Keller sind die dunklen Räume unter den Gebäuden, oft ungenügend beleuchtet und nicht immer gut aufgeräumt. Für viele sind es unheimliche Orte, die sie nur mit einem Schaudern betreten.
Dabei waren Keller früher, als es noch keine technischen Kühlmöglichkeiten gab, wegen ihrer relativ konstanten und kühleren Temperaturen wichtig für die Aufbewahrung von Lebensmitteln und Getränken, und das insbesondere dort, wo solche Waren hergestellt und in größeren Mengen gelagert werden mussten – zum Beispiel Brauereien und Metzgereien, von denen es in Schnaittach viele gab. Das heißt, dass die Keller sich den Anforderungen anpassten. Sie wurden entsprechend dem steigenden Platzbedarf von Zeit zu Zeit erweitert.
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Das Weitergraben eines Kellers war eine typische Winterarbeit. Da die Mauerer im Winter nichts verdienten, zogen sie aus dem Umland nach Schnaittach und höhlten für einen Hungerlohn mit gebogenen Spitzhacken die Keller aus. Den hochwertigen Sand verwendete man dann im Sommer zum Mauern und mit den feinen Anteilen wurden die Dielenböden gebürstet, die dadurch ihre typische Strukturierung erhielten. Man hatte sozusagen die Sandgrube unter dem Haus.
Voraussetzung für das Anlegen eines Felsenkellers war das Vorhandensein eines relativ weichen, leicht zu bearbeitenden Sandsteins. Diese geologische Vorbedingung ist durch den mächtigen Keupersandsteinfels in Schnaittach erfüllt. In der Museumsgasse und an der Ostseite des Anwesens „Bergschmiede“ tritt dieser Fels auch heute noch zu Tage.

Sicher dürfte sein, dass viele der Schnaittacher Felsenkeller bereits in der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg entstanden sind. In der Regel dürften die Keller in mehreren Etappen, die sich über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte erstreckten, geschaffen worden sein. Man kann auch davon ausgehen, dass ein Teil der Felsenkeller älter ist als die darüber befindlichen Häuser, weil sie bei Feuer oder Abriss baufälliger Gebäude nicht beschädigt und so in die Neubauten wieder integriert wurden.
Historisch kann man in Schnaittach drei Kellergebiete unterscheiden:
- Den Bereich des historischen Dorfes entlang der Nürnberger Straße mit den Urhöfen,
- den Bereich unter dem Marktplatz mit Randgebieten und
- den Bereich des ehemaligen Scheunenviertels entlang der Erlanger Straße.
Zum ersten Bereich zählt das Anwesen Bauernwirt. Es gehört zu den sieben Urhöfen, die in der Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs II. aus dem Jahr 1011 genannt werden. Dort diente der Keller hauptsächlich der Lagerung des Bieres (wie in den meisten Bürgerhäusern Schnaittachs, die das Braurecht innehatten). In den meisten tiefergelegenen Kellern, zu denen auch der Bauernwirtskeller zählt, befanden sich Brunnen, besser gesagt Zisternen, die zum Sammeln des Sickerwassers dienten. Um solches handelt es sich wahrscheinlich bei dem Wasser am östlichen Ende des Kellers, der Brunnen ist verschüttet. Das Graben eines Brunnens würde diesen Kellerteil vermutlich trockenlegen.
Besonders im Bereich des Marktplatzes (zweites Gebiet) sind bzw. waren unter nahezu jedem der alten Bürgerhäuser ausgedehnte Felsenkeller vorhanden, die teilweise auf verschiedenen Ebenen angelegt waren. Einer dieser zweigeschossigen Keller befindet sich unter dem Anwesen Gößwein am Marktplatz. Im zweiten Untergeschoss befindet sich ein kleiner Nebenraum, von dem vermutet wird, dass es sich um ein ehemaliges Lochgefängnis handelt.
Von alters her gehörte zum heutigen Anwesen Wörler auch die „Klause“ in einem Teil des heutigen Felsenkellers unter dem Gebäude. Der Eingang zur Klause und zum Keller lag in der Mühlgasse. In der großen Anlage befanden sich zwei Räume; rechts wohnte Barbara Schlemmer, im linken Katharina Elsinger mit ihren zwei Kindern.
Viele Keller waren früher mit den Kellern der Nachbaranwesen verbunden. Diese Verbindungsgänge dürften in Kriegszeiten, bei Plünderungen und Brandschatzungen als Fluchtwege gedient haben. Während des Zweiten Weltkrieges dienten viele der großen Keller Schnaittachs als Luftschutzbunker, so auch der Wörler-Keller. Die Reste der Notbeleuchtung, als der Felsenkeller während des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzbunker verwendet wurde, sind noch vorhanden.
Den dritten Bereich repräsentieren meist sehr geräumige Keller, wozu der Pförtsch- und der Löhr-Keller gehören. Ersterer ist ein Beispiel dafür, dass sich mehrere Nutzer einen solchen Großkeller teilten. Im zweiten ist noch erkennbar, dass hier Eisstangen bis in den Sommer hinein gelagert waren, die im Winter von den Weihern gebrochen wurden.
Anfragen, nähere Auskunft und Anmeldungen bei Familie Nuß unter Tel.: 09153 / 7265
Museums- und Geschichtsverein Schnaittach e. V.
Basierend auf einem Aufsatz von Adalbert Gartner
