Fußball Bezirksliga1:

Drei freuen sich über Siege, einer ärgert sich über Karten

Die SpVgg Diepersdorf feierte gegen den TV Erlangen den zweiten Saisonsieg, was aber noch nicht reichte, um die Rote Laterne abgeben zu können. das Bild zeigt einen Zweikampf zwischen Diepersdorfs Spieler Amornwut Schmidt (Mitte) und dem Gäste-Akteur Rafael Bruder (links).Fot: S. Vogt2015/10/SpVgg_Diepersdorf_-_TV_48_Erlangen.jpg

ERLANGEN/PEGNITZGRUND — In einem turbulenten Freitagabendspiel unterliegt der SV Schwaig der Spielvereinigung Erlangen mit 0:1. Diepersdorf gelingt gegen den TV Erlangen der zweite Saisonsieg. Auch Hüttenbach gewinnt zu Hause und steht nun wieder auf dem zweiten Tabellenplatz der Bezirksliga Nord. Unter neuer Leitung ebenfalls siegreich war der SK Lauf in Tennenlohe.

SpVgg Diepersdorf – TV 48 Erlangen 3:2– Die SpVgg Diepersdorf erwischte einen Traumstart. Jasarevic spielte aus der Drehung Hadergjonaj mustergültig in den Lauf. Der Diepersdorf Stürmer versenkte abgeklärt zur 1:0- Führung, sein viertes Saisontor. Wenige Minuten später legte er gleich sein fünftes Tor nach. Torhüter Heinisch und Verteidiger Viereckel liefen beide 20 Meter vor dem Tor am Ball vorbei, Hadergjonaj war zur Stelle und schob ungestört ins leere Tor ein. Daraufhin wurde das Spiel etwas langsamer, Diepersdorf konzentrierte sich auf die Defensive, Erlangen fand zunächst aber kein Mittel. In der Folge wurde es deutlich ruppiger. Zur Mitte der ersten Halbzeit fand Erlangen besser ins Spiel und wurde aktiver, die großen Chancen blieben jedoch aus. Nach einem Freistoß der Erlanger entschied Schiedsrichter Zahn auf Handelfmeter. In der 41. Minute verwandelte Mahler sicher zum 2:1- Anschluss. Eine Minute später sah Stengel, der vorher für das Handspiel die gelbe Karte sah, gelb/rot aufgrund eines Fouls im Mittelfeld. Zwar in Führung, jetzt jedoch in Unterzahl ging es für Diepersdorf in die Pause.

Die erste Aktion der zweiten Halbzeit gehörte den Gastgebern. Nach einer schönen Kombination über Wedel und Jasarevic kam Leontjev zum Abschluss, verzog aber aus 20 Metern. In der 62. Minute bekam auch die Spielvereinigung einen Elfmeter zugesprochen. Jasarevic war einteilt und konnte von Frey nur durch ein Foul gestoppt werden. Der Gefoulte selbst trat an und verwandelte sicher zum 3:1. Fast im Gegenzug hatte Xiong die Riesenchance zum Anschluss, vergab aber freistehend per Kopf. Von nun an drängte Diepersdorf auf die Entscheidung, verpasste es aber trotz einiger Hochkaräter alles klar zu machen. Mit dem erneuten Anschluss in der 89. Minute durch einen Kopfball von Bruder wurde es in der Schlussphase noch einmal spannend, am Ende brachte Diepersdorf den knappen aber verdienten Heimsieg über die Zeit.

Tore: 1:0 (4.) Hadergjonaj; 2:0 (8.) Hadergjonaj; 2:1 (41./HE) Mahler; 3:1 (63./FE) Jasarevic; 3:2 (Bruder) Gelb/rote Karte: Alexander Stengel (43./Erlangen/Wiederholtes Foulspiel) SR: Alexamder Zahn Zuschauer: 75

