Denis Opcin übernimmt beim TSV Altenfurt

„Ein Hintern ist ein Hintern“

Im Mai 2011 siegte Denis Opcin (rechts) mit seinem SC Feucht gegen den SC Schwabach 04 zuhause mit 2:0. Ab kommender Saison trainiert der Routinier den TSV Altenfurt. | Foto: Archiv2021/03/Altenfurt-Denis-Opcin-SC-Feucht-2011-scaled.jpg

ALTENFURT – Der TSV Altenfurt präsentiert mit Denis Opcin einen Nachfolger für Daniel Heyn. Der 40-Jährige will schönen Fußball spielen lassen und auch abseits des Rasens bessere Rahmenbedingungen für sein Team schaffen.

Der TSV Altenfurt und Spielertrainer Daniel Heyn gehen nach der Saison 2020/21 getrennte Wege – das gab der Verein in der vergangenen Woche bekannt. Ab der kommenden Spielzeit übernimmt der 38-Jährige die Landesliga-Reserve des SC Großschwarzenlohe in der Kreisklasse. Vor rund drei Jahren wechselte Heyn vom TSV Fischbach an die Wohlauer Straße, sein ambitioniertes Ziel 2018: die Rückkehr in die Kreisklasse. „Ich möchte auf jeden Fall besser abschneiden als in der vergangenen Saison“, hatte Heyn beim Amtsantritt gesagt. Im Jahr zuvor hatte Altenfurt als Tabellenvierter knapp die Aufstiegsrelegation verpasst.

Ähnlich gestaltet sich die Situation in der laufenden Spielzeit: 26 Punkte sammelte die Heyn-Elf nach 16 Partien, der Rückstand auf Relegationsplatz drei (SpVgg Mögeldorf II) beträgt fünf Zähler, bei einer mehr absolvierten Partie. Ob der TSV tatsächlich noch einmal in den Kampf um den Kreisklassen-Aufstieg eingreifen kann, wird davon abhängen, wie die Rückkehr aus der bereits vier Monate andauernden Pause gelingt – sofern sich der Bayerische Fußball-Verband dazu entscheidet, die Saison überhaupt fortzusetzen.

Die Verantwortlichen des TSV Altenfurt wurden nach Bekanntwerden des Weggangs ihres Spielertrainers aktiv, fassten drei Kandidaten ins Auge und präsentieren bereits wenige Tage später ihren neuen Cheftrainer für die kommende Spielzeit: Denis Opcin. Der 40-Jährige wechselt vom Landesligateam des SC Großschwarzenlohe zum TSV und soll einen weiteren Anlauf in Richtung Kreisklasse nehmen. Aktuell steht Opcin zusammen mit seinem Sohn Justin im Kader des SCG, in der laufenden Landesligasaison absolvierte er fünf Partien. Geplant waren die Einsätze nicht. „Eigentlich“, so Opcins Plan, „wollte ich mich nur ein bisschen fit halten“. Doch die technischen Fähigkeiten gepaart mit seinem großen Erfahrungsschatz machten ihn in den vergangenen Partien Ende des Jahres 2020 gar zum Stammspieler in der Landesligamannschaft.

Erfahrung in allen Ligen gesammelt

Von 1997 bis 2003 lief Opcin für den 1. SC Feucht in der Oberliga Bayern auf, es folgten die Stationen VfR Moorenbrunn, 1. FC Altdorf, SV Schwaig, VfL Nürnberg und SC Großschwarzenlohe, mit Ausnahme des VfL gelang Opcin mit allen Teams seinerzeit der Aufstieg. Von 2017 bis 2020 war er beim TV Leinburg aktiv und sah seine Mission, den Verein in der Kreisklasse zu etablieren, als erfüllt. Nun soll er den TSV Altenfurt zurück in die Kreisklasse führen. „Das ist natürlich schon unser Ziel, den Verein wieder in die Kreisklasse zu bringen. Ich habe schon viel über meine neue Mannschaft gehört, spielerisch soll sie eine gute Truppe sein, mit der der Aufstieg potenziell realsierbar ist“, bestätigt Opcin.

Ob er selbst die Schuhe schnüren und auf dem Rasen mithelfen wird, die Ziele zu erreichen, steht noch in den Sternen. Ausgeschlossen ist eine Tätigkeit als Spielertrainer aber keinesfalls. „Meinen Pass nehme ich natürlich auf alle Fälle mit. Die große Frage ist doch: Was hilft der Mannschaft? Ich werde definitiv viele Gespräche führen mit den Verantwortlichen und dem Kapitän. Ihr Feedback ist mir wichtig. Wenn sie der Meinung sind, dass ich als Spieler helfen kann, dann tue ich das.“ Grundsätzlich möchte Opcin immer „vorangehen, auch im Training.“ Ohnehin soll sich jeder Spieler künftig über den Trainingsfleiß für die Spiele am Wochenende anbieten können.

Unabhängig davon, ob Opcin künftig seine Mannschaft vom Feld oder von der Seitenlinie aus dirigieren wird, steht seine Spielphilosophie bereits fest. „Ich will auf jeden Fall Fußball spielen. Wir wollen keine langen, hohen Bälle schlagen, sondern hinten herausspielen und viel auf Ballbesitz gehen. Ich bin der Meinung, dass sich die spielerischen Mannschaften über kurz oder lang durchsetzen werden. Denn nur wer den Ball in eigenem Besitz hat, kann das Spiel lenken und gestalten“, gibt der 40-Jährige erste Einblicke in die Art und Weise, wie er künftig spielen lassen möchte.

Umbau des Kabinentrakts

Doch nicht nur auf dem Feld soll sich beim TSV Altenfurt einiges tun, auch neben dem Rasen sind größere Veränderungen geplant. Zu Opcins Konzept, das die Verantwortlichen letztlich überzeugte, gehört neben der Anschaffung von Trainingsklamotten auch der Umbau des Kabinentraktes. „Es soll für beide Herrenmannschaften eine eigene, große Kabine entstehen. Wo jeder Spieler seinen festen Platz hat, mit Ledersitzen und so weiter. Im Profibereich ist das alles Standard, warum sollte man nicht auch im Amateurbereich seinen Jungs angenehme Rahmenbedingungen schaffen“, fragt Opcin und schiebt hinterher: „Ein Hintern ist ein Hintern. Auch der eines Amateurfußballers sitzt gerne bequem.

An Ideen mangelt es an der Wohlauer Straße folglich nicht, allein die Pandemie erschwert nach wie vor den Beginn des Unterfangens. Bis Denis Opcin seine Mannschaft komplett kennengelernt hat, dürften aufgrund des Infektionsgeschehens noch einige Wochen ins Land ziehen.

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