Fahrzeug schützen

Frühlingszeit ist Marderzeit: ADAC gibt Tipps

Marder können an Autos erhebliche Schäden verursachen – besonders durch Bisse an Kabeln, Schläuchen und Dämmmaterialien. Hierdurch können auch Folgeschäden entstehen. (Symbolbild)
Marder können an Autos erhebliche Schäden verursachen – besonders durch Bisse an Kabeln, Schläuchen und Dämmmaterialien. Hierdurch können auch Folgeschäden entstehen. (Symbolbild) | Foto: ADAC Nordbayern2026/05/5bfd31739925fedcd53441eb2e721510e3e29770_max1024x.jpg

NÜRNBERGER LAND - Zwischen April und Juli werden jährlich die meisten Marderschäden im Bundesgebiet gemeldet. Der ADAC Nordbayern gibt im Folgenden Tipps, wie sich Autofahrende vor einem Marderbiss am Fahrzeug schützen können.

Die Folgen eines Marderbisses können gravierend sein. Beißt das Tier beispielsweise eines oder mehrere Zündkabel an, kann dies zu einem unrunden Motorlauf führen. Sollte eine Weiterfahrt möglich sein, rät der ADAC Nordbayern dringend davon ab, da unverbrannter Kraftstoff den Katalysator schädigen kann. Schäden an Gummimanschetten sind für Autofahrende während der Fahrt nicht sofort bemerkbar. Jedoch kann es durch das folgende Eindringen von Schmutz und Wasser sowie durch den Verlust der Fettfüllung zu Schädigung der Antriebs- und Achsgelenke kommen. Besonders tückisch: Da die Bisse oft nicht sofort entdeckt werden, können die Reparaturkosten in der Folge drastisch steigen. Durchlöchert der Marder einen Kühlschlauch, kann der Verlust der Kühlflüssigkeit zur Überhitzung des Motors führen. Ein Biss in einen Unterdruckschlauch kann dagegen einen Leistungsverlust zur Folge haben.

Gefahren für Elektroautos

Marderattacken auf Elektroautos sind bislang eher selten, können aber richtig ins Geld gehen. Der Grund: Die in Elektroautos verbauten Hochvoltkabel dürfen aus Sicherheitsgründen nicht repariert werden, sodass der betroffene Kabelsatz komplett erneuert werden muss. Sollten im Zuge eines Marderbisses die Schutzhüllen oder die Kabelisolierung beschädigt werden, wird das Fahrzeug den Schaden erkennen. Bei einer derartigen Beschädigung der Kabel ist die Gefahr eines Stromschlages nicht gegeben, da Elektroautos eine sehr hohe Hochvolt-Eigensicherheit haben. Ladekabel können theoretisch für Marder interessant sein, derartige Zwischenfälle sind dem ADAC aber bislang nicht bekannt. Während des Ladevorgangs werden die Ladekabel auf Fehlerströme überwacht und bei der kleinsten Auffälligkeit wird der Ladevorgang gestoppt.

Hilfsmittel gegen Marder

Ein bewährtes Mittel gegen Marderangriffe sind Elektroschockgeräte, die leichte elektrische Schläge an das Tier verteilen. Der Einbau dieser Geräte mit mehreren Hundert Volt Spannung, aber ungefährlichen Strömen, sollte sach- sowie fachgerecht ausgeführt werden. Weitere Möglichkeiten, um Marder vom eigenen Pkw fernzuhalten sind Schutzschläuche aus Hartkunststoff, Ultraschallgeräte oder Motorraum-Abschottungen. Nach einem Marderbefall sollte zudem eine Motorwäsche durchgeführt werden. Der Grund: Riechen die Nager ihre Artgenossen, werden sie meist sehr aggressiv.

Wer sein Auto teil- oder vollkaskoversichert hat, ist in der Regel gegen den finanziellen Schaden durch Marderbisse ausreichend geschützt. Aber Vorsicht: Laut dem Gesamtverband der Versicherer (GDV) sind bei manchen Versicherungen nur direkte Marderschäden abgedeckt, also nur die beschädigten Teile, die durch den Marderbiss beschädigt wurden.

Andere Tarife umfassen auch die Folgeschäden – die Versicherung zahlt sogar dann, wenn beispielsweise zerbissene Zündkabel den Katalysator lahmlegen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren