"Karpfen" knacken endlich den Angstgener

Denkwürdiger Sieg in Fischbach

ALTENFURT/FISCHBACH – Der Bann ist gebrochen: Nach sieben Niederlagen gegen ihren Angstgegner SC Germania haben die „Karpfen“ nun endlich den ersten Sieg eingefahren – und das gleich mit einem Paukenschlag. Eine Etage tiefer verhinderte Aluminium einen Sieg des TSV Altenfurt.

Kreisliga 2 Nürnberg/Frankenhöhe: TSV Fischbach – SC Germania – 5:4 (3:2) – Die Zuschauer kamen am Sonntag in Fischbach auf ihre Kosten, die Trainer standen dagegen kurz vor dem Herzinfarkt – oder sind zumindest um Jahre gealtert, wie TSV-Coach Manuel Bergmüller hinterher gestand. Verständlich. Denn das Spiel hatte es ja auch in sich. Der erste Aufreger ereignete sich bereits nach 19 Minuten. Germania hatte gerade einen berechtigten Elfmeter sicher verwandelt, als Schiedsrichter Matthias Dreßel abpfiff und zur Verwunderung aller Beteiligten nicht auf Tor für die Gäste, sondern Freistoß für die Hausherren entschied. Die Begründung lautete, dass ein Germane angeblich zu früh in den Strafraum gelaufen sei. Dieser Vorfall brachte die Germanen mächtig aus dem Konzept, was die Fischbacher eiskalt ausnutzten. In der 30. Minute steckte Tobias Schlund durch zu Olli Lahr, der allein aufs Tor zulief und zur verdienten Führung traf. Nur zwei Minuten später dann das 2:0 für den TSV: Eine schöne Kombination endete bei Nachwuchsstürmer Janik Schellenberger, der nach einer Flanke von Philipp Reif sicher einköpfte. Wieder nur fünf Zeigerumdrehungen später stand es dann aber plötzlich 2:1, weil Tarik Toksöz, der im letzten Duell in der Nachspielzeit das 2:1-Siegtor für die Germanen geschossen hatte, einen Freistoß aus 20 Metern im „Karpfen“-Kasten versenkt hatte.

Aber es kam noch besser: Kurz darauf bekam Germania erneut einen Elfmeter zugesprochen, den sie dann in Person von Anastasios Kartalis auch regelkonform zum Ausgleich verwandelten. Normalerweise wäre dies der Zeitpunkt, wo die Nerven zu flattern beginnen. Aber Fischbach antwortete trocken und prompt: Einen perfekten Freistoß von Kapitän Jan Majkowski veredelte Daniel Heyn zum 3:2-Pausenstand (45.).

Das Momentum lag also klar auf Seite der „Karpfen“ und dementsprechend traten sie nach Wiederanpfiff auch auf. In der 50. Minute schickte Nino Häberlein Reif auf die Reise, der spielte den Torwart aus und schob locker zum 4:2 ein. Der Drops schien endgültig gelutscht. Aber von wegen. Germania bewies nur sieben Minuten später, dass sie ebenfalls recht ordentliche Fußballer in ihren Reihen haben und Dorin Prelipcean verkürzte – allerdings aus stark abseitsverdächtiger Position – auf 4:3.

Nun war noch über eine halbe Stunde zu spielen, allerdings wirklich nervenaufreibend wurde es erst, als Heyn sich erneut ein Foul leistete, dafür mit Gelb-Rot zum Duschen geschickt wurde und wieder Töksöz den fälligen Freistoß zum 4:4 im Fischbacher Tor unterbringen konnte.

Danach hatte das Kuriositätenkabinett aber immer noch nicht geschlossen. Denn kurz darauf, erlaubte sich Germania aus 30 Metern einen völlig unmotivierten Rückpass, Torwart Marc De Millas rutschte jedoch beim Anahmeversuch aus, der Ball trudelte an ihm vorbei, Lahr preschte heran und drückte die Kugel ca. einen Meter vor der Linie über selbige (77.). Die restliche Viertelstunde passierte trotz Fischbacher Unterzahl nichts mehr, so dass der TSV seinen Germania-Fluch nun endlich gebrochen hat.

Kreisklasse 4: TSV Altenfurt – SpVgg Mögeldorf 1:1 (0:1) – Altenfurt war gleich zu Beginn unter Druck. Aber bis auf einen Lattentreffer in der 28. Minute sprang für Mögeldorf nichts Zählbares heraus. Erst in der 41. Minute nach einer schönen Flanke aus dem Halbfeld und einer Kopfballverlängerung fiel das verdiente 0:1 durch Mögeldorf per Kopf. In der 48. Minute war Gill alleine auf dem Weg zum gegnerischen Tor, er wurde vom letzten Mann umgerissen, dieser bekam aber nur die Gelbe Karte. Der Freistoß von der Strafraumkante brachte nichts ein. Altenfurt war weiter drückend überlegen. In der 79. Minute dann der Ausgleich. Kuderna auf Kramer, der mit einem schönen Ball auf Wenger, der aus acht Metern dann unhaltbar zum 1:1 einnetzte. Zwei Minuten später wieder Matthias Gehle an den Pfosten.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann