„Falter im Fokus“

LBV ruft zu Schmetterlingsbeobachtungen auf

Admiral (im Bild) und Taubenschwänzchen sind zwei der wenigen Falter, die von Mitteleuropa über die Alpen in den Süden wandern, um dort zu überwintern.
Admiral (im Bild) und Taubenschwänzchen sind zwei der wenigen Falter, die von Mitteleuropa über die Alpen in den Süden wandern, um dort zu überwintern. | Foto: Eberhard Pfeuffer2026/10/16571_Admiral-Pfeuffer-Dr.-Eberhard_LBV-Bildarchiv1.jpg

NÜRNBERGER LAND – Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) ruft Naturbeobachter dazu auf, Schmetterlinge im Herbst verstärkt zu melden.

Im Rahmen des Projekts „Falter im Fokus“ sollen die Arten Admiral und Taubenschwänzchen beobachtet und über die Webseite www.lbv.de/falter-im-fokus gemeldet werden. Diese beiden Schmetterlingsarten gehören laut LBV zu den Wanderfaltern, die im Herbst in den Süden ziehen, teilweise aber auch überwintern können.

Der LBV-Schmetterlingsexperte Simon Habermann erklärt, dass die Beobachtungen im Herbst besonders wertvoll sind. Mit den Meldungen soll nachvollzogen werden, wie lange Admiral und Taubenschwänzchen noch in Bayern aktiv bleiben und welche Rolle die Überwinterung in der Region spielt. Die Daten sind ebenfalls wichtig, um zu verstehen, ob der Klimawandel das Wanderverhalten dieser Arten beeinflusst.

Die Meldezahlen im Projekt zeigen eine deutliche Entwicklung über die Sommermonate. Im August gingen mehr als 2200 Beobachtungen ein, besonders häufig wurde das wärmeliebende Taubenschwänzchen gemeldet. Im September änderte sich das Bild erheblich. Im gesamten Monat wurden nur noch knapp 300 Beobachtungen der Fokusarten eingemeldet. Neben Admiral und Taubenschwänzchen zählt auch der Schwalbenschwanz zu den im Projekt beobachteten Arten. Der Unterschied zwischen August und September ist laut Habermann auffällig, weshalb weitere Herbstmeldungen für die Forschung von großer Bedeutung sind.

Die Wanderbewegungen dieser Schmetterlingsarten sind unterschiedlich erforscht. Beim Admiral ist gut untersucht, dass seine Wanderung durch Europa ein Generationenprojekt darstellt. Im Frühjahr breiten sich die Falter nach Norden aus, im Herbst ziehen sie teilweise wieder Richtung Süden. Im Mittelmeerraum können sich Admirale sogar im Winter fortpflanzen, und die nächste Generation wandert dann im Frühjahr wieder nach Bayern zurück. Über die genauen Wanderbewegungen des Taubenschwänzchens ist dagegen deutlich weniger bekannt.

Während Admiral und Taubenschwänzchen im Herbst aktiv bleiben, haben sich viele andere Schmetterlingsarten bereits auf die kalte Jahreszeit eingestellt. Sie überwintern versteckt als Ei, Raupe oder Puppe an Pflanzen, am Boden oder im Laub. Der Schwalbenschwanz überwintert als Puppe an Pflanzenstängeln. Gärtner und Naturfreunde können wichtige Winterquartiere schaffen, indem sie verblühte Stauden und Gräser über den Winter stehen lassen und Laub stellenweise liegen lassen.

Alle eingegangenen Schmetterlingsdaten werden an „Schmetterlinge in Bayern“ der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen weitergeleitet, um sie bestehenden Datenbeständen zuzuführen. Das Projekt „Falter im Fokus“ wird von der Lesser-Stiftung für Naturschutz gefördert.

Info: Weitere Informationen sind unter www.schmetterlingebayern.de verfügbar.

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