Schlicker muss seine Mannschaft umbauen

„Brauchen Jungs, die hungrig sind“

Ein Cristiano Ronaldo würde der Offensive des SC Feucht momentan guttun. Auch wenn die Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen ist, unter dem Trikot versteckt sich Stephan König, der sich über eine vergebene Torchance ärgert. | Foto: Zink2021/08/SC-Feucht-Stephan-Koenig-aka-Ronaldo-scaled.jpg

Feucht – Im Auswärtsspiel bei Vatan Spor Aschaffenburg fordert Florian Schlicker mehr Durchschlagskraft im Angriff.
 Mehr Sorgen als der Kunstrasenplatz beim Aufsteiger bereiten dem Feuchter Cheftrainer die Ausfälle von vier Spielern.

Gut gelaunt, zuversichtlich und für den ein oder anderen lockeren Spruch zu haben: So präsentierte sich Feuchts Trainer Florian Schlicker am vergangenen Freitagvormittag. Die überschaubare Leistung seiner Mannschaft unter der Woche gegen das Schlusslicht SV Seligenporten (0:0) scheint abgehakt und aufgearbeitet, der Blick des 40-Jährigen richtet sich auf den bevorstehenden Gegner Vatan Spor Aschaffenburg (Samstag, 15 Uhr).

Rasanter Aufstieg

Der Verein wurde 1995 gegründet und ist ein Zusammenschluss aus dem SV Türk Gücü (gegründet 1975) und FSV Türk Birlik (gegründet 1981). In den vergangenen Jahren erlebte der Klub einen rasanten Aufstieg: 2016 spielte Vatan Spor noch in der Kreisliga, 2017 schaffte er den Sprung in die Bezirksliga. In den beiden vergangenen Spielzeiten gelang ihm mit zwei Meisterschaften der Durchmarsch in die Bayernliga. Allerdings mussten die Aschaffenburger im Sommer den Abgang ihrer beiden Spielertrainer Peter Sprung und Murat Özbahar verkraften.

Ex-Profi an der Seitenlinie

Dafür kam mit Ex-Profi Slobodan Komljenovic (früher 1860 München) ein neuer Coach, der viel Erfahrung mitbringt, die Liga kennt und bestens vernetzt ist. Nach sieben Spielen scheint die Euphorie beim Aufsteiger jedoch verflogen zu sein, null Punkte und ein Torverhältnis von 4:21 sprechen eine deutliche Sprache. Ist der SC Feucht also in der Rolle des Favoriten? „Das weiß ich nicht. Was ich weiß, ist, dass wir da hinfahren, um zu gewinnen“, stellt Schlicker klar, in dem Wissen, dass die Partie für seine Mannschaft eine schwierigere Aufgabe werden könnte, als es die nackten Zahlen auf dem Papier vermuten lassen.

Aschaffenburg muss man in der Beurteilung getrennt analysieren und ihre Heim- und Auswärtsspiele betrachten“, sagt Schlicker. Während die Unterfranken in der Fremde ordentlich auf die Mütze bekommen haben (0:4 beim ASV Cham, 2:5 bei der DJK Gebenbach, 0:6 bei der DJK Ammerthal), gestalteten sie ihre Heimspiele deutlich enger. Bei der 0:1-Niederlage gegen den FV Würzburg, beim 1:2 gegen die SpVgg Ansbach und beim 1:2 gegen den ATSV Erlangen waren die Unterfranken nahe am ersten Punktgewinn.

Wohl auch, weil sie ihre Heimspiele auf einem Kunstrasenplatz austragen. „Den Platz müssen wir einfach annehmen. Er könnte uns sogar entgegenkommen, wir sind schließlich auch eine spielerisch gute Mannschaft“, mutmaßt Schlicker. Ohnehin seien die heutigen Kunstrasenplätze qualitativ gut und nicht mehr mit denen aus vergangenen Jahren vergleichbar. „Blutige Beine gibt es nicht mehr, wenn man grätscht. Vielleicht ein paar Striemen. Aber wir sind beim Fußball und nicht beim Wasserballett“, fügt er an.

Viel hänge heute davon ab, wie seine Truppe ins Spiel findet. „Wenn wir gut reinkommen und unser Spiel durchbringen, kann es für uns laufen. Wenn wir sie ins Laufen kommen lassen, kann es ein hässliches Spiel werden. Das ist eine Mannschaft, die kicken will und das auch kann, das haben mir meine Trainerkollegen bestätigt.

Vier Spieler fehlen

Ersetzen muss Schlicker seinen defensiven Allrounder Junior Betsi Mbetssi. Nach seiner roten Karte im Spiel gegen Seligenporten wurde er vom Verband für zwei Spiele gesperrt, der Verein hat das Strafmaß bereits akzeptiert. „Natürlich war es unnötig, aber es war jetzt auch kein Drama“, kommentiert Schlicker die Aktion in der Nachspielzeit und überlegt derweil, wie er den Ausfall seines „Zweikampfmonsters“ kompensieren sollte. „Da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Fakt ist, dass die anderen Jungs eine Schippe drauflegen müssen, denn seine Zweikampfstärke ist nicht eins zu eins zu ersetzen.“ Neben Mbetssi werden auch Marco Weber, Maximilian Höhenberger und Patrick Tekeser nicht zur Verfügung stehen, bei Tim Ruhrseitz hofft Schlicker auf eine rechtzeitige Rückkehr aus dem Urlaub.

Doch nicht nur in der Defensive wird Schlicker sein Team verändern. „Nico Wessner und Philipp Spießl haben es nach ihren Einwechslungen gegen Seligenporten gut gemacht. Wir brauchen Jungs, die hungrig sind, das Tor zu machen, und die da hingehen, wo es wehtut“, fordert Feuchts Coach endlich mehr Durchschlagskraft im Angriff.

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