Sonderbürgerversammlung in Schwaig

Viele Anregungen zum Nordschul-Areal

Wo einmal die Schwaiger Nordschule stand, soll nun sozialer Wohnraum entstehen. | Foto: Privat2017/03/burgerinitiative-nordschulareal-schwaig.jpg

SCHWAIG (bri) — Die  geplante Bebauung des Nordschulareals bewegt in Schwaig weiter die Gemüter. Nun hatte die Gemeinde zu einer außerordentlichen Bürgerversammlung eingeladen, in der – nach teils hitzigen Debatten – etliche Anträge eingereicht wurden, mit dem Ziel, die Pläne im Gemeinderat noch einmal zu überdenken.

Zum selben Thema hatte die Bürgerinitiative bereits vor einigen Wochen in das Schloss eingeladen (wir berichteten). Dabei wurden Vorwürfe zur Informations­politik der Gemeinde in Sachen Nordschulareal laut. Das wollte man im Rathaus so nicht auf sich sitzen lassen und lud zu der Versammlung ein. Wie bedeutend dieses Thema für die Bürger ist, zeigten die über 120 Besucher in der Aula der Grundschule.

Nach einer umfassenden Vorstellung der derzeitigen Rahmenbedingungen für eine Ausschreibung zur Bebauung des Nordschulareals durch Schwaigs erste Bürgermeisterin Ruth Thurner begann eine teils heftige Diskussion. Dabei wurde schnell klar, dass Mitglieder der Bürgerinitiative und Anwohner rund um das Areal der ehemaligen Grundschule besonders stark vertreten waren, um ihre Forderungen und Bedenken zu formulieren.

Gleich zu Beginn forderte eine Anwohnerin die Gemeinde auf zu überdenken, ob die vorhandene Infrastruktur in Bezug auf Kita und Schule einen so großen Zuzug von Familien, wie er durch das Bauvorhaben zu erwarten sei, überhaupt gestatte. Eine weitere Zuhörerin fürchtete bei einer solch massiven Konzentration von Wohnraum „an einem Fleck“, dass ein sozialer Brennpunkt entstehen könnte. Etliche Anlieger wiesen auf die sowieso schon prekäre Parkplatzsituation rund um die Baustelle hin, die sich mit dem Neubau noch weiter verschlechtern würde. Viele Bürger räumten aber auch ein, dass sie grundsätzlich den Bau von sozialem Wohnraum befürworteten, jedoch nicht so gedrängt an einer Stelle.

Auch wegen der vorgesehenen Ausmaße des Neubaus machten etliche Besucher ihrem Ärger Luft: „Warum drei Vollgeschosse, warum Ausnahmen bei der Anzahl der Stellplätze und warum ein so massiver Bau?“ Einzelne Bürger erinnerten sich dabei an ihren eigenen Bauantrag, der mit dem Hinweis auf den Charakter des Siedlungsgebiets abgelehnt wurde – und jetzt wolle man einen solchen Block bauen lassen.

Thurner erwiderte, dass bisher nur Rahmenbedingungen vorgegeben seien, um einem möglichen Investor den Weg aufzuzeigen, wie sich die Gemeinde die Bebauung vorstellt. Der Gemeinderat wolle dem möglichen Bauträger lediglich einen Vorschlag unterbreiten, wie man sozialen Wohnungsbau und wirtschaftlichen Erfolg unter einen Hut bringen könne. Bisher gebe es noch keine Bieter, da auch noch keine Ausschreibung erfolgt sei und somit auch keine Pläne. Thurner betonte außerdem, dass man den Bau von 102 Reihenhäusern mit dem Zuzug von ebenso viel jungen Familien im Neubaugebiet „Am Kiefernwäldchen“ gestemmt habe und nun auch dieses Problem stemmen werde.

Martin Riederer von der Bürger­initiative kritisierte, dass man nicht ordentlich zur Bürgerversammlung eingeladen wurde. „Eine Initiative, die mehr als 300 Unterschriften gesammelt hat, wird so ignoriert“, meinte er aufgebracht. Auf seine Frage, ob die Gemeindeverwaltung die Anregungen der Initiative überhaupt gelesen habe, wurde ausweichend geantwortet. Riederer wies vor allem darauf hin, dass die Initiative Vorschläge gesammelt habe, wo man in Schwaig gut verteilt sozialen Wohnraum schaffen könnte, um diesen seiner Meinung nach massiven Eingriff in den Siedlungscharakter am Nordschulareal zu vermeiden. Die Bürgerinitiative wolle nicht nur ablehnen, betonte er, sondern eben auch Alternativen aufzeigen. Eine Zusammenarbeit sei für beide Seiten von Interesse.

Bürgermeisterin Thurner regte schließlich an, die vorgetragenen Ideen in Anträge an den Gemeinderat münden zu lassen, über die das Gremium dann innerhalb von drei Monaten befinden muss. Das ließen sich die Beteiligten nicht zweimal sagen, wobei viele sichtlich überrascht waren, dass es diesen Weg überhaupt gibt. Hätte man dies gewusst, so Riederer, hätte man die schriftlichen Anträge schon mitgebracht.

Nun wurden die Ideen eben mündlich vorgetragen und von der Gemeinde aufgenommen. Unter anderem geht es in den Anträgen darum, dass die Gemeinde für diesen Bau keine Änderung der Stellplatzsatzung genehmigen soll oder dass zunächst der künftige Bedarf an kommunalen Einrichtungen für neue Familien ermittelt werden soll. Außerdem wurde gefordert, das Gebäude auf zwei Geschosse zu reduzieren und alle nötigen Parkplätze im Untergeschoss unterzubringen, um die Parkplatzsituation nicht weiter zu verschärfen. Einer der Anträge sieht vor, vor Baubeginn ein Gerüst aufzustellen, um der Bevölkerung die Dimensionen des Neubaus aufzuzeigen.

Zum nächsten Mal trifft sich die Bürgerinitiative am Dienstag, 21. März, um 19 Uhr, im Restaurant Pegnitztal, Mittelbügweg 13, in Schwaig.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek
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