SC Feucht zu Gast beim FC Wendelstein

Blödeln? Nicht mit Schlicker!

Auf eine Pokal-Überraschung hat SC-Trainer Florian Schlicker überhaupt keine Lust. | Foto: Zink2020/10/Schlicker-hadert-scaled.jpg

FEUCHT – Im Toto-Pokal ist der SC Feucht am Nachmittag im Derby beim Bezirksligisten FC Wendelstein gefordert – und gewarnt. Wie stark die Mannschaft von Trainer Andreas Speer ist, haben bereits mehrere Landesligisten erfahren müssen.

Eigentlich hätte der SC Feucht am gestrigen Freitagabend sein Heimspiel gegen den TSV Buch ausgetragen. Es wäre das Topspiel der Landesliga Nord Ost gewesen. Eine Partie, in der der Spitzenreiter mit einem Sieg den Vorsprung auf den Verfolger aus dem Knoblauchsland (Rang drei) auf 16 Zähler hätte ausbauen können. Doch der Terminplan machte den Zeidlern einen Strich durch die Rechnung, anstatt eines Liga-Derbys steht dem SC nun ein Pokal-Derby bevor.

In der 1. Hauptrunde des Toto-Pokals treffen die Zeidler Samstagnachmittag (14 Uhr) auf den FC Wendelstein. Wer in der Partie zwischen dem Bayernliga-Anwärter und dem Bezirksliga-Neuling jedoch eine vermeintlich klare Angelegenheit erwartet, könnte eine Überraschung erleben. Denn der FC Wendelstein ist kein gewöhnlicher Bezirksligist. Als Aufsteiger gelang es der Mannschaft von Trainer Andreas Speer auf Anhieb, sich in der Liga zu etablieren und sich im Aufstiegsrennen festzusetzen. Die 1:3-Niederlage gegen TV 1879 Hilpoltstein vom vergangenen Samstag verhinderte den Sprung auf Relegationsplatz zwei.

Gute Ergebnisse gegen Landesligisten

Welches Kaliber da genau auf den SC Feucht zukommt, verdeutlicht ein Blick auf die Ergebnisse der Wendelsteiner Vorbereitung auf den Restart: Gegen die Landesligisten BSC Woffenbach (aktuell Platz 15 der Landesliga Mitte) gewann die Mannschaft von Trainer Speer mit 2:0, gegen den ASV Vach (Rang 9 der Landesliga Nordost) setzte sich Wendelstein klar mit 3:0 durch. Keine Zufallsprodukte, sondern verdiente Siege des Bezirksligisten. Auch im Testspiel (2:2) gegen den Tabellenzweiten der Landesliga Nordost, den SC 04 Schwabach, wäre ein Sieg für Wendelstein nicht unverdient gewesen.

Andreas Speer, der ehemalige Torhüter, weiß, welch Qualität in seiner Mannschaft steckt. Allen voran im Defensivbereich und auf den Außenbahnen herrsche ein harter Konkurrenzkampf, der ihm viele Optionen biete. Über den Gegner SC Feucht wisse er allerdings „nicht wirklich viel“, da müsse er sich „erst noch ein paar Informationen einholen.“ Neben Trainerkollege Manuel Bergmüller vom TSV Buch denkt Speer dabei auch an seinen Vater, der „regelmäßig mit dem Fahrrad von Altenfurt nach Schwaig fährt und sich die Spiele vor Ort anschaut.“ Ob sich Speer bis Donnerstagnachmittag tatsächlich noch nicht ausgiebig mit dem Landesliga-Spitzenreiter beschäftigt hat, darf zumindest bezweifelt werden.

Mehr als Trikot-Waschen gibt es nicht

Obwohl in diesem einen Pokalspiel die Überraschung möglich ist, will Speer seinen ambitionierten FC Wendelstein nicht mit dem Landesliga-Primus vergleichen: „Prinzipiell können wir uns nicht mit dem SC Feucht vergleichen, weder finanziell noch sportlich. Bei meinen Jungs werden höchstens die Trainingsklamotten gewaschen, mehr aber auch nicht“, weiß Speer um die Stärke und Strahlkraft, die der SC Feucht „mittlerweile auch über die Grenzen Mittelfrankens hinaus“ besitzt.

Dennoch: Klein beigeben kommt für den 56-jährigen Coach nicht in Frage – im Gegenteil: Der SC Feucht muss sich auf eine aggressive und angriffslustige Mannschaft einstellen. „Wir wollen es mutig angehen. Defensiv spielen können wir sowieso nicht, uns hinten reinzustellen und abzuwarten liegt uns überhaupt nicht. Wir haben in der Vorbereitung 38 Tore geschossen und die zweitmeisten Treffer in der Bezirksliga erzielt. Auch auf die Gefahr hin, dass es hinten vielleicht einmal klingelt, werden wir versuchen, das Spiel so lange wie möglich offen zu gestalten.“

Auch Florian Schlicker zollt Respekt

Die Feuchter sind also gewarnt. Wobei ein Unterschätzen des Gegners mit Trainer Florian Schlicker ohnehin nicht in Frage kommt. „Natürlich hab ich mich über Wendelstein schon informiert“, stellt Schlicker klar, der viel vom kommenden Gegner hält: „Ihre Bilanz in der Liga ist für einen Aufsteiger schon beeindruckend. Sie spielen einen gepflegten Ball und haben auch taktisch die ein oder andere Nummer drauf. Viele ihrer Gegner sind voll des Lobes über sie“, hat der Feuchter Coach bereits über den Bezirksligisten in Erfahrung gebracht.

Oberstes Saisonziel ist und bleibt für den SC Feucht natürlich der Aufstieg in die Bayernliga. Grund, den Toto-Pokal auf die leichte Schulter zu nehmen oder eine vermeintliche B-Elf gegen Wendelstein zu schicken ist das jedoch nicht. „Der ein oder andere meiner Jungs wird am Samstag schon Spielpraxis sammeln können“, verrät Schlicker, der aber trotz eventueller Wechsel in der Startelf eine „gute Mannschaft auf das Feld schicken“ wird, die die Partie für sich entscheiden soll. Denn eines ist für den 39-Jährigen klar: „Es wird von unserer Seite aus mit Sicherheit keine Blödel-Veranstaltung werden.

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