Angeschlagen ins Pokalspiel

„Wir gehen auf der letzten Rille“

Nicht nur die vielen Ausfälle, auch die schwache Vorstellung gegen die SG Quelle Fürth (0:4) brachte SC-Trainer Forian Schlicker zuletzt ins Grübeln. | Foto: Zink2021/07/Feucht-Schlicko-Quelle-scaled.jpg

FEUCHT – Vor der Toto-Pokal-Partie beim Bezirksligisten SC Aufkirchen plagen den SC Feucht große personelle Sorgen.
Trainer Florian Schlicker sieht sein Team dennoch in der Favoritenrolle – vorausgesetzt, die Einstellung stimmt.

„Es war schon besser, aber immer noch mit ordentlich Luft nach oben“, lautet Florian Schlickers Fazit nach dem jüngsten Testspiel gegen den Landesligisten SC Schwabach 04 unter der Woche. Nach der bitteren 0:4-Heimniederlage gegen die SG Quelle Fürth vergangenen Samstag hatte Feuchts Trainer von seiner Mannschaft eine Reaktion eingefordert – und diese zumindest teilweise auch bekommen. Beim 2:2-Unentschieden in Schwabach musste Schlicker erneut auf fünf Stammspieler verzichten, das Verletzungspech klebt den Zeidlern seit einigen Wochen an den Hacken.

Zudem zog sich Mittelfeldspieler Salim Ahmed in Schwabach eine Leistenzerrung zu und wird dem Team in den kommenden Wochen ebenfalls nicht zur Verfügung stehen. „Wir gehen personell momentan auf der letzten Rille“, sagt Schlicker.

Lamentieren oder die angespannte personelle Situation gar als Ausrede ansehen will Schlicker jedoch nicht. Noch immer stehen dem 40-Jährigen mit Andreas Sponsel, Nicolae Oltean, Marco Weber, Tim Ruhrseitz und Maximilian Höhenberger erfahrene Leistungsträger zur Verfügung, die die Mannschaft führen und zum Erfolg führen können. So auch heute Nachmittag (16 Uhr), wenn der Bayernliga-Aufsteiger in der Qualifikationsrunde des Toto-Pokals beim SC Aufkirchen zu Gast ist.

Offensivstarke Gastgeber

„Aufkirchen ist eine Mannschaft, die schon eine gewisse Qualität besitzt. Es ist eine gestandene Truppe mit guten Stürmern. Da müssen wir schon richtig aufpassen“, beschreibt Schlicker den Bezirksligisten, der seine bisherigen Vorbereitungsspiele allesamt erfolgreich gestaltete. Beim 6:1 gegen Marktoffingen, dem 5:2 beim SV Arberg, dem 3:0 gegen den TSV Dinkelsbühl und dem 2:1 gegen den SV Cronheim zeigte sich Aufkirchen in der Offensive brandgefährlich und sammelte jede Menge Selbstvertrauen vor dem Duell mit dem Bayernligisten.

„Wir müssen uns allerdings erst noch als Bayernligist beweisen“, sagt Schlicker, der seine Mannschaft freilich in der Favoritenrolle sieht. „Solche Spiele sind überwiegend Kopfsache. Wenn wir mit der nötigen Einstellung in die Partie gehen, wird es sicherlich eine lösbare Aufgabe für uns. Aber ich rechne schon mit einem Kampfspiel“, betont der Feuchter Coach.

Erinnerung an den FC Wendelstein

Wie unangenehm es sein kann, gegen einen hoch motivierten Bezirksligisten zu spielen, mussten die Feuchter in der vergangenen Spielzeit im Oktober beim FC Wendelstein feststellen. Gegen das Team von Trainer Andreas Speer musste Feucht nach umkämpften 90 Minuten (0:0) ins Elfmeterschießen und behielt dabei dank der Treffer von Fabian Klose, Tim Ruhrseitz und Felix Spielbühler die Oberhand. „Je länger man so einen Gegner am Leben lässt, desto mehr Selbstvertrauen schöpft er und desto gefährlicher wird er“, erinnert Schlicker daher sein Team, den Kontrahenten aus dem Landkreis Ansbach von der ersten Minute an ernst zu nehmen und so schnell wie möglich für klare Verhältnisse zu sorgen.

Neben Salim Ahmed wird auch Fabian Klose „noch mindestens zwei, drei Wochen fehlen“, sagt Schlicker. Zuletzt hinkte der 28-Jährige an Gehhilfen mit einem Spezialschuh, einer Unterschenkel-Orthese, durch das Feuchter Waldstadion, seine gefährlichen Flügelläufe und offensive Durchschlagskraft gehen der Mannschaft spürbar ab.

Da trifft es sich gut, dass mit Stephan König der Toptorjäger der vergangenen Spielzeit (19 Treffer in 22 Spielen) zurückkehrt und immerhin „einige Minuten Einsatzzeit“ bekommen wird, wie Schlicker vorab verrät. Hoffentlich kein schlechtes Omen: In der angesprochenen Partie in Wendelstein verletzte sich König im vergangenen Jahr schwer am Sprunggelenk und fiel anschließend wochenlang aus. Eine Geschichte, die sich aus Königs sowie aus Feuchter Sicht keinesfalls wiederholen sollte – in der aktuell angespannten Personalsituation schon gar nicht.

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