock: Wie es in einer Pressemitteilung der Kanzlei Schultze & Braun heißt, sei bereits mit sogenannten Restrukturierungsmaßnahmen begonnen worden, um die weitere Fortführung und die Investorenlösung zu ermöglichen. „Diese beinhalten unter anderem die Optimierung von Prozessen sowie am größten Standort Diepersdorf den Abbau von Personal in Fertigung, Logistik und anderen Bereichen des Unternehmens.“

Im Zuge dessen werden in Diepersdorf 160 Stellen abgebaut, darunter 40 befristete Arbeitsverhältnisse, die nicht verlängert werden. Rund 120 Beschäftigte werden demnach noch im Januar gekündigt. „Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Einschnitte sehr schmerzhaft und uns ist bewusst, welche persönliche Tragweite diese Entscheidungen haben“, sagt Böhm, „sie sind aber notwendig, um dem Unternehmen wieder eine Zukunftsperspektive zu geben. Unser Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich langfristig zu sichern.“

Mitarbeiter wurden am Mittwoch informiert

Nach einer Einigung mit dem Betriebsrat über den Personalabbau und einen Sozialplan habe der Insolvenzverwalter die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Diepersdorf am vergangenen Mittwoch persönlich über die Maßnahmen informiert. Um die Beschäftigten bei der Suche nach einer Anschlussbeschäftigung zu unterstützen, würde man eng mit dem Landkreis und der Agentur für Arbeit zusammen arbeiten. „Es wurde eine Stellenbörse eingerichtet, in der die betroffenen Arbeitnehmer Informationen über freie Stellen in der Region und den direkten Kontakt in die jeweiligen Unternehmen erhalten“, heißt in der Pressemitteilung.

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