BURGTHANN – Angelika Feisthammel aus Burgthann hat sich über viele Jahre hinweg durch ihr vielseitiges Engagement in sozialen, kirchlichen und kommunalpolitischen Bereichen verdient gemacht. Dieses Engagement wurde nun mit der Verleihung des Ehrenbriefes des Bezirks Mittelfranken durch Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster im Rahmen der „Wochen der Vielfalt“ bei einer Plenumssitzung des Mittelfränkischen Behindertenrates im Jüdischen Museum Franken in Fürth gewürdigt.
„Durch Ihr vielfältiges Engagement sind Sie bestens vernetzt und können so Ihre Stimme stets an der richtigen Stelle erheben. Eine Stimme, die allseits respektiert, bei manch einer oder einem vielleicht sogar ein bisschen gefürchtet, ist. Doch von Ihren Erfahrungen, Aussagen, Hinweisen und Ratschlägen profitieren viele Menschen in ganz Mittelfranken“, erklärte Forster. „Es ist mir eine Ehre, Ihnen für Ihr Wirken den Ehrenbrief des Bezirks Mittelfranken zu verleihen und damit unseren Dank, unsere Anerkennung und nicht zuletzt unseren Respekt für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit zum Ausdruck zu bringen.“
Seit 1988 ehrenamtlich aktiv
Seit 1988 ist Angelika Feisthammel in vielfältigen Bereichen aktiv, insbesondere in der Behindertenarbeit, im Bayerischen Roten Kreuz, in kirchlichen Gremien und in der Kommunalpolitik. Seit 2018 ist sie Vorsitzende des Mittelfränkischen Behindertenrats beim Bezirk Mittelfranken, in dem sie sich für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzt und den Bezirkstag sowie dessen Ausschüsse und Einrichtungen berät. Als kommunale Behindertenbeauftragte des Landkreises Nürnberger Land engagiert sie sich für Beratung und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen, zeigt Versorgungslücken auf und fördert Selbsthilfegruppen und örtliche Arbeitsgemeinschaften.
Für ihr Amt als Behindertenbeauftragte des Landkreises wünscht sie sich vor allem, dass alle 27 Städte, Märkte und Gemeinden im Nürnberger Land die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung bei Planungen früher miteinbeziehen. Momentan gebe es da zwischen den Orten noch starke Unterschiede. Währen einige Städte und Gemeinden vorbildlich agierten, gebe es vielerorts „Luft nach oben“, schilderte Feisthammel.
Rampe an Kirche bewirkt
Ab 2001 bis zur pandemiebedingten Unterbrechung leitete Feisthammel die Begegnungsgruppe für Menschen mit und ohne Behinderung in Postbauer-Heng. Von 2010 bis 2018 war sie Vorsitzende des dortigen Pfarrgemeinderats St. Elisabeth. Dabei setzte sie sich für Barrierefreiheit ein und initiierte unter anderem eine Rampe vom Kirchenparkplatz zur Kirche sowie eine behindertengerechte Toilette im Pfarrheim. Seit 2018 ist sie Mitglied im Sachausschuss Gemeindecaritas des Pfarrgemeinderats in Postbauer-Heng und engagiert sich für kranke, alte und behinderte Menschen.
Beruflich betreibt sie mit ihrem Mann das Taxi- und Mietwagenunternehmen Burgthann Shuttle, das sich auf den Transport von Menschen im Rollstuhl fokussiert. Durch die Selbstständigkeit sei es ihr überhaupt erst möglich, ihre Ämter auszuführen, weil sie Arbeitszeiten selbst einteilen kann, so Feisthammel.
„Unermüdlicher Einsatz“
„Die Ehrenbriefträgerin beeindruckt ihre Mitmenschen durch ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft und ihre gelassene Art, mit der sie ihre eigene Behinderung trägt und zugleich als aktive Kämpferin für Inklusion auftritt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bezirks Mittelfranken. Und weiter: „Sie setzt sich stets für die Belange ihrer Mitmenschen ein und leistet herausragende Arbeit im sozialen Miteinander.“ Durch ihr Engagement in zahlreichen Ehrenämtern und durch ihre persönliche Haltung sei sie ein Vorbild für gelebte Inklusion, Gemeinschaftssinn und soziales Engagement – eine starke Persönlichkeit, die sich niemals von ihrer eingeschränkten Beweglichkeit von irgendeinem Vorhaben habe abhalten lassen.
Den Ehrenbrief kann der Bezirk Mittelfranken auf Beschluss des Bezirkstags an Persönlichkeiten verleihen, die sich in den Bereichen Soziales, Umwelt, Wirtschaft, Erziehungs- und Bildungswesen, Jugend und Sport, Kultur oder Sicherheit und Ordnung besonders eingesetzt und Verdienste um Mittelfranken erworben haben.
Für Feisthammel ist es bereits die zweite Ehrung binnen kurzer Zeit. Erst Anfang März hat sie das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen.
Von Christian Geist und Nina Glaser
