Feuchter drehen ein 0:2

Mit Kopf und König

Gleich zweimal trifft Torjäger Stephan König in den Schlussminuten und verhilft seinem SC doch noch zu drei Punkten. | Foto: Zink/Archiv2021/08/SC-Feucht-Stephan-Koenig-Zink-online.jpg

Feucht – Gegen Großbardorf liegt der SC Feucht schnell 0:2 zurück, legt dann aber einen bemerkenswerten Schlussspurt hin und schickt die Gäste mit 4:2 nach Hause.

Die Heimpartie des 1. SC Feucht am neunten Spieltag in der Bayernliga Nord gegen den TSV Großbardorf hat am Samstag einen kuriosen Verlauf genommen. Denn oft ist es ja so, dass die Gastmannschaft nach einer langen Anreise beim Anpfiff mit den Gedanken noch im Bus oder in der Kabine ist. Nicht so am Samstag im Waldstadion. Da war der gastgebende SC nicht bei der Sache.

„Wir haben den Start verschlafen. Die Anfangsviertelstunde war von unserer Seite richtig gruselig. Wir waren auf dem Platz wie paralysiert“, stellte ein zu diesem Zeitpunkt geschockter Feuchter Coach Florian Schlicker fest. Zweimal hatten die Gastgeber im Spielaufbau den Ball verloren, zweimal hatten die Grabfeld-Gallier aus dem Kreis Rhön-Grabfeld perfekt umgeschaltet und diese Momente zu zwei Treffern genutzt.

Zwei Fehler, zwei Gegentore

Zunächst war es Lukas Illig, der Andreas Sponsel zwischen den Pfosten des Feuchter Gehäuses düpierte (3.), und beim zweiten Mal gab Maximilian Weiß Sponsel das Nachsehen (6.). „Klar, das waren kapitale Fehler von uns. Ich muss aber auch sagen, dass Großbardorf das zweimal sehr gut gemacht hat und wir da nur zuschauen konnten“, so Schlicker zu diesen beiden Situationen.

Aber nach und nach wachten die Gastgeber auf, schüttelten das doppelte Trauma ab. Feucht besann sich auf seine Qualitäten, setzte auf das spielerische Moment. Bei strömendem Regen kombinierte der Sportclub von hinten raus über den Flügel nach vorne. Den Pass ins Zentrum ließ Philipp Spießl durch, denn hinter ihm lauerte Salim Ahmed, der mit einem schönen Schuss den 1:2-Anschluss herstellte (23.). Mit diesem Spielstand ging es zum Aufwärmen und Trocknen in die Kabinen.

Nach der Pause kam Feucht besser raus und auch die Sonne blitzte durch die Wolken: „Wir hatten jetzt viel Ballbesitz, aber die klaren Torchancen fehlten zunächst noch“, meinte Schlicker. Die Zeit lief den Hausherren davon, die Uhr tickte immer weiter Richtung Spielende. Doch der eingewechselte Nico Wessner war es, der mit dem Kopf das 2:2 erzielte (81.). Das war dann der kollektive Weckruf für die Heimelf, die nun mit aller Macht dem Sieg entgegenstrebte.

König mit Doppelpack

Zweimal bereitete Tim Ruhrseitz vor, zweimal zeigte Torjäger Stephan König, dass er durch die lange Verletzung nichts von seinen Vollstrecker-Qualitäten eingebüßt hat. Einmal per Kopf (85.) und einmal mit dem Fuß in die lange Ecke (87.) traf König und so gab es doch noch ein Happy End für die Zeidler. Nach zwei Gegentreffern in den ersten sechs Minuten hatte Feucht nun in sechs Minuten dreimal getroffen und den Spielstand zu ihren Gunsten gedreht.

„So etwas wie am Anfang darf uns nicht passieren. Aber die Mannschaft hat dann eine bemerkenswerte Moral an den Tag gelegt, hat Großbardorf niedergerungen und aufgrund der Spielanteile und Chancen am Ende auch verdient drei Punkte geholt“, so das Fazit von Schlicker. Der reist mit seiner Truppe am kommenden Samstag in den Bayerwald zur DJK Vilzing, die nach drei Niederlagen am Stück ohne eigenes Tor von der Tabellenspitze auf Platz fünf abgerutscht ist.

Für den SC spielten: Sponsel, Köstler (88. Jessen), Schäf (77. Tekeser), Hering, Oltean, Spießl, Ahmed (66. Wessner), Klose, Spielbühler, Ruhrseitz, König
Tore: 0:1 Illig (3.), 0:2 Weiß (6.), 1:2 Ahmed (23.), 2:2 Wessner (81.), 3:2 König (85.), 4:2 König (87.)
Zuschauer: 165
Schiedsrichter: Christopher Schwarzmann

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