Michael Lorenz legte über 3000 Kilometer zurück

Laufer radelte nach Athen

Angekommen in Athen: der Ironman-Triathlet Michael Lorenz aus Lauf. | Foto: Privat2019/10/per-rad-nach-athen.jpg

LAUF/ATHEN — Der Ausdauersportler und Ironman-Triathlet Michael Lorenz hat eine mehrwöchige Radtour von Lauf nach Athen absolviert. Dabei legte er 3086 Kilometer zurück und führte eine Bergsteigerausrüstung mit, um den Olymp zu besteigen. Deswegen mussten auf den Tages­etappen bis zu 30 Kilo Gepäck transportiert werden.

Die Reiseroute führte ihn an der Donau entlang nach Wien. Dem sonnigen Wetter folgend, entschied sich Lorenz, nicht über Rumänien zu radeln, sondern er riskierte die direktere Variante über Serbien und Mazedonien. Diese Route zeichnet sich durch Anstiege von über 1200 Metern aus. Von Skopije radelte der Laufer auf die griechische Küste zu, folgte dem Küstenverlauf bis Athen und besuchte damit sechs europäische Hauptstädte. Die Rückreise erfolgte via Venedig mit Schiff und Zug.

Illegal in Mazedonien

An der ungarisch-serbischen Grenze erhielt der Laufer einen Stempeleintrag in seinen Pass, bevor er über die grüne Grenze nach Mazedonien einreiste. Er folgte dem Straßenverlauf und traf auf eine verlassene Grenzstation. Wie sich aber herausstellte, befand sich der 44-Jährige nun illegal in Mazedonien. Die Einheimischen sagten, er hätte über die Autobahn von Serbien in die ehemals griechische Provinz ausreisen müssen.

Als Lorenz die Polizei um Rat fragte, erklärte diese ihm, er müsse tatsächlich auch weiterhin die Autobahn benutzen. Der irritierte Sportler wurde per Einsatzwagen auf die Standspur dirigiert. An der Grenze wartete er auf die Grenzpolizei und damit auf sein Schicksal. Allerdings wollte ihn niemand festnehmen.

Von fünf Hunden eingekreist

Neben Ausdauer und Willenskraft waren auch Gelassenheit und Glück notwendig. Einmal campierte der Laufer in der Nähe einer Wiese. Von 116 Tageskilometern schon etwas aufgebraucht, hatte der 44-Jährige sein Zelt noch nicht aufgebaut, als er von fünf großen Hunden eingekreist wurde. Auf einen Olivenbaum zu klettern, war keine Option. Schließlich rief Lorenz um Hilfe, die in Form von Schäfern eintraf. Sie ermunterten den Laufer postwendend zur Olymp-Besteigung.

Nach dem einzigen Ruhetag radelte er bis auf 1100 Meter Höhe, ließ sein Fahrrad stehen und stieg zur 2100 Meter hoch gelegenen Schutzhütte auf, wo er Kaminfeuer, Vollmond und den Sonnenaufgang über dem ägäischen Meer genoss. Am nächsten Tag ging es, gestärkt vom Frühstück, auf die Nebengipfel Skolio und Skala. Der Hauptgipfel war kein Ziel. Dort droht Steinschlag, mitverursacht durch den Massentourismus. Außerdem wollte Lorenz Kräfte sparen.

Etwas mitgenommen durch die für die Muskulatur ungewohnten Höhenmeter, musste er nun, nach 2250 Radkilometern und der bergsteigerischen Leistung, weitere 475 Kilometer bei nicht nachlassender Hitze bewältigen. Am 29. Tag schließlich erreichte der Sportler Athen.

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