TB St. Johannis Nürnberg- SpVgg Hüttenbach 0:3 (0:1)– Die Spielvereinigung Hüttenbach siegt in Nürnberg und erobert sich den zweiten Tabellenplatz zurück. Hüttenbach begann gewohnt Defensiv, hatte aber von Anfang an die deutlicheren Chancen. Eine dieser guten Möglichkeiten konnte Kreuz in der 29. Minute verwerten. Trauner flankte einen Freistoß in den Strafraum, Andreas Gruner verlängerte den Ball per Kopf und Kreuz war zur Stelle um einzuschieben. Nach dem Führungstreffer wurde Hüttenbach zu passiv. St Johannis drängte auf den Ausgleich, scheiterte aber wiederholt an Hüttenbachs Abwehr. Nach der Pause erwischten die Gäste einen Traumstart. Matthias Gruner bediente von der rechten Seite Loch und dieser erhöhte auf 0:2. In der 54. Minute sah Pistori von Johannis die Ampelkarte, diesen Feldvorteil konnte Hüttenbach aber nicht nutzen. Im Gegenteil: Auf einmal spielte Johannis Nürnberg auf und Hüttenbach konnte sich bei Schlussmann Hartmann für einige gute Paraden bedanken. Die Entscheidung fiel in der 79. Minute. Trauner sicherte mit dem 0:3 den Sieg ab. Tore: 0:1 (29.) Kreuz; 0:2 (46.) Loch; 0:3 (79.) Trauner Gelb/rote Karte: Frank Pistori (54./Johannis/Wiederholtes Foulspiel) SR: Theresa Kohl Zuschauer: 50

SV Tennenlohe – SK Lauf 1:3 (0:1)– Im ersten Spiel unter dem neuen Cheftrainer Darius Bodjrenou gelingt dem SK Lauf direkt ein Sieg gegen Tennenlohe. Lauf begann druckvoll und belohnte sich früh mit dem 1:0 von Schäfer. Gegen unsichere Tennenloher verpasste der Sportklub es jedoch zu erhöhen. Reutter scheiterte zweimal am Tennenloher Schlussman Thurn und Schäfer schob, nach Vorlage von Griebel, freistehend am Tor vorbei. Tennenlohe fand offensiv kaum statt, wurde in der 44. Minute durch einen strittigen Elfmeter aber gefährlich. Kusnyarik scheiterte jedoch am glänzend parierenden Schlussmann Enzensberger, der den Ball an den Pfosten lenkte. Der Nachschuss landete ebenfalls am Pfosten. In der zweiten Halbzeit war die Partie ausgeglichener, Tennenlohe hatte dem SKL jetzt mehr entgegenzusetzen. In der 70. Spielminute fand ein langer Ball von Schmidt den eingewechselten Müller und dieser erhöhte sehenswert auf 0:2. Wenige Minuten später sah der Tennenloher Lippert die Ampelkarte für wiederholtes Foulspielen. Diese Überzahl verstanden die Laufer zu nutzen. Müller legte quer auf Gunawardhana und dieser brachte mit dem 0:3 die Vorentscheidung. Am Ausgang der Partie änderte auch das 1:3 von Hinrichs in der Nachspielzeit nichts mehr.

Tore: 0:1 (11.) Schäfer; 0:2 (70.) Müller; 0:3 (83.) Gunawardhana 1:3 (90+1) Hinrichs Gelb/rote Karte: Kevin Lippert (76./Tennenlohe/Wiederholtes Foulspiel) Zuschauer: 150 SR: Sebastian Lang

SV Schwaig – SpVgg Erlangen 0:1 (0:0)— In einem durchschnittlich attraktiven Bezirksligaspiel zweier Mannschaften, welche sich ungefähr auf dem gleichen Level befanden, entwickelte sich in der ersten Spielhälfte eine Partie mit nur wenigen Torszenen. Die Mehrzahl dieser hatte die „Spieli“, welche allgemein einen Tick abgeklärter und routinierter wirkte. Die erste wirklich Hunderprozentige vergab aber Schwaigs Christoph Weber, als er einen Erlanger Fehler im Spielaufbau nicht ausnutzen konnte und am gut reagierenden Torwart Andreas Sichert scheiterte (20.). Für die Gäste lief Marek Milczarek alleine aufs SVS-Tor zu, jagte den Ball aber doch recht deutlich über den Kasten (27.). In der Folge gaben die Erlanger dem heimischen Torsteher Heiko Saß bei drei satten Fernschüssen die Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Und in der 39. Minute war der Keeper gedankenschnell vor dem heranstürmenden Andreas Hartmann am Ball. Fabian Waldmann hatte kurz vor dem Break noch einmal eine gute Aktion für die Heimelf, als er aus 16 Metern nur knapp rechts vorbeizielte.

