Landkreislauf: Die schönsten Strecken für die Walker

Damit die Schilder gut gesehen werden, hat Streckenchef Gerhard Burkhardt an den wichtigsten Punkten zusätzlich rotweiße Flatterbänder aufgehängt. Schließlich soll sich niemand verlaufen – auch nicht, wenn er die Strecke an einem anderen Tag als dem morgigen Samstag laufen will. Foto: Ziegler2011/07/Gerhar_Burkhardt_Landkreislauf_Streckenchef.jpg

Vielleicht weil aller guten Dinge drei sind – oder schlicht wegen seiner gewachsenen Erfahrung –, hatte Streckenchef Gerhard Burkhardt aus Ottensoos in diesem Jahr eine leichte Aufgabe: Die Strecke für den Landkreislauf hat der 57-jährige Ottensooser quasi aus dem Ärmel geschüttelt.

Bei der Erstellung der Strecke für das größte Laufereignis im Landkreis hat der Streckenchef weitgehend freie Hand: Nur der Zielort ist vorgegeben. 2010 zum Beispiel war es Freiröttenbach, das zugleich den 100. Geburtstag seiner Feuerwehr feierte. In diesem Jahr ist ein noch wesentlich älteres Geburtstagskind dran: Schnaittach, das vor 1000 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Der ganze Rest liegt seit drei Jahren in den Händen von Gerhard Burkhardt aus Ottensoos.

Der kleine Happurger Ortsteil See hat es ihm schon länger angetan. „Ich studiere immer die Ergebnislisten, und da ist mir schon vor Jahren die Mannschaft Juraflitzer See aufgefallen. Als ich dann erfahren habe, dass alle Läufer tatsächlich aus See stammen und sogar zu einer Familie gehören, war mir klar: Da müssen wir hin“, erzählt er. Die Familie Mücke hat ihm auch prompt mit Rat und Tat zur Seite gestanden, als Burkhardt die Strecke der ersten Etappe nach Waller auskundschaftete. Auch stellte Tobias Mücke den Kontakt zum Altenheim in See her, in dem die Sportler vor dem Start die Sanitäranlagen benutzen dürfen.

Alle Burkhardts helfen mit

Familiensache ist der Landkreislauf auch bei den Burkhardts: Die Frau testet die Strecken als Nordic Walkerin, die drei erwachsenen Söhne helfen beim Beschildern. Gerhard Burkhardt selbst zeichnet nicht nur für den Streckenverlauf verantwortlich, sondern auch fürs Zeitmanagement: Er berechnet, wie lange der schnellste Läufer und der langsamste Nordic Walker auf welcher Etappe brauchen, berücksichtigt dabei Länge und Schwierigkeitsgrad. Danach legt er fest, wann der nächste Startschuss erfolgen kann. Dabei hat ihm sehr geholfen, dass seit 2010 nur noch zehn statt wie zuvor 12 Etappen gelaufen werden. „Das entzerrt das Ganze ungemein“, so Burkhardt.

Auf einen Vorschlag des Anfang Mai verstorbenen Nordic-Walking-Trainers Herbert Pöhlmann vom Skiclub Lauf geht die Änderung zurück, dass jetzt nicht mehr die letzten fünf Etappen gewalkt werden, sondern einfach die fünf schönsten und am besten geeigneten Etappen, nämlich 2, 4, 6, 7 und 10. „Wichtig ist für die Nordic Walker einfach wegen des Stockeinsatzes umso mehr, dass sie möglichst wenig auf Asphalt laufen müssen. Dem haben wir in diesem Jahr Rechnung getragen“, so Burkhardt. Und wo sich Asphaltstrecken nicht haben vermeiden lassen, wird der seitliche Grünstreifen gemäht, sodass dort gewalkt werden kann.

Seit er die Aufgabe des Streckenchefs übernommen hat, kann Gerhard Burkhardt selbst natürlich nicht mehr mitlaufen beim Landkreislauf – früher hatte er das regelmäßig getan. Er wird am Samstag im Führungsfahrzeug vor dem schnellsten Läufer sitzen. Außerdem betreut er die beiden Läufer-Mannschaften des FC Ottensoos.

N-Land Julia Ziegler
Julia Ziegler