LAUF – Bisher gibt es in Lauf noch keine Wärmenetze, zumindest keine, an die private Haushalte angeschlossen sind. Lediglich mehrere Schulen werden über Hackschnitzelheizungen an der Bitterbachhalle und der Kunigundenschule beheizt. Das soll sich ändern – und hier kommen die Städtischen Werke ins Spiel.
Bei der Vorstellung des Abschlussberichts zur kommunalen Wärmeplanung im Oktober äußerte sich die Stadt vorsichtig: In fünf sogenannten Fokusgebieten im Stadtgebiet könnte die Versorgung durch solche Netze „möglicherweise eine Option werden“. Die Städtischen Werke sind der von der Politik bevorzugte Betreiber dafür: Sie sind zu 100 Prozent in kommunaler Hand.
Für „ein von Mehrfamilienhäusern dominiertes Gebiet im Laufer Süden“ hat das Unternehmen nach eigenen Angaben nun einen Förderantrag für eine Machbarkeitsstudie gestellt, heißt. Diese soll zeigen, „ob ein Wärmenetz dort wirtschaftlich tragfähig umgesetzt werden kann und mit welcher voraussichtlichen Anschlussquote zu rechnen ist“.
Dass sowohl Rathaus als auch Städtische Werke so zurückhaltend kommunizieren, hängt mit vielen Variablen zusammen. Die wichtigste davon ist die Anschlussquote. Erst wenn möglichst viele Haushalte durch ein Wärmenetz versorgt werden, ist dieses wirtschaftlich.
Der Abschlussbericht hat für das Gebiet Bertlein-/Nibelungenstraße, das die Städtischen Werke ins Auge gefasst haben, Gestehungskosten von 17,8 Cent pro Kilowattstunde errechnet – bei 50 Prozent Anschlussquote. Gestehungskosten beziffern die Ausgaben für Errichtung und Betrieb.
Allerdings gibt es in dem ausgewählten Gebiet zahlreiche Immobilien in der Hand von Genossenschaften und Wohnungsbaugesellschaften. Entscheiden sich solche „Großbesitzer“ für einen Anschluss, ist das wirtschaftliche Risiko geringer. Der Abschlussbericht beinhaltet auch die Idee eines „Kernnetzes“ nur für Genossenschaftshäuser mit 80 Prozent Anschlussquote. Damit sinken die Gestehungskosten auf 16,6 Cent.
Mit der Laufer Bauhilfe – ihr gehören viele Wohneinheiten – hätten die Städtischen Werke jedenfalls schon Gespräche geführt, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Ergebnisse der Studie sollen im vierten Quartal des Jahres vorliegen.