Nach der Pause agierte Schwaig konsequenter in den Zweikämpfen und konnte so die leichte „Spieli“-Hoheit im Mittelfeld phasenweise egalisieren. In der Offensive kam der SVS aber nur selten zum Zug, die Abwehr der Gäste machte einen sicheren Eindruck. Die beste Gelegenheit hatte erneut Weber, der beim Kopfball nach Waldmann-Flanke aber noch entscheidend gestört wurde (54.). Für die „Spieli“ vergab Kapitän Christian Müller, der seinen Fuß nach einer Freistoßflanke nicht mehr vernünftig hinter den Ball bekam (57.). Nach 70 Minuten dann der schönste und entscheidende Spielzug: Über drei Stationen passten sich die Gäste auf Rechtsaußen durch und setzten Marco Müller in Szene, der sich die Chance nicht nehmen ließ und in Torjägermanier vollstreckte (70.). Für Schwaig vergab kurz darauf Waldmann per Kopf den möglichen Ausgleich (75.).

In der Folge wurde immer weniger Fußball gespielt und immer mehr diskutiert. Dem jungen Schiedsrichter, der über weite Strecken gut pfiff, wurde nun zum Verhängnis, dass er in der früheren Phase des zweiten Spielabschnitts einige kleinliche Gelbe Karten verteilt hatte. Als dann aber in der 77. Minute nach hartem Einsteigen und anschließender Rudelbildung erneut Gelb zum Vorschein kam, sahen die Reservebänke die Relation nicht mehr gewahrt. Und in der 85. Minute zog sich der Referee dann endgültig den Unmut der Schwaiger zu. Erneut zog er für ein nicht besonders schlimmes Foul Gelb. Diesmal war es aber die zweite für Frank Schreimel, der den Platz verlassen musste. Doch nicht nur er: Während der anschließenden Diskussionen wurden auch noch David Sörgel (Rot) und Sebastian Müller (Gelb-Rot) zum Duschen geschickt. Was sie im Einzelnen gesagt hatten, war vom Spielfeldrand nicht nachzuvollziehen, wurde nach Abpfiff aber noch eifrig diskutiert.

Mit nurmehr acht Spielern versuchte der SV Schwaig noch einmal offensiv zu werden, sogar Torwart Saß stürmte noch mit nach vorne. Doch auch die „Spieli“ hatte noch einige gute Chancen, um zu erhöhen, allen voran ein Lattenfreistoß in der Schlusssekunde. Und kurz vor Schluss sah dann auch der Erlanger Christian Müller nach einem Luftkampf Gelb-Rot. „Der Unparteiische hat ein völlig normales Spiel vollkommen verpfiffen“, analysierte Tomas di Stasio, der selbst zwei Minuten vor dem Ende berechtigterweise die Seitenlinie verlassen musste, als er deutlich hörbar einen unschönen Ausdruck für den Schiedsrichter fand. „Sehr schade ist vor allem, dass er die Karten dann noch mit einem gewissen Lächeln zieht“, sagte Schwaigs Coach, der auf dem Feld „zwei sich neutralisierende Mannschaften“ gesehen hatte. „Spieli“-Trainer Bernd Fuchsbauer lobte vor allem die defensive Konzentriertheit seiner Mannschaft. „Das war der Schlüssel zum verdienten Sieg, da wir mehr Chancen hatten.“ Dass am Ende nur über den Unparteiischen gesprochen wurde, konnte auch der Sieger irgendwie verstehen. „Er hat unverständlicherweise zu viele gelbe Karten gezeigt und deshalb Probleme bekommen.“ asm/fupa

Tore: 0:1 (70.) Marco Müller. Rote Karte: David Sörgel (85./SV Schwaig.). Gelb-Rote Karte: Sebastian Müller (85./SV Schwaig), Frank Schreimel (85./SV Schwaig), Christian Müller (88./SpVgg Erlangen). Schiedsrichter: Julian Müller (TSV Weißenburg). Zuschauer: 100.

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