Röthenbacher bei Deutscher Meisterschaft der Geher über 50 km Dritter

Janker erkämpft stilsicher Bronze

Bronze beim Debüt: Andreas Janker aus Röthenbach bestritt bei den Deutschen Meisterschaften der Geher erstmals ein Rennen über 50 km und wurde Dritter. Foto: P. Pohle2013/10/71911_GehenJankerDM50km_New_1382713264.jpg

GLEINA/RÖTHENBACH— Das 50-km-Gehen, das seit 1932 zum Programm der Olympischen Spiele gehört, wird als die härteste Disziplin der Leichtathletik bezeichnet. Während Frauen auch über die 20 km an den Start gehen, gehören die 50 km zu den wenigen Disziplinen, die nur von Männern betrieben wird. Andreas Janker (DAV Röthenbach/LG Röthenbach), der erst vor einem Jahr vom Marathonlauf auf das Wettkampfgehen umgestiegen ist, wagte bei den Deutschen Meisterschaften im Sachsen-Anhaltinischen Gleina sein Debüt über die Königsdistanz des Gehsports und konnte mit dem Gewinn der Bronzemedaille seinen bisher größten Erfolg als Geher feiern.

Vor den Augen von Bundestrainer Ronald Weigel, selbst Weltmeister 1983 und Olympiazweiter 1988 über 50km, reihte sich Janker bereits vom Start weg auf dem dritten Rang ein. Vor ihm setzen sich die beiden favorisierten 24-jährigen Nationalkader-Athleten Carl Dohmann (SCL Heel Baden-Baden) und Nils Christopher Gloger (SC Potsdam) an die Spitze. Hinter Janker auf Rang 4 machte sich der Senioren Weltmeister des Jahres 2011, Uwe Schröter von der LG Vogtland auf die Verfolgung.

Auf der einen Kilometer langen Strecke, die von den Gehern 50mal zu absolvieren war, konnte Janker Runde um Runde seinen Vorsprung auf den Vogtländer Schröter ausbauen, während an der Spitze der Potsdamer Gloger führte, der zwischenzeitlich von seinen im 20-km-Rahmenwettbewerb gestarteten Vereinskameraden Nils Brembach und dem derzeit besten Deutschen Geher, dem Olympia 24. von London und WM 9. von Moskau, Christopher Linke, begleitet wurde.

Durch die Tempogestaltung seiner Teamkollegen konnte Gloger seinen Vorsprung bis km 25 auf den Badener Dohmann ausbauen, hatte aber bis dahin schon zwei Disqualifikationsanträge von den Gehrichtern hinnehmen müssen. Bei einem dritten hätte er das Rennen verlassen müssen. Gloger bekam aufgrund seines hohen Anfangstempos nun Probleme, die ihn mehrfach zum Anhalten zwangen.

Janker dagegen, der von den Gehrichtern auf der Strecke statt Verwarnungen nur Lob für seinen sauberen Gehstil erhielt, gelang es bei km 30, den auf Rang 4 liegenden Uwe Schröter erstmals zu überrunden. Nun musste der 30-jährige Röthenbacher aber bereits kämpfen und hatte Mühe, sein bis dahin gleichmäßiges Tempo zu halten.

Janker im Grenzbereich

Bei km 35 konnte der Badener Dohmann, der weiterhin unbeeindruckt seine Runden drehte, den nun immer dramatischer einbrechenden Potsdamer Christopher Gloger überholen, während sich auch bei Janker die Schmerzen häuften. Trotz einer harten Vorbereitung, in der der Röthenbacher unter aanderem an vier Marathonläufen als Geher teilnahm, um sich bestmöglich an die enormen Belastungen zu gewöhnen, war er nun bereits im Grenzbereich, sodass Schröter wieder zu Janker aufschloss, um die Überrundung rückgängig zu machen.

Janker konnte sich aber von seiner Schwächephase erholen und ab km 40 den Vorsprung auf Rang 4 wieder ausbauen. Schließlich erreichte Andreas Janker das Ziel nach 4:43:27 Stunden und konnte sich neben dem Gewinn der Bronzemedaille auch über ein Lob von Bundestrainer Ronald Weigel freuen.

Den Meistertitel sicherte sich am Ende Carl Dohmann in 3:57:58 Stunden; er stieß mit dieser Zeit in den Bereich der erweiterten Weltspitze vor. Der Potsdamer Gloger, der zwischenzeitlich über 20 Minuten Vorsprung auf Janker hatte und davon einiges einbüßte, erreichte schließlich das Ziel auf Rang 2 in 4:30:52 Stunden.

Andreas Janker, der in diesem Jahr bei den Gehern bereits jeweils zwei Bayerische und Süddeutsche Meistertitel errang, kann sich nun auch über seinen ersten Medaillengewinn bei Deutschen Meisterschaften freuen.

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