Aufsteiger gegen Schlusslicht: TVL muss zum TSV Neunhof

Leinburg und das Prinzip Hoffnung

Die sportliche Situation lässt sich auch an den Minen der beiden Trainer ablesen: Hier Marco Schlagbaum vom Aufsteiger TSV Neunhof, der trotz zuletzt fünf siegloser Spiele mit seiner Elf bisher eine sehr gute Saison spielt, dort Matthias Schiller vom TV Leinburg, der mit zwei Punkten abgeschlagen am Tabellenende der Kreisliga steht. Fotos: M. Keilholz2015/10/trainerneunhof_schillerprtrait.jpg

LEINBURG – Selten war die Favoritenrolle so eindeutig vergeben, wie vor dem Duell in der Kreisliga Erlangen-Pegnitzgrund 2 zwischen dem TSV Neunhof und dem TV Leinburg.
Hier der starke Aufsteiger aus Neunhof, der mit 14 Punkten aus zehn Spielen auf Rang acht steht. Dort der bedauernswerte Tabellenletzte, der es im gleichen Zeitraum gerade einmal auf zwei Punkte gebracht hat und dem rettenden Ufer mit acht Punkten hinterherhinkt.
Die Fußballer vom Welserbach befinden sich allerdings, zumindest was die Punktausbeute betrifft, in den zurückliegenden Wochen auf dem absteigenden Ast. Aus den letzten fünf sieglosen Spielen ist die Elf von Trainer Marco Schlagbaum zweimal als Verlierer vom Platz gegangen.
Doch darunter ist die komplette Kreisliga-Spitze der vergangenen Saison, 1. FC Hersbruck (0:2), TSV Brand und TSV Neunkirchen (jeweils 0:0), SV Ermreuth (3:3) und zuletzt DJK Weingarts gewesen, wo der Liganeuling vor Wochenfrist mit 0:3 die Segel streichen musste.
Trotz dieses momentanen Durchhängers ist der Aufsteiger, bei dem der Wechsel von Aufstiegstrainer Darius Bodjrenou, der nach einer kurzen schöpferischen Pause inzwischen das Zepter beim Bezirksligisten SK Lauf übernommen hat, zu Marco Schlagbaum reibungslos verlaufen ist, weiterhin gut dabei in der neuen Umgebung. „Wir sind mit dem Zwischenstand sehr zufrieden“, zieht der TSV-Coach eine positive Zwischenbilanz.
Damit sich das Pendel nicht ins Negative dreht, ist allerdings gegen den Tabellenletzten wieder einmal ein Sieg fällig.
Große Verletzungssorgen
Die Fußballer vom Welserbach plagen jedoch arge Verletzungssorgen. So fällt die komplette Offensive aus. Der Top-Torjäger der vergangenen Saison und Aufstiegsheld des Relegationsspiels gegen Schnaittach (5:2), Andreas Galster, ist seit dem zweiten Spieltag verletzt; Philipp Mayer und Marco Horlamus müssen ebenfalls ersetzt werden.
Den Aufsteiger zeichnet ein guter Zusammenhalt und Kameradschaft aus. Tugenden, die heutzutage selbst im Amateurfußball nicht mehr alltäglich sind. Der Altersdurchschnitt liegt bei 22 Jahren. „Senior“ des Teams mit 25 Jahren ist Kapitän Marco Schwemmer.
Abstieg vorprogrammiert?
Für den TV Leinburg scheint dagegen scheint bereits nach einem Drittel der Saison der Abstieg vorprogrammiert. Trainer Matthias Schiller, in der vierten Saison am Fuße des Moritzbergs tätig, hat die dortigen Fußballer nach 18 Jahren Abstinenz in die Kreisliga und dort in der vergangenen Saison mit einer starken Rückrunde zum Klassenerhalt geführt.
Nach diversen Spielerabgängen ist jedoch eingetreten, was im Vorfeld der Saison befürchtet worden war. Stephan Otto (zum Landesligisten ASV Pegnitz) und Maximilian Sperlich (SV Schwaig), der dort allerdings nur in der Reserve in der Kreisklasse zum Einsatz kommt, sowie Micha Schneider (beruflich), Markus Dorsch (Knorpelschaden) und Schiller selbst, der verletzungsbedingt die Fußballschuhe an den Nagel hat hängen müssen, haben Lücken gerissen, die bis heute nicht geschlossen werden konnten. Dass sich das Wunder der vergangenen Saison, wo die Leinburger das Maximum herausgeholt haben, wiederholen lässt, gerät von Woche zu Woche mehr und mehr außer Reichweite.
„Muss viel zusammenpassen“
Die wochenlangen Misserfolge zehren inzwischen auch an der Physis der Spieler. „Uns fehlt einfach einmal ein Erfolgserlebnis“, beklagt der Trainer. Zuletzt waren die Leinburger Fußballer ja zweimal nahe dran. Doch vor zwei Wochen hat in Eckenhaid (3:3) selbst ein 3:0 nicht zum Sieg gereicht, ebenso wie vorigen Sonntag im Kellerduell gegen Uttenreuth, wo trotz zweimaliger Führung am Ende eine bittere 2:4-Heimniederlage stand. „Dabei hätten wir von den Chancen her gegen Uttenreuth unbedingt einen Dreier landen müssen“, so ein enttäuschter Trainer im Rückblick.
In Neunhof spricht so gut wie nichts für den Tabellenletzten. Schiller: „Wir wollen versuchen, läuferisch und kämpferisch dagegenzuhalten und ein gutes Spiel zu machen, dann wird man sehen, was rauskommt. Es wird allerdings sehr sehr schwer für uns und es muss viel zusammenpassen, wenn wir etwas mitnehmen wollen“.

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz