Handball

Randolf Weyland aus Berlin coacht HC Hersbruck

Kennen und schätzen sich aus gemeinsamen Zeiten in Potsdam: Ulli Meyer, Sportlicher Leiter der Männer beim HC (links), und Trainerurgestein Randolf Weyland, der Hersbrucks Handballer/innen nach vorne bringen will. | Foto: Porta2019/05/DSC_0208.jpeg

HERSBRUCK – Mit ihm hat der HC Hersbruck einen Handballer mit Leib und Seele „geangelt“: Randolf Weyland übernimmt ab sofort als Trainer die Herren- und Damenmannschaft.

Der 66-jährige „Baliner“ atmet Handball, das wird schon nach den ersten Worten deutlich, die Begeisterung für seinen Sport sprudelt nur so aus ihm heraus – und ist höchst ansteckend. Im Berliner Stadtteil Neukölln aufgewachsen, probierte Weyland viele Sportarten aus, blieb dann mit 15 beim Polizei SV am Handball „hängen“ – der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft. Was Wunder, dass selbst die „Shortlist“ seiner Erfolge eine beachtliche Länge aufweist.

Als Auswahlspieler der damals noch hermetisch abgeriegelten Spreestadt stand er 1972 in der A-Juniorennationalmannschaft mit den 78er-Weltmeistern Jo Deckarm und Kurt Klühspieß „auf der Platte“, spielte später als Kreisläufer in der Regionalliga und der 2. Bundesliga Nord und hätte auch höher spielen können, wollte Berlin freilich (noch) nicht verlassen.

Steile Karriere

Schon früh bastelte er an seiner inzwischen 40 Jahre andauernden Trainerlaufbahn, ist seit 1999/2000 Inhaber der A-Lizenz (im gleichen Lehrgang war auch Alfred Gislason, der legendäre Meistercoach des THW Kiel). Weyland führte die Männer des SC Siemensstadt zur Berliner Meisterschaft und zum Pokalsieg und holte auch mit den Frauen des OSC Schöneberg den „Pott“. Nach dem Mauerfall coachte er den HC Spreewald Luckau von der Verbands- in die Oberliga und später gemeinsam mit Alex Haase – heute „Co“ von Bundestrainer Christian Prokop – auch den VfL Potsdam in die Oberliga. Dazu kamen Engagements in der Regionalliga (unter anderem Hoyerswerda) und der Dritten Liga mit den Frauen aus Altlandsberg.

Seinen größten Erfolg aber feierte der Fernmeldetechniker im Ruhestand 1993: Als „Bundestrainer“ führte er ein bunt zusammengewürfeltes Team für alle überraschend zur Silbermedaille bei der Post/Telekom-EM und schlug dabei auch die Schweden um Magnus Wislander – seines Zeichens immerhin Welthandballer des Jahrhunderts. „Am Ende fehlte uns nur ein einziges Tor zum Titel“, erzählt Weyland.

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Was führt so einen „Handballverrückten“ ausgerechnet nach Hersbruck, in die Niederungen der Bezirksliga? „Ich arbeite gerne mit jungen Leuten und versuche sie nach oben zu bringen“, sagt er. Das bewies Weyland schon bei der HSG Sulzbach/Leidersbach, deren C-Mädchen er ungeschlagen zur südhessischen Meisterschaft führte. Damals „managte“ er übrigens drei Teams gleichzeitig – diese Erfahrung soll ihm nun helfen, beim HC sowohl die Herren (die mit dem nach Sulzbach gewechselten Marco Schmidt einen schmerzlichen Abgang verkraften müssen) als auch die Damen zu führen.

Der Kontakt kam schon 2018 zustande, als Hersbruck via BHV-Onlinetrainerbörse nach einem geeigneten Coach suchte. „Damals klappte es aus finanziellen Gründen nicht“, sagt Ulli Meyer, Sportlicher Leiter des Männerbereichs beim HC. Er kennt und schätzt den Berliner schon aus seiner Zeit in Potsdam. Auch deshalb riss der Gesprächsfaden niemals ab und als nach der vergangenen Spielzeit auch Damencoach Robert Lorenz aufhörte, entschied sich der Verein für die nicht ganz alltägliche „Doppellösung“.

Weyland, den auch die prächtige Atmosphäre bei Heimspielen im Sportzentrum für den HC einnahm („Da ist mehr los als in der Berliner Verbandsliga“) will zudem auch den Jugendtrainern mit Rat und Tat zur Seite stehen und an den Hersbrucker Schulen für „seinen“ Handballsport werben.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta