Judoka starten in die neue 2. Liga-Saison

Altenfurt legt wieder los

Die Altenfurterinnen belohnen sich am letzten Kampftag nach einer tollen Saison mit dem 2. Tabellenplatz. Ob sie diesen Erfolg mit ihrer jungen Mannschaft auch heuer wiederholen können? | Foto: TSV Altenfurt2019/05/judo.jpg

ALTENFURT – Der Saisonbeginn der 2. Judo-Bundesliga steht ins Haus. Am heutigen Samstag geht’s für den TSV Altenfurt gegen den Gastgeber SC Gröbenzell und den Neueinsteiger VfL Ulm. Die Altenfurterinnen hoffen an die gute Leistung aus dem letzten Jahr anknüpfen zu können, als sie auf dem 2. Platz landeten. Auch für Nachwuchs ist gesorgt: Sieben junge Kämpferinnen sind für das Team gemeldet, davon drei aus der eigenen Jugend.

Das kennen die Altenfurterinnen schon: Saisonauftakt beim SC Gröbenzell. Im vergangenen Jahr startete der TSV dort mit einem fulminanten Doppelsieg gegen den Gastgeber und die SG Eltmann. Beim bayerischen Derby könnte es dennoch die eine oder andere Überraschung geben. Weil der TSV München-Großhadern seine Mannschaft aus der 1. Bundesliga zurückgezogen hat, wechselten davon einige nach Gröbenzell. Nichtsdestotrotz kämpfen die beiden Vereine seit Jahren gegeneinander und kennen sich entsprechend gut.

TSV Altenfurt ist Favorit

Die große Unbekannte in der Gleichung stellt dagegen der VfL Ulm dar. Die Aufsteiger aus Württemberg kennt keiner der Bundesligavereine so richtig. Dieses Jahr mischen sie zum ersten Mal in der 2. Bundesliga mit. Sie einzuschätzen fällt deswegen schwer. Wen Ulm als Favoriten hat, das kann man aber auf der Homepage der Bundesliga nachlesen: Er sieht den TSV Altenfurt ganz vorne beim Rennen um die Meisterschaft.

Und die Judo-Damen brauchen sich wirklich vor niemandem zu verstecken. Letzte Saison lief beinahe alles wie am Schnürchen, am Ende reichte es für den 2. Tabellenplatz! Am letzten Kampftag war sogar der Titel noch drin, aber am Ende mussten sie sich den stärkeren Karlsruhern beugen. Eine tolle Leistung der Nürnbergerinnen, sich nach dem Beinahe-Abstieg 2017 so stark zu präsentieren. Das zeigt, wie eng das Niveau der Mannschaften in der 2. Bundesliga gesteckt ist. An jedem Kampftag ist von Sieg bis Niederlage alles drin, bei nur sieben Kämpfen pro Begegnung kommt es auf jeden einzelnen an.

Debüt für TSV-Trio

Vor allem aber wuchsen einige junge Kämpferinnen in das bestehende Team hinein und sorgten für eine volle Aufstellung. Auch dieses Jahr kommt frisches Blut dazu.

Neu in der Mannschaft sind allen voran die drei Altenfurterinnen Lisa-Marie Stünzendörfer, Isabelle Loser und Jennifer Skroblin, die den TSV in den Gewichtsklassen bis 57, bis 63 und bis 70 Kilo unterstützen. Die drei dürfen in diesem Jahr zum ersten Mal in der Bundesliga starten und sammeln immer noch wichtige Erfahrung in ihrer Altersklasse U18.

Raisa Stoian, ebenfalls in der 57-Kilo-Kategorie beheimatet, kennt die Mannschaft schon aus dem Training. Auch Lena Huttner vom TG Höchberg ist als jüngster Jahrgang neu dabei. Sie übernimmt die Verantwortung für die 48-Kilo-Klasse. Jana Scharfenstein, schon seit letztem Jahr startberechtigt, steigt im Schwergewicht jetzt auch mit ein. Wiebke Heseding unterstützt in der Kategorie bis 63 Kilogramm.

Da kommt also jede Menge Unterstützung für die älteren Kämpfer dazu. Das ist umso wichtiger, weil Verletzungspech und Ausbildung in anderen Städten so manchen der „alten Hasen“ aus der Bahn geworfen haben.

So müssen zum Beispiel Schirin Tolksdorf und Sarah Grünewald wegen Verletzungen am Ellbogen pausieren, und auch Verena Geppert fällt aufgrund einer Schulterblessur aus. Lisabeth Emilius hat es zum Studium nach Saarbrücken verschlagen, Nadja Geppert pendelt für die Kampftage von Karlsruhe aus. So machen die Erfahreneren also Platz für die neue Generation.

Neue Einteilung

Viel verändert hat sich in der 2. Bundesliga kaum. Große Regeländerungen gibt es im Qualifikationsjahr für Olympia 2020 in Tokio nicht. Lediglich die Grenze zwischen Stand- und Bodenkampf legte die Kampfrichterkommission genauer fest. Nun gilt: Befindet sich einer der beiden Judoka mit den Ellbogen auf der Matte, beginnt der Bodenkampf. Außerdem sind die Kämpfer nun angehalten, selbstständig ihre Kleider zu ordnen. Vorher mussten sie auf das Kommando des Kampfrichters warten.

Ein wenig verändert hat sich in der Struktur der Bundesliga. Die Aufteilung in die Gruppe Süd und die Gruppe Nord bleibt bestehen, allerdings wurden einige Vereine wie das JT Rheinland in den Norden verschoben. So rückten zwei Vereine in die Bundesliga Süd nach: Der VfL Ulm und der 1. DJC Frankfurt am Main. Die sind für die Altenfurter unbekanntes Terrain und es bleibt spannend, wie sie die Liga aufmischen werden.

Altenfurt verzichtet auf Aufstieg

Auch in der 1. Liga sieht es ein wenig anders aus: Hier starten nur noch vier Vereine, weil einige Mannschaften, wie der TSV München-Großhadern, zurückgezogen haben. Deshalb wurde dem TSV Altenfurt als Vize-Meister der Saison 2018 angeboten, ebenfalls in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Auf diesem Niveau sehen die Trainerinnen Nicole Adler und Astrid Fuchs ihr Team aber nicht.

Zwischen den beiden Ligen sei eine zu große Kluft. Im Oberhaus trainieren die Kämpferinnen teilweise mehrmals täglich. Dafür haben die Breitensportler aus Altenfurt keine Zeit. Schließlich kommt noch Beruf, Ausbildung oder Schule zum Trainingspensum dazu. Die Altenfurterinnen fühlen sich wohl in der 2. Bundesliga und hoffen, hier wieder ein gutes Ergebnis zu erzielen.

N-Land Der Bote
Der Bote