Vereine sollen bis Sonntag abstimmen

Fußballsaison soll verlängert werden

Will die Saison verlängern: BFV-Präsident Rainer Koch. | Foto: Patrick Baer2020/04/Rainer-Koch-BFV-Roba-bea-net.jpg

ERLANGEN-PEGNITZGRUND. Wie und vor allem wann kann es trotz Corona-Krise im Amateurfußball weitergehen? Dazu hat der Bayerische Fußballverband (BFV) am Freitag zwei Denkmodelle vorgestellt, über die die Vereine jetzt bis zum Sonntag online abstimmen sollen. Der Verband favorisiert dabei die Lösung, die eine Saisonfortführung ab 1. September vorsieht.


Viele Vereine hätten große Sorgen um ihre Existenz, wenn bis ins nächste Jahr nicht Fußball gespielt werden kann. Deshalb sei nun der Zeitpunkt für ein klares Wort des Verbandes, so BFV-Präsident Rainer Koch und BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher bei der Pressekonferenz am Freitag, bei der sie ihre Lösungsvorschläge den Journalisten online präsentierten – noch vor den Vereinen.
Vorgestellt wurden zwei Szenarien: zum einen der Abbruch und zum anderen die Fortführung der Saison ab September. Dabei machte Rainer Koch klar, dass vor allem rechtliche Gesichtspunkte entscheidend für den Verband seien, der deshalb die Fortführungsvariante empfehle.
Diese schaffe dem Verband einen Zeitpuffer, in dem die Saison beendet sein kann. Dadurch seien auch weitere Unterbrechungen möglich. 2021/2022 soll wieder regulär gespielt werden. Bei einem Abbruch seien die sportlichen Entscheidungen ungeklärt; ebensowenig wie die Frage, ob dann ab September die neue Saison beginnen kann. „Am Ende müssen wir noch einmal unterbrechen“, fürchtet Koch; dann seien zwei Spielzeiten betroffen. Außerdem drohten bei einem Abbruch gerichtliche Auseinandersetzungen, erklärte Geschäftsführer Igelsbacher; der Verband habe hier ein großes Haftungsrisiko.
Deshalb empfiehlt der BFV seinen Vereinen die Lösung mit einer Fortführung der Saison ab 1. September. Vorteile habe das nicht nur für den Verband und weil es eine größere Planungssicherheit für alle Vereine gebe. Das wichtigste sei, dass „die sportliche Entscheidung auf dem Platz getroffen wird und nicht vor dem Gericht“, sagt Igelspacher. „Wir haben keine veränderten Ligen mit anderen Mannschaftsstärken, sondern machen einfach weiter. Der rollende Ball soll die sportlichen Fragen entscheiden“, so der BFV-Geschäftsführer. Ab dem 1. Juli 2021 soll der Spielbetrieb dann wieder regulär weitergehen.
Verbandschef Rainer Koch plädierte deshalb für die Lösung, die so viel Flexibilität enthält wie möglich: Die Fortführung der Saison. Über fünf Millionen Euro würden dem Verband auf der Einnahmenseite fehlen. Deswegen könne der BFV nur einen Vorschlag unterbreiten, der wenig Haftungsrisiko trägt.
Bis Sonntag sollen die bayerischen Vereine nun über die Vorschläge abstimmen. „Ich stimme dem Vorschlag, die Saison bis zum 31. August 2020 auszusetzen und – wenn durch staatliche Vorgaben möglich – ab 1. September 2020 fortzusetzen zu“, heißt die Frage an die Vereine.
Am kommenden Mittwoch, 22. April, soll es dann eine BFV-Vorstandssitzung geben, in der die Ergebnisse der Umfrage besprochen werden. Wenn sich keine Mehrheit für die Fortsetzung der Spielzeit findet, folgt ein außerordentlicher Verbandstag des BFV, stellt Präsident rainer Koch klar: „Es gibt für den Vorstand keine Alternative zu unserem Vorschlag. Wir sind nicht bereit, eine persönliche Haftung zu übernehmen.“ Bei einem Saisonabbruch müsse es ohnehin immer einen außerordentlichen Verbandstag geben.
Dazu gab es auch eine Einschätzung zur Frage, wie mit (aus-)laufenden Verträgen mit Spielern und Trainern zu verfahren ist. Jürgen Igelspacher meinte dazu: „Wenn der Spielervertrag mit einem Ende 30. Juni 2020 gesetzt ist, dann könnte der Spieler auf Beendigung seines Vertrages juristisch pochen.“ Die Vereine müssten sich also arbeitsrechtlich mit dem Spieler einigen; das gelte auch für die Trainer. Allerdings kommt hier Hilfestellung vom Verband: „Wenn ein Vertrag endet, dann kann ein Spieler und Trainer im Moment nicht zu einem weiteren bayerischen Verein wechseln. Der Verband erteilt vorher kein Spielrecht für Spieler“, so Igelsbacher. Zu Regelungen für den Jugendbereich will sich der Verband zu einem späteren Zeitpunkt noch äußern.

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