Deutsche Meisterschaft im Bogenschießen

Gold am Maifeld

Merkel Deutsche Meisterschaft Bogenschießen
Im Fokus der 2000 Zuschauer: Bei den Final-Entscheidungen mussten die Athleten von einem Podest aus auf die Scheiben schießen. Domenik Merkel ließ sich von dieser besonderen Situation jedoch nicht aus der Ruhe bringen. | Foto: SV Moosbach2019/08/Geaenderte-Kopie-von-Zeitung-dsb.jpg

BERLIN/FEUCHT – Rekordkulisse, Großbildleinwand, Live-Übertragung – all das stört Domenik Merkel vom SV Moosbach 
bei der Deutschen Meisterschaft im Bogenschießen nicht. Auch die anderen Teilnehmer aus der Marktgemeinde Feucht glänzen in Berlin mit starken Leistungen.

Die Tribüne am Berliner Maifeld war voll besetzt. Übertragung auf der Großleinwand. Moderator. Das volle Programm. Das Publikum begrüßte jeden Schützen mit großem Hallo – egal ob die Olympiazweite Lisa Unruh, Europameister Florian Kahlund oder eben Domenik Merkel vom SV Moosbach und seinen Gegner und Team-Kollegen im Jugend-Nationalkader, Flavio Schilp. Von der großen Kulisse ließ sich der Mittelfranke jedoch nicht beeindrucken.

Von einem Podest in eineinhalb Meter Höhe, im Rücken zwei Kameras, surrten seine Pfeile beständig und zielgenau Richtung Scheibe. Selbst nach zwei gewonnen Passen ließ Merkel dem Gegner keine Chance. Auch seine letzten drei Pfeile trafen alle ins Gold. Damit hatte der junge Moosbacher seinen bisher größten Erfolg erreicht: Die Gold-Medaille auf der Deutschen Meisterschaft WA 2019 in Berlin.

Merkel hatte sich bereits in der Qualifikationsrunde der Deutschen Meisterschaft in Berlin in der Bogenklasse Jugend mit 659 Ringen an die Spitze geschossen. In der Entscheidung, ob er ins Gold- oder Bronze-Finale kommen wird, setzte er mit einer 30 von 30 möglichen Ringen ein deutliches Zeichen.

Nervenstark ins Viertelfinale

Auch seine Team-Kollegen des SV Moosbach fuhren erfolgreich nach Hause. Es sind persönliche Erfolge, nichts, was man in Medaillen messen kann. Marc Zehelein, im Vorjahr noch abgeschlagen im hinteren Bereich, schoss sich nervenstark bis ins Viertelfinale und musste sich erst dem späteren Vize-Meister Flavio Schilp geschlagen geben.

Ersatzmann Johannes Horn, der nur zwei Wochen Zeit hatte, um sich intensiver vorzubereiten, konnte sich zur Bayerischen Meisterschaft noch etwas steigern und zeigte eine stabile Leistung. Mit nur vier Ringen verpassten sie in der mit zehn Mannschaften stark besetzen Team-Wertung den dritten Platz.

Niederlage im Goldfinale

Fast ebenso erfolgreich lief die Deutsche Meisterschaft auch für den zweiten Verein in der Marktgemeinde: die Bogenschützen Feucht. Bei der Feuchter Familie Schwarz nimmt der Bogensport viel Zeit in Anspruch und so ist es auch erklärbar, dass Tochter Charline Schwarz es bei den Juniorinnen bis ins Goldfinale schaffte. Der Titel der Deutschen Juniorenvizemeisterin war ihr damit schon sicher.

Charline Schwarz fehlten im Finale manchmal nur ein bis zwei Ringe zum Satzgewinn. Foto: Udo Schuster2019/08/IMG_4227.jpg

Beim Goldfinale der Juniorinnen unterlag die junge Schützin jedoch mit 2:6 Punkten gegen Elisa Tartler. Manchmal fehlten Charline nur ein bis zwei Ringe zum Satzgewinn.

Ihre Mutter Manuela Schwarz lag in der Masterklasse mit dem olympischen Recurvebogen nach der dritten Passe sogar auf Rang drei. Dann aber wurden ihr die letzten drei Passen zum Verhängnis. Vermutlich war sie dem Wettkampfdruck nach einer rund fünfjährigen Pause nicht mehr gewachsen, kommentierte Ehemann und Trainer Klaus Schwarz, der vor Ort mit dabei war. Im Endergebnis reichte es dennoch für einen guten 13. Platz.

Seit 40 Jahren bei der Meisterschaft

Insgesamt nahmen an dieser 62. Deutschen Meisterschaft im Bogenschießen 714 Schützinnen und Schützen mit dem Recurvebogen dem Compoundbogen oder einem Blankbogen teil. Die jüngsten Sportschützen waren gerade einmal zwölf Jahre alt. Der älteste Teilnehmer jedoch wurde schon 1938 geboren und bewies seine Leistung in der Seniorenklasse.

Die meisten Bogenschützen aus den 20 Landesverbänden kamen aus Württemberg gefolgt von Bayern mit 107 Teilnehmern. 90 Scheiben wurden gestellt, die Verantwortlichen des DSB haben sich viel Mühe gemacht diese Meisterschaft vor der mächtigen Kulisse am Maifeld aufzubauen, sagt Klaus Schwarz, der seit rund 40 Jahren bei Deutschen Meisterschaften mit dabei ist.

Rund 2000 Zuschauer verfolgten das Finale Bogenschießen in den unterschiedlichen Klassen. Öffentlich-rechtliche Fernsehsender berichteten ebenfalls von dieser Meisterschaft.

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