Fischbachs Trainer Daniel Möller übt Kritik an der Mannschaft

„Das stinkt mir gewaltig“

Im Heimspiel gegen den ASC Boxdorf (1:2) versuchte es Fischbachs Angreifer Luc Büschel aus der Distanz - vergeblich. In der bisherigen Spielzeit traf Fischbachs Angreifer immerhin schon dreimal. | Foto: Daniel Frasch2021/10/TSV-Fischbach-Luc-Bueschel-gg-ASC-Boxdorf-scaled.jpg

Spiel der Woche: In der Kreisklasse 4 ist der TSV Fischbach zu Gast beim ASV Pfeil Phönix. Trainer Daniel Möller erwartet vor allem eines: Einstellung.

Wir wussten von Anfang an, dass diese Saison ein richtig hartes Brett werden würde – so ist es nun auch.“ Daniel Möller, Trainer des TSV Fischbach, ist wahrlich nicht zu beneiden. Woche für Woche darf er sich von seiner eigenen Mannschaft überraschen lassen und abwarten, welche Leistung seine Elf wohl abrufen wird. Das Spektrum reicht dabei von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Nach der 0:7-Niederlage gegen SSV Elektra Hellas folgte ein 6:1-Sieg über den SV Laufamholz, um nur eine Woche später mit 1:7 bei der DJK Falke unterzugehen. Gründe für die durchwachsenen Ergebnisse sieht Möller nicht nur im spielerischen und taktischen Bereich – auch die nötige Einstellung geht seiner Mannschaft bisweilen ab.

Mangelnde Einstellung

Zum einen lässt die Trainingsbeteiligung zu wünschen übrig. Vier, fünf Spieler sind immer da, die anderen kommen mal gar nicht, andere nur einmal. Das stinkt mir gewaltig und macht die Trainingsarbeit sehr schwierig. Zum anderen fehlt es oft an der nötigen Einstellung am Spieltag. Bin ich bereit, mich zu quälen und alles zu geben? Da haben wir schon Luft nach oben“, kritisiert Möller die fehlende Bereitschaft einiger seiner Spieler.

Die beiden hohen Niederlagen haben gezeigt: Wenn die Einstellung bei uns nicht stimmt, dann reicht es gegen solche Gegner einfach nicht, dann bekommen wir richtig auf die Mütze. Andersrum haben wir auch schon bewiesen: Wenn die Einstellung stimmt, dann gewinnen wir gegen Laufamholz 6:1“, sagt Möller.

So aber reicht es bislang nur für zehn Punkte aus elf Partien, der Vorsprung auf Relegationsplatz zwölf (VfL Nürnberg) beträgt gerade noch einen Punkt, der auf den Abstiegsrang 13 nur zwei Punkte. Und auch vor dem Duell mit dem Tabellennachbarn ASV Pfeil Phönix stehen die Vorzeichen alles andere als gut. Erneut muss Möller auf „zwei Abwehrspieler und einen Mittelfeldspieler“ verzichten, sollte sich bis zum Anstoß am Sonntagnachmittag (15 Uhr) die personelle Situation noch einmal verschärfen, sehe er sich gezwungen, selbst die Schuhe zu schnüren und als Spielertrainer parat zu stehen. „Unser Ziel ist es natürlich trotzdem, das Bestmögliche rauszuholen und bei den Assen zu punkten. Denn wir wollen den Anschluss nicht verlieren“, ist sich Möller der prekären Tabellensituation freilich bewusst.

Mit dem ASV Pfeil Phönix treffen die Karpfen auf einen Gegner auf Augenhöhe, der ebenfalls auf wichtige Spieler verzichten muss. Allen voran der Ausfall von Martin Kubecek (Schulterverletzung) schmerzt die Assen sehr, ist er mit zwölf Treffern doch der erfolgreichste Torschütze der Gastgeber und hinter Sven Riese (ASC Boxdorf) der zweitbeste Torschütze der gesamten Liga. Nach der 3:5-Niederlage gegen Eyüp Sultan folgte vergangene Woche eine 1:2-Pleite im Zaunderby bei Tuspo Nürnberg.

Wir haben mit Ach und Krach elf Mann zusammenbekommen“, klagt auch Alexander Lowig, Torhüter und ASN-Vorstandsmitglied, über einen personellen Engpass. Er weiß um die Wichtigkeit des Duells mit dem Tabellennachbarn und hofft, endlich wieder ein Heimspiel zu gewinnen. „Wir haben dreimal in Folge zu Hause verloren. Die Ansage ist klar: Wir wollen drei Punkte holen und Fischbach auf Distanz halten.“ Wie Möller erwartet auch Lowig keinen fußballerischen Leckerbissen, er rechnet mit „viel Kampf und viel Krampf.

„Nicht bereit, voranzugehen“

Will der TSV Fischbach Zählbares holen, muss nicht nur die Einstellung stimmen, sondern auch die Kommunikation besser werden. „Mit Sebastian Huber haben wir hinten einen Spieler drin, der redet und Kommandos gibt. Viele andere Spieler sind aber eher wie in einem Knabenchor. Sie sind froh, mitzuspielen, aber sie sind nicht bereit, voranzugehen“, beklagt Möller. Ein Lichtblick für Fischbach: Mit Torhüter Diego Henschel haben sich die Karpfen vor kurzem noch einmal verstärkt und auf die Verletzung der etatmäßigen Nummer eins, Alex Felker, reagiert. „Ich kenne Diego sehr gut, er erweist mir einen Freundschaftsdienst und wird uns bis zur Winterpause unterstützen“, sagt Möller über den 34-jährigen Schlussmann, der bereits beim SV Schwaig und der SpVgg Mögeldorf 2000 zwischen den Pfosten stand und der Fischbacher Defensive mehr Stabilität geben soll.

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