TV Altdorf verspielt eine 2:0-Satzführung

Nur zwei statt drei Punkte

Altdorfs Diagonalspielerin Alina Hösch (in blau) setzte vor allem im dritten Durchgang viele Akzente im Angriff. Doch die Gäste aus Vilsbiburg kämpften sich zurück und machten den Löwinnen das Leben schwer. | Foto: Daniel Frasch2021/12/TV-Altdorf-Alina-Hoesch-Angriff-scaled.jpg

ALTDORF – Nach dem vergebenen Matchball in Satz drei droht die Partie gegen Vilsbiburg II zu kippen. Im entscheidenden fünften Satz demonstriert die Altdorfer Mannschaft jedoch, dass sie zu einem Zweitliga-Topteam gereift ist.

Zwei Punkte gewonnen oder doch einen verloren? Diese Frage dürften sich viele der coronabedingt nur 50 anwesenden Zuschauer der Altdorfer Dreifachhalle im Anschluss an die Partie gestellt haben. Zwar gewann der TV Altdorf sein Heimspiel gegen Rote Raben Vilsbiburg II mit 3:2 (25:20, 25:23, 25:27, 17:25, 15:6), am Ende aber standen nur zwei Punkte zu Buche.

Dabei sah es lange Zeit danach aus, als könnten die Gastgeberinnen mit den Niederbayern kurzen Prozess machen und sie glatt mit 3:0 nach Hause schicken. Doch anstatt den Matchball im dritten Satz zu erzielen, unterlag der TVA im dritten und anschließend auch im vierten Durchgang. Berücksichtigt man jedoch die anhaltende Verletztenmisere (gegen Vilsbiburg standen fünf Spielerinnen nicht zu Verfügung), sollten sich die Löwinnen über zwei gewonnene Punkte freuen, statt dem dritten nachzutrauern.

Nawrat und Dias starten furios

Selbstbewusst startete Nadja Nawrat in die Partie und füllte die für sie ungewohnte Rolle in der Netzmitte couragiert aus. Mit ihren druckvollen Aufschlägen markierte sie wichtige Punkte. TV-Zuspielerin Mariana Mantellato Dias konnte aus einer soliden Annahme heraus ihre Angreiferinnen geschickt in Szene setzen. Mit zwei zwingenden Schlussaktionen entschied Juliane Kind den ersten Satz.

Im zweiten Satz zeigten die Gäste eine deutliche Leistungssteigerung und hielten die Begegnung lange Zeit offen. Spielführerin Katharina Schön verwandelte schließlich den vierten Satzball als Angriffskracher. Im dritten Satz setzte vor allem Diagonalspielerin Alina Hösch mit einer hervorragenden Angriffsquote Akzente, zum Satzgewinn reichte das jedoch nicht. Mit schnellen Tipps über die Mitte knapp hinter den Block machte Vilsbiburg jedoch Punkte wett, Altdorf wirkte in der Abwehr zunehmend müde. Trotz zweier Satzbälle und einer hohen Führung zu Satzbeginn musste Altdorf den dritten Durchgang mit 25:27 abgeben.

Altdorf plötzlich von der Rolle

Mit neuem Selbstvertrauen ausgestattet und hochkonzentriert kämpften die Roten Raben die Gastgeberinnen im vierten Satz nieder. Mit 19:11 arbeiteten sich die Niederbayern einen komfortablen Vorsprung heraus, der TVA hingegen war plötzlich total von der Rolle. „Wir hätten den Sack im dritten Satz zumachen können. Im vierten Satz war dann kurz die Luft raus. Im fünften haben wir das Ding souverän nach Hause gebracht“, bilanziert Altdorfs Mittelblockerin Katarzyna Stanic im Anschluss an die Partie.

Obwohl der entscheidende fünfte Satz mit einem Aufschlagfehler begann, zeigten die Löwinnen nun Zähne. Ein konsequent angelegtes Angriffsspiel und mehr Stabilität und Reaktionsvermögen in der Feldabwehr sorgten für eine zwischenzeitliche 8:4-Führung. Trotz fehlender Wechseloptionen spulte Altdorf die Partie nun solide herunter. Altdorfs Libera Christine Prügel, die die fünf Sätze mit vollem Einsatz durchgespielt hat, räumt im Rückblick zwar auch „Eigenfehler und Abstimmungsprobleme“ ein, „aber im fünften Satz haben wir zu alter Stärke zurückgefunden und sind in allen Elementen als starkes Rudel aufgetreten.

Sechs Teams eng beieinander

Wie wichtig die beiden Zähler sind, zeigt ein Blick auf die Tabelle der 2. Volleyball-Bundesliga. Die ersten sechs Teams liegen nur drei Punkte auseinander, mit 22 Punkten aus zehn Saisonspielen und einem Satzverhältnis von 26:13 belegt der TV Altdorf hinter Wiesbaden II Platz zwei. Auf Altdorfer Seite wurde zum zweiten Mal in dieser Saison Marianna Mantellato Dias zur wertvollsten Spielerin gewählt. Sie bringt gleichzeitig Ruhe und Spirit ins Altdorfer Team und vertritt Ellen Heimburger bislang souverän.

Von Daniel Frasch und Peter Voss

